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Nachhaltiges Investieren in der Lieferkette - Elektroautos

AllianceBernstein | 10.11.2021 16:20 Uhr
© Photo by CHUTTERSNAP on Unsplash
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Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge bewirkt große Veränderungen in der gesamten Lieferkette und zahlreiche ESG-Herausforderungen. Während sich die Automobilindustrie um die Einführung nachhaltiger Praktiken bemüht, müssen Investoren mit Regierungen und Unternehmen zusammenarbeiten, um den Veränderungsprozess zu fördern und zu beschleunigen.

Das Thema

Elektromotoren benötigen viel weniger Bauteile als Verbrennungsmotoren, haben aber viel schwerere und komplexere Batterien. Diese Batterien wiederum verbrauchen einen höheren Anteil und eine größere Vielfalt an Mineralien – etwa sechsmal mehr als herkömmliche Fahrzeuge.

Die Anlagethese

Eine verstärkte Förderung und Verarbeitung von Mineralien kann die Umwelt schädigen. Wir sehen jedoch klare Anzeichen dafür, dass Regierungen und Unternehmen auf konstruktives Engagement von Investoren positiv reagieren werden, um ihre ESG-Bilanz zu verbessern.

Das Ziel unseres Engagements

Das Engagement von AllianceBernstein (AB) zielt darauf ab, einen für beide Seiten vorteilhaften Dialog mit Behördenvertretern und Unternehmensleitungen zu führen, um nachhaltige Praktiken in der gesamten Lieferkette zu fördern.

Steigende Akzeptanz von Elektroautos wirft Fragen zu ESG-Themen auf

Die Elektroautoindustrie wandelt sich rasch vom Nischenanbieter zum Massenproduzenten. Die Nachfrage nach Mineralien wächst schnell und die damit verbundenen ESG-Auswirkungen nehmen ebenfalls zu. Aber die ethischen Probleme machen nicht bei der Rohstoffindustrie halt. Bei der Herstellung von Autoteilen, der Fahrzeugmontage und der zugehörigen Energieinfrastruktur (wie etwa bei Stromversorgern und Anbietern von Ladestationen) muss sichergestellt werden, dass die Lieferkette verantwortungsvoll gesteuert und finanziert wird.

Gewinnung und Verarbeitung von Mineralien sind die wichtigsten Problemfelder …

Im gesamten Elektroauto-Ökosystem ist mit einem enormen Anstieg der Nachfrage nach sechs Mineralienarten zu rechnen: Kupfer und Aluminium (zum Beispiel für den Ausbau der Stromnetze und für die Verkabelung, Motoren und Batteriegehäuse von Elektroautos), Kobalt, Lithium und Nickel (Bestandteile von Elektroauto-Batterien) sowie Seltene Erden – eine Gruppe chemisch ähnlicher Metallelemente, die in Elektromotoren verwendet werden. Das birgt das Risiko, dass die ökologischen und sozialen Vorteile der Umstellung auf E-Fahrzeuge durch die Abfall- und Wasserverschmutzung und die hohen Emissionen, die sich aus dem verstärkten Abbau und der Verarbeitung von Mineralien ergeben, zunichtegemacht werden könnten.

… aber Elektroautos benötigen auch zahlreiche neue Technologien

Die Gewinnung und Verarbeitung von Mineralien steht am Anfang der Wertschöpfungskette von Elektrofahrzeugen. Es folgen die Herstellung von Batteriezellen (die Produktion von Stromquellen mit aufbereiteten Mineralien), die Montage von Akkus (bei der die einzelnen Zellen zu Verbundgehäusen zusammengesetzt werden) und die Herstellung der Elektrofahrzeuge selbst (einschließlich der Integration der Batterien).

Jede dieser Phasen erfordert technologische Fortschritte. Daher muss sichergestellt werden, dass die Unternehmen in jedem Glied der Lieferkette über ausreichende Forschungsressourcen verfügen und sich verpflichten, diese verantwortungsvoll einzusetzen. So wird der Volkswagen-Konzern in den nächsten fünf Jahren rund 73 Milliarden Euro für Elektrifizierung, Hybridantriebe und digitale Technologien ausgeben – weit mehr als seine europäischen Konkurrenten. Kürzlich verpflichtete sich General Motors (GM), bis 2025 35 Milliarden US-Dollar auszugeben.

Elektroauto-Zeitalter verzahnt sich mit „Automobil 2.0“

Der Übergang zu Elektroautos geht Hand in Hand mit dem umfassenderen Projekt „Automobil 2.0“ für das Zeitalter des autonomen Fahrens. Diese Initiative dürfte zu einer erheblichen Verringerung der Emissionen führen, sowohl durch einen sparsameren Einsatz der Fahrzeuge als auch durch Techniken wie „Platooning“ (kraftstoffsparende Konvois, die gleichmäßig mit konstanter Geschwindigkeit fahren). Auch die Zahl der Autounfälle und der Todesopfer dürfte sich dadurch verringern.

