Brasilien: Bolsonaros Unterstützung seines Sohnes für die Präsidentschaft führt zur Abwertung des Real

Die Spreads von Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern sind zuletzt deutlich gesunken und liegen nahe historischer Tiefstände. Starke Risikostimmung, Kapitalzuflüsse und eine schwächere US-Währung stützen die Märkte, während 2026 stärker von selektiven Bottom-up-Chancen geprägt sein dürfte. PGIM | 12.12.2025 09:55 Uhr
Cathy Hepworth, Head of Emerging Markets Debt bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Investments
Cathy Hepworth, Head of Emerging Markets Debt bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Investments

Die Spreads für Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern verengten sich in der vergangenen Woche aufgrund des Ausverkaufs von US-Staatsanleihen, Kapitalzuflüssen, einer starken Risikostimmung und einigen länderspezifischen Entwicklungen. Mit Index-Spreads, die nun leicht unter +260 Basispunkten liegen, gab es in den letzten 15 Jahren nur vier weitere Phasen, in denen der Gesamtindex enger war (April 2010, Februar 2012, Juni 2014 und Februar 2018). Bemerkenswert war die Outperformance von Single-B-Titeln in der vergangenen Woche, insbesondere in Subsahara-Afrika, von ausgewählten CCC-Titeln und von Titeln mit geopolitischem Hintergrund, z. B. Venezuela.

Auch wenn es knapp vor Beginn des Jahres 2026 weiterhin Schwachstellen gibt, dürften Renditen, Carry und Nachfrage die Spreads im ersten Quartal stützen. Betrachtet man die Sektoren der Schwellenländer, spielen die Themen, die die Renditen und Positionierungen bisher bestimmt haben, weiterhin eine Rolle. Wenn die allgemeinen Rahmenbedingungen für Schwellenländer weiterhin günstig bleiben (Wachstum, Zinsen, US-Dollar), dürfte die Performance ordentlich bleiben. Es gibt jedoch Abwärtsrisiken. Um Tail-Risiken mit attraktiven individuellen Geschichten und selektiven Relative-Value-Chancen auszugleichen, erscheint es angemessen, weiterhin Risiken einzugehen und sich auf die Identifizierung von Bottom-up-Themen zu konzentrieren. Wir haben diese Entwicklung nach der Entscheidung der Fed Mitte der Woche beobachtet, wobei sich die risikoreicheren Elemente der EM-Sektoren gut entwickelt haben (Spreads, Zinsen und EMFX). Der USD hat nachgegeben, die EM-Zinsen sind leicht gestiegen und die Spreads im EMHY sind geringfügig enger geworden. Wir gehen davon aus, dass sich die EM-Märkte bis zum Jahresende mit einer breiteren Risikobereitschaft entwickeln werden, aber 2026 wird eine spezifischere EM-getriebene Entwicklung im Vordergrund stehen, wobei Bottom-up-Alpha-Chancen die Performance bestimmen werden.

Schwellenländerwährungen legten letzte Woche zu, wobei Lateinamerika eine Outperformance erzielten. Hochverzinsliche Währungen entwickelten sich uneinheitlich: (Der mexikanische Peso legte zu, während der kolumbianische Peso und der brasilianische Real schwächer notierten). Der brasilianische Real schwächte sich aufgrund der Nachricht ab, dass der ehemalige Präsident Bolsonaro seinen Sohn anstelle von Tarcisio unterstützt. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Lula die Wahl im nächsten Jahr gewinnen wird. Der kolumbianische Peso war letzte Woche der schlechteste Performer, offenbar aufgrund der USD-Nachfrage von Unternehmen und der Spannungen mit den USA.

Die Renditen der lokalen Märkte waren letzte Woche etwas niedriger, wobei Kolumbien eine Outperformance erzielte. Die wichtigste Nachricht war der starke Ausverkauf in Brasilien am Freitag. Wir beobachten die politischen Entwicklungen weiterhin aufmerksam, aber die Risiken eines weiteren Ausverkaufs brasilianischer lokaler Vermögenswerte haben erheblich zugenommen. Die Spreads von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern haben sich letzte Woche verengt.    

Von Cathy Hepworth, Head of Emerging Markets Debt bei PGIM Fixed Income

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