Nach Nominierung von Kevin Warsh zum Fed-Chef: Zinssenkungen werden wahrscheinlicher

Nach der Nominierung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der Federal Reserve rücken seine geldpolitischen Überzeugungen in den Fokus. Der Monetarist steht für Preisstabilität, eine kleinere Fed-Bilanz und mögliche Zinssenkungen – mit spürbaren Folgen für Zinsen, Dollar und Märkte. PGIM | 05.02.2026 12:19 Uhr
Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM
Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM

Nach der Nominierung von Kevin Warsh zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve lohnt es sich, einige Eindrücke zu seinen geldpolitischen Überzeugungen und deren möglichen Auswirkungen auf den Markt einzubeziehen. Aus einer allgemeinen Perspektive betrachtet, strebt Warsh wahrscheinlich eine Fed mit einem engen Aufgabenbereich an, der sich auf Preis- und Finanzstabilität konzentriert, im Gegensatz zu nicht-traditionellen geldpolitischen Zielen. Er gilt auch als Monetarist, der davon überzeugt ist, dass Inflation durch Gelddrucken entsteht und sich wahrscheinlich für eine Verkleinerung der Bilanzsumme der Fed einsetzen wird.

Darüber hinaus hat Warsh angedeutet, dass eine quantitative Lockerung Preissignale verzerrt, zu unüberlegten fiskalischen Ausgaben verleitet und eine kleinere Fed-Bilanz die Inflationserwartungen dämpfen würde, was der Fed eine Senkung der Leitzinsen ermöglichen würde. Die Dynamik zwischen einer kleineren Bilanz, die als Straffung der Geldpolitik angesehen werden kann, und den Erwartungen einer Lockerung der Geldpolitik durch Zinssenkungen werden Marktteilnehmer künftig genau beobachten.

Aufgrund seiner spezifischen Anlageerfahrung ist sich Warsh wahrscheinlich der institutionellen Bedeutung der Glaubwürdigkeit der Zentralbank sehr bewusst. Seit Jahren betont er das Risiko der „fiskalischen Dominanz”. Anstatt ein Zins-Falke zu sein, zeigte er sich im Vorfeld seiner Nominierung zum Fed-Vorsitzenden eher als „angebotsorientierte“ Taube. Er gilt auch als Optimist in Bezug auf künstliche Intelligenz und erwartet einen durch KI-getriebenen, disinflationären Produktivitätsboom, was die Ansicht einer Zinssenkungen bei soliden Wirtschaftswachstum stützt.

Sollte Warshs Nominierung bestätigt werden, könnte er unserer Meinung nach versuchen, den Leitzins der Fed schneller und stärker als derzeit vom Markt erwartet zu senken, d. h. auf einen Bereich zwischen 2,5% und 3,0%. Infolgedessen könnte sich die Zinsstrukturkurve weiter versteilen, während sich der jüngste Wertverlust des Dollars verlangsamen könnte.

Von Daleep Singh, Chief Global Economist und Head of Global Macroeconomic Research bei PGIM Fixed Income

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