Aus technologischer Sicht wird „Automobil 2.0“ ein erheblich größeres Datenvolumen und eine höhere Datenverarbeitungsleistung sowie eine ausgefeiltere Software erfordern, um das „Gehirn“ der Fahrzeuge der nächsten Generation zu schaffen. Anleger müssen mit den Unternehmen zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass ihre Managementteams bereit sind, diese Vielzahl neuer Möglichkeiten zu nutzen und Obsoleszenz zu vermeiden.

Engagement fördert nachhaltige Praktiken

Unser Research und unser unternehmensweites Engagementprogramm zeigen, dass einige Unternehmen erfolgreich verantwortungsvolle Praktiken einführen und Veränderungen planen, während andere hinterherhinken. Die wiederholten Treffen mit der Geschäftsleitung zeigen uns außerdem, dass die Unternehmen auf konstruktives Engagement der Investoren positiv reagieren. Obwohl es noch ein langer Weg ist, bis wir verantwortungsbewusste Akteure in jedem Teil der Lieferkette identifizieren können, arbeiten wir weiterhin gewissenhaft daran, dieses Ziel zu erreichen und machen gute Fortschritte.

Fallstudien:

• Ein Top-Down-Ansatz für Chiles Nachhaltigkeit

Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt und hat sich ehrgeizige Ziele zur Begrenzung der Emissionen gesetzt. Das Land könnte folglich weltweit eine Vorreiterrolle bei nachhaltigen Bergbaupraktiken übernehmen. Codelco ist ein staatliches chilenisches Bergbauunternehmen und der größte Kupferproduzent der Welt.

Im Rahmen unseres Engagements beriet AllianceBernstein (AB) die chilenische Regierung Anfang 2021 zu ihrem Ziel der „Nationally Determined [Emissions] Contributions“ (NDC) und sprach sich dagegen aus, sich auf CO2-Speicher zu verlassen, um CO2-Neutralität zu erreichen. Stattdessen plädierten wir für einen beschleunigten Ausstieg aus der Kohle und nachhaltige Bergbaupraktiken. Darüber hinaus bemühten wir uns um die Verbesserung des chilenischen Netzwerks für umweltfreundliche Finanzierungen und betonten, wie wichtig es sei, jeden künftigen Rahmen an die Taxonomie der Europäischen Union (EU) anzupassen.

Darüber hinaus haben wir in den letzten Jahren direkte Gespräche mit Codelco (und anderen großen Bergbauunternehmen) über deren Dekarbonisierungspläne geführt und sie dazu angehalten, die Nachhaltigkeit ihrer Betriebe zu verbessern.

Unsere Bemühungen haben zu einem positiven Ergebnis geführt:

  • Im September 2020 stellte Codelco seine Nachhaltigkeitsziele für 2030 vor, die eine umfassende Verpflichtung zur Verringerung der Umweltverschmutzung und der CO2-Produktion sowie zur Berücksichtigung sozialer Aspekte beinhalten.
  • Im dritten Quartal 2021 veröffentlichte das Bergbauministerium die Nationalen Leitlinien für die Bergbaupolitik mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit.

Wir werden die Fortschritte bei der Umsetzung der aktualisierten NDCs Chiles weiterhin überwachen. Außerdem planen wir ein weiteres Engagement für nachhaltige Finanzierungsrahmen und andere Überlegungen zur Nachhaltigkeit.

• SQM – Nachhaltige Lithiumproduktion

SQM ist der zweitgrößte Lithiumproduzent der Welt und will seine Kapazität bis 2025 verdoppeln. Das Unternehmen genießt einen guten Ruf sowohl für seine umweltfreundliche Produktion als auch für sein Engagement zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen. So will SQM beispielsweise den Wasserverbrauch bis 2030 um 50 % senken und in seinen größten Geschäftsbereichen bis 2030 klimaneutral werden.

Im April 2021 organisierte unser gemeinsames Anleihen- und Nachhaltigkeits-Team eine Telefonkonferenz mit dem Management von SQM, um zwei wichtige Themen zu erörtern. Das Ergebnis war:

  • SQM konnte erklären, warum sein Produktionsprozess umweltfreundlich ist. Das Unternehmen verwendet ein Verdampfungsverfahren aus Solen (Salzwasser), was bedeutet, dass über 90 % des Energiebedarfs durch erneuerbare Energien – hauptsächlich Solarenergie – gedeckt wird. Die Unternehmensleitung wies darauf hin, dass Sole und Trinkwasser klar voneinander getrennt sind, und an den Standorten von SQM sind beide durch eine undurchlässige Tonbarriere voneinander getrennt. SQM versucht, die Nutzung der Sole so transparent wie möglich zu gestalten. So hat das Unternehmen eine öffentliche Website, auf der die verbrauchten Solemengen aufgeführt sind, und es kontaktiert die Umweltbehörden, wenn sich der Sole- oder Wasserstand ändert. SQM ist der Ansicht, dass diese Transparenz es den Interessengruppen ermöglicht, gut informiert zu sein, und dass sie eine Politik einschränkt, die sich negativ auf das Geschäft des Unternehmens auswirken würde.
  • Wir erörterten auch Fragen der Unternehmensführung und der Managementvergütung. SQM war in der Lage, seine Vergütungs- und Unternehmensführungsregelungen aufgrund seiner einzigartigen Aktionärsstruktur, der lokalen Gegebenheiten und seiner Wettbewerbsposition zu rechtfertigen.

