Obwohl die Berechnungen zur bevorstehenden Entscheidung der Fed durch den inzwischen beendeten Shutdown der US-Bundesbehörden und die damit einhergehende Datenlücke erschwert wurden, hat sich der Marktpreis (ca. 85%) auf eine Zinssenkung bei der FOMC-Sitzung in der nächsten Woche festgelegt. Wir erwarten jedoch eine „hawkische Zinssenkung”, die sich in einer nicht einstimmigen Entscheidung und einer weiteren Streuung im Dot Plot, der Zusammenfassung der Wirtschaftsprognosen, widerspiegeln könnte. Dennoch gehen wir weiterhin davon aus, dass der Leitzins bis zum Ende der Amtszeit von Fed-Chef Powell im Mai auf ein neutrales Niveau (3,0 - 3,25%) sinken wird.
Ein weiterer Punkt im Zusammenhang mit der Fed betrifft die Marktpreisbildung nach Mai 2026, die nur eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte auf unter 3,0% andeutet – insbesondere angesichts der Tatsache, dass Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, als Favorit für den nächsten Fed-Vorsitzenden gilt. Sollte Hassett Fed-Vorsitzender werden und dem Wunsch der Regierung nach einer akkommodierenderen Geldpolitik folgen, würde dies die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Leitzins der Fed bis Ende 2026 auf 2,0 - 2,5% sinkt.
In einem solchen Fall besteht unser größtes wirtschaftliches Risiko für 2026 (derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 25%) in einer „Überhitzung” der Wirtschaft, bei der das reale BIP-Wachstum und die Kerninflation des PCE auf Basis von vier Quartalen auf 3,0% bzw. 4,0% steigen. Die entscheidende Variable in diesem Szenario wäre die politische Risikobereitschaft von Präsident Trump angesichts einer weiteren Inflation bei bereits hohen Preisen.
Von Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income
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