Deutsche Exporte: Der Motor läuft wieder warm

Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment, sieht Deutschlands Exporte wieder auf Erholungskurs. Vor allem die Nachfrage aus Europa sorgt für Rückenwind bei Industrie und Maschinenbau. Union Investment | 08.09.2026 08:54 Uhr
Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment / © e-fundresearch.com / Union Investment
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Der deutsche Exportmotor kommt wieder auf Temperatur. Im Juli fielen die Ausfuhren gegenüber dem Vormonat zwar um 0,8 Prozent. Dieser Wert ist jedoch wenig aussagekräftig, da die Exportzahlen oft von Monat zu Monat schwanken. Relevanter ist der Anstieg zum Vorjahr um 6,1 Prozent. Diese Zahl zeigt: Deutschlands Exporteure gewinnen wieder an Tempo.

Der Rückenwind kommt vor allem aus Europa. Die Exporte in die Europäische Union wachsen seit Mitte 2025 wieder kräftig. Investitionen in Verteidigung, KI-Infrastruktur und moderne Energieversorgung schaffen zusätzliche Nachfrage nach deutschen Investitionsgütern. Davon profitieren vor allem Elektroindustrie, Maschinenbau und industrielle Zulieferer.

Außerhalb Europas bleibt die Dynamik der Exporte gedämpft. Die Autoindustrie schwächelt strukturell, neue Handelsbarrieren belasten den Welthandel, und China erhöht den Wettbewerbsdruck.

Die Exportindustrie ist nicht mehr der Bremsklotz der deutschen Wirtschaft – aber auch noch nicht ihr Zugpferd. Der europäische Nachfrageimpuls für deutsche Investitionsgüter ist kein Strohfeuer. Positive Überraschungen sind im zweiten Halbjahr möglich – ein Exportboom aber nicht.

Von Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment  

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