Wir planen, uns im vierten Quartal 2021 erneut mit der Unternehmensleitung über Umwelt- und Unternehmensführungsthemen auszutauschen, da das Unternehmen kürzlich seinen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht in englischer Sprache veröffentlicht hat.

• VW – Ein umfassender Plan für nachhaltige Elektroautoproduktion

VW ist entschlossen, seine Produktpalette komplett auf Elektrofahrzeuge umzustellen. Das Unternehmen investiert auch in eine eigene Batterieproduktion, um in diesem wichtigen Bereich unabhängig zu sein. Diese Investition könnte VW einen Vorteil bei der Entwicklung von Kreislaufprodukten verschaffen, wobei das geplante Recycling wertvoller Mineralien ein potenzielles Unterscheidungsmerkmal zwischen Gewinnern und Verlierern in der Branche darstellt. Darüber hinaus umfasst das Pkw-Angebot von VW einige der günstigsten Modelle in der Branche, was eine breite und frühe Akzeptanz von E-Fahrzeugen fördert.

Im Juni 2019 trafen wir uns mit dem VW-Management, um die Geschäftsstrategie und ESG-Themen zu besprechen. Ein weiterer Austausch mit dem Unternehmen fand im zweiten Quartal 2020 statt, als das Unternehmen seinen grünen Finanzierungsrahmen vorstellte.

Wir konnten uns zu dem Rahmenwerk äußern und erklären, warum wir zusätzliche ESG-Daten offenlegen möchten – zum Beispiel, um das Risiko moderner Sklaverei in der Lieferkette zu bewerten. Wir lobten die Fortschritte der Unternehmensleitung bei ihrer Dekarbonisierungsstrategie und ihrer langfristigen strategischen Vision und forderten sie auf, wissenschaftsbasierte Ziele festzulegen und einen Ausblick darauf zu geben, inwieweit ihre Aktivitäten mit der EU-Taxonomie übereinstimmen werden.

Im Juni 2020 bestätigte VW dann seine Nachhaltigkeitsziele für 2030 mit den Reduktionen, die erforderlich sind, um die Erwärmung gemäß dem Pariser Klimaabkommen deutlich unter zwei Grad Celsius zu halten, und die auf der Initiative für wissenschaftsbasierte Ziele (SBTi) basieren.

Wir beabsichtigen, unseren offenen Dialog mit dem Unternehmen über die Elektroauto-Strategie fortzusetzen und die erfolgreichen Ergebnisse unseres Engagements mit VW bei unseren Treffen mit anderen Herstellern zu nutzen – insbesondere für unsere Zusammenarbeit bei den Rahmenbedingungen für grüne Anleihen.

Der Übergang zu Elektroautos erfordert grüne Finanzierungsstrukturen

Wir unterstützen auch eine verantwortungsvolle Finanzierung und ein verantwortungsvolles Management. Wir glauben, dass grüne Anleihen und nachhaltigkeitsbezogene Anleihen mit robusten Leistungsindikatoren (KPIs) den Übergang zur Elektromobilität wirksam unterstützen können, zumal die Kriterien für diese Sektoren in der EU-Taxonomie klar definiert wurden.

Wir haben bereits einige interessante Strukturen gesehen, die den Übergang zur Elektromobilität fördern (darunter die kürzlich von SQM emittierte grüne Anleihe zur Finanzierung des Ausbaus ihrer Lithium-Kapazitäten), und wir haben uns mit anderen potenziellen Emittenten in Verbindung gesetzt, um sie zu ermutigen, den Beispielen für vorbildliche Verfahren zu folgen.

Verstärktes Engagement führt zu verbesserten Ergebnissen

Die Lieferkette der Automobilindustrie ist riesig und komplex. Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge – insbesondere die besonderen Anforderungen an die Batterieherstellung und die Ladeinfrastruktur – führen zu weiteren Investitionserwägungen und Chancen aus ESG-Sicht.

Regierungen und Unternehmen sind nun bestrebt, nachhaltige Praktiken in der gesamten Lieferkette zu verankern, und wir können feststellen, dass unser Engagement eine positive Wirkung zeigt. Wir sind zuversichtlich, dass Anleger auf der ganzen Welt ihr Engagement verstärken werden, um Verbesserungen in der gesamten Automobilindustrie und bei ihren Zulieferern zu beschleunigen.

Salima Lamdouar ist Portfoliomanagerin für Sustainable Fixed Income und Patrick O’Connell ist Director für Fixed Income Responsible Investment Research, beide bei AllianceBernstein (AB).

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