Kerninflation fällt unter Zielwert, Abwärtsrisiken durch Energiepreisschocks ausgeglichen

Die Inflation im Euroraum blieb im Februar mit 1,9 Prozent unter dem EZB-Ziel. Energiepreise dämpften die Teuerung, während Kerninflation und Dienstleistungen leicht anzogen. Warum die Notenbank dennoch Spielraum sieht und wie sich der Zinsausblick bis 2027 verändert. PGIM | 12.03.2026 11:49 Uhr
Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Investments
Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income / © e-fundresearch.com / PGIM Investments

Die Inflation im Euroraum (EA) blieb im Februar mit 1,9% unter dem Zielwert von 2%. Ein Großteil der Schwäche ist energiebedingt, während Dienstleistungen und die Kerninflation leicht anstiegen.

Sowohl die Inflationsdaten für Januar als auch für Februar liegen leicht unter der Prognose der EZB für das erste Quartal von 1,9%.

Angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um die Energiepreisen schätzen wir die kurzfristigen Risiken derzeit als weitgehend ausgeglichen ein.

Präsidentin Lagarde betonte, dass sich „die Geldpolitik in guter Verfassung” befinde. Wir interpretieren dies so, dass die Geldpolitik bei Bedarf angepasst werden kann, etwa wenn sich die Wirtschaft der Eurozone verschlechtern sollte, ohne dass dabei das Risiko einer zu hohen Inflation besteht. Dies steht im Gegensatz zu den USA, wo die Zielkonflikte der Geldpolitik ausgeprägter sind.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten erwarten wir nun, dass die Geldpolitik für den Rest des Jahres unverändert bleibt und die Zinsen im dritten Quartal 2027 auf 2,25% steigen werden, was dem Mittelwert der neutralen Schätzung der EZB entspricht.

Von Katharine Neiss, Chief European Economist bei PGIM Fixed Income

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