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AllianceBernstein-Experten analysieren: Wie wirken sich Chinas Interventionen auf das Kreditrisiko aus?

AllianceBernstein | 16.09.2021 09:27 Uhr
© Photo by Road Trip with Raj on Unsplash
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Was bedeuten staatliche Interventionen für das Kreditrisiko von chinesischen Immobilienriesen wie Evergrande? Hua Cheng und Ian Chen vom Asset Manager AllianceBernstein (AB) haben einen Leitfaden zu den Auswirkungen solch staatlicher Eingriffe in China auf das Kreditrisiko systemrelevanter Unternehmen ausgearbeitet. Die beiden Researchanalysten für Corporate Credit legen dabei ihren Schwerpunkt auf den Anspruch der chinesischen Führung, die Öffnung der Wirtschaft und Kapitalmärkte bei gleichzeitiger Wahrung der sozialen Stabilität auszubalancieren. Lesen Sie die Einschätzungen der beiden Experten. 

„Ein Großteil der Volatilität, die Chinas Anleihenmärkte in letzter Zeit erschüttert hat, ist auf staatliche Interventionen zurückzuführen. Chinas politische Agenda beinhaltet ein heikles Gleichgewicht zwischen Öffnung der Wirtschaft und der Kapitalmärkte und Wahrung der sozialen Stabilität. Zum ersten Schwerpunkt dieser Politik gehört die Möglichkeit, dass mehr Unternehmen ihre Schulden nicht begleichen, damit das Risiko auf den Anleihenmärkten genauer bewertet werden kann – eine Reform, die von globalen Anlegern allgemein begrüßt wird.

Der zweite Schwerpunkt zeigte sich vor Kurzem in einem harten Vorgehen gegen den Bildungs- und Technologiesektor, wo Geschäftspraktiken mit den sozialen Zielen der Regierung in Konflikt stehen. Dieser Schritt führte zu einem dramatischen Kursrutsch bei Aktien sowie auf den chinesischen Offshore-Währungs- und Anleihenmärkten.

Unsere Analysen von zwei unter Druck stehenden Emittenten – dem Vermögensverwalter Huarong und dem Immobilienentwickler Evergrande – haben einige Erkenntnisse zutage gefördert. Welches der Unternehmen ist systemrelevant?

Wir denken nicht, dass Huarong in Konkurs gehen darf, da das Unternehmen unseres Erachtens nach als unverzichtbar eingestuft wird ist. Denn: Huarong und andere Vermögensverwalter erfüllen vier von fünf Kriterien für Systemrelevanz. Zwar sind Vermögensverwalter nicht wichtig für die soziale Stabilität, aber sie helfen, Chinas nationale Agenda voranzutreiben. Ihre Aufgabe ist es, notleidende Kredite (Non-Performing Loans, NPL) aus den Bilanzen der Banken und notleidende Forderungen aus den Bilanzen der Unternehmen zu entfernen und zu verkaufen. Sie tragen damit dazu bei, das Finanzsystem stabil zu halten.

Evergrande ist hingegen ein anderer Fall. Das Unternehmen ist der größte Immobilienentwickler in den Schwellenländern und hat Schulden in Höhe von 570 Milliarden Renminbi (88 Milliarden US-Dollar). Dies macht es zu einem der am höchsten verschuldeten Unternehmen weltweit. Doch während der chinesische Immobiliensektor als Ganzes betrachtet von großer Bedeutung ist, sind weder Evergrande noch seine Konkurrenten systemrelevant.

Wenn auch einzelne Bauträger in Verzug geraten oder scheitern könnten, werden die chinesischen Behörden höchstwahrscheinlich Maßnahmen ergreifen, um die Auswirkungen auf den Sektor zu begrenzen. Unsere Analysen deuten darauf hin, dass die Regierung eingreifen wird, wenn sich die Bedingungen im Sektor von leichtem Stress (eine Ausfallrate von 4 Prozent) zu mittlerem Stress (10 Prozent) entwickeln.“

Seit der Durchführung ihrer Stresstest-Analyse haben die AB-Experten Hua Cheng und Ian Chen einen Anstieg der Ausfallquote für chinesische Immobilienentwickler auf den Märkten für hochverzinsliche Offshore-Anleihen auf 4 Prozent registriert. Hier könnten sich ihrem Ermessen nach Chancen für aktive Anleger ergeben.

Lesen Sie Näheres hierzu im Blog „China AG: Risiken am Anleihenmarkt“ von Hua Cheng und Ian Chen. 

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