Der scheinbare Widerspruch zwischen Warshs langjähriger Haltung zur Zins-Reduzierung und der Formulierung „ausreichende Liquidität“ ist weniger widersprüchlich, als es scheint.
Das begründet sich wie folgt:
- Prozess vor Geschwindigkeit: Warsh hat eine Präferenz für eine bewusstere, besser orchestrierte Reduzierung angedeutet, um Marktstörungen zu vermeiden.
- Zusammensetzung versus Größe: Die wahrscheinlichere kurzfristige Verschiebung betrifft die Zusammensetzung der Vermögenswerte. Sie könnte mehr T-Bills umfassen, anstatt eine sofortige Reduzierung der Gesamtgröße der Bilanz (geringere Duration). Aktive Vermögensverkäufe sind vorerst weniger wahrscheinlich.
- Regulatorische Beschränkungen: Die Präferenz der Banken für Reserven als hochwertige liquide Vermögenswerte unter aktuellen Regeln bedeutet, dass eine schnelle Rückkehr zu einem Niedrigreserven-Umfeld schwierig ist.
Durch die Einrichtung einer Task Force kauft Warsh im Wesentlichen Zeit, um einen neuen Rahmen zu schaffen, während er durch T-Bill-Käufe etwas Flexibilität schafft.
Der berüchtigte ‘Warsh Twist’ (Liquidität am langen Ende abbauen, die Realwirtschaft am kurzen Ende unterstützen und die Kurve den Rest erledigen lassen) materialisiert sich noch nicht.
Sein erklärtes Ziel war eine kleinere Bilanz, die ausschließlich aus Staatsanleihen besteht, was aktive Verkäufe von hypothekenbesicherten Wertpapieren impliziert, anstatt des passiven Auslaufens, dass das QE-Programm der Powell-Ära charakterisierte.
Von Sam Vereecke, CIO Fixed Income bei DPAM
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