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CIO Weekly Perspectives | Die Aktionäre zeigen ihre Macht

Weltweit geht die Hauptversammlungssaison 2021 allmählich zu Ende. Sie könnte ein Meilenstein für das Aktionärsengagement sein. Neuberger Berman | 15.06.2021 16:15 Uhr
© Photo by Dan Stark on Unsplash
© Photo by Dan Stark on Unsplash

Laut Bloomberg Intelligence sind in den USA bis zum 9. Juni 29 Aktionärsanträge zu Umwelt- und Sozialthemen angenommen worden. Eine klare Steigerung zu den 21 Anträgen dieser Art in der gesamten Hauptversammlungssaison 2020. Doppelt so oft wie im Vorjahr wurde verlangt, die für die staatlich vorgeschriebene Equal-Employment-Opportunity-Berichterstattung (EEO-1) erhobenen Daten zur Diversität der Mitarbeiter zu veröffentlichen. Das Center for Political Accountability weist darauf hin, dass bei S&P-500-Unternehmen 2019 keiner der 51 Anträge zu politischen Spenden angenommen wurde und die Zustimmung im Schnitt nur 28% betrug. Dagegen wurden bis zum 5. Juni dieses Jahres fünf der sieben Anträge, an denen die Organisation mitgearbeitet hatte, oft mit sehr großen Mehrheiten verabschiedet. Anfang Juni machte ein ExxonMobil-Kleinaktionär Schlagzeilen, als drei von ihm vorgeschlagene Kandidaten ins Board gewählt wurden.

Viel ist passiert

Aufgrund der turbulenten letzten 15 Monate überrascht uns das wachsende Engagement nicht.

Im Rahmen unserer Initiative NB Votes informieren wir bei vielen wichtigen Abstimmungen vorab über unser geplantes Stimmverhalten. Das betrifft neun Themenbereiche gemäß unseren Grundsätzen für Governance und Engagement: Strategie, Anreize (vor allem Managementvergütung), Unabhängigkeit des Boards, Aktionärsrechte, Kapitaleinsatz, Transparenz und Kommunikation, Risikomanagement, Umwelt und Soziales.

Jedes dieser Themen hat in den letzten Monaten für Schlagzeilen gesorgt.

Aufgrund der kurz- und langfristigen wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns haben fast alle Unternehmen weltweit Strategie, Risikomanagement und Kapitaleinsatz überdacht.

Die Pandemie und die auf einmal zahlreichen Selbstverpflichtungen von Regierungen, Unternehmen und Investoren weltweit, ihre Nettoemissionen auf null zu senken, brachten Umweltthemen auf die Tagesordnung. Die weltweiten Proteste nach dem Mord an George Floyd und die durch die Pandemie aufgedeckten Ungleichheiten bei Einkommen, Bildungschancen und Gesundheitsversorgung bewirkten Ähnliches bei sozialen Themen wie Vergütung, Anreize und Gleichbehandlung der Mitarbeiter. Auch der Arbeitsschutz ist für fast alle Unternehmen zu einem drängenden Thema geworden, nicht nur für Firmen aus den als gefährlich geltenden Branchen.

Immer mehr Investoren bestehen nicht nur auf der Unabhängigkeit der Boards, sondern fordern auch mehr Diversität und Inklusion. Vor allem in den USA, wo das Reputationsrisiko so wichtig ist, verlangen sie offene Informationen über Lobbying und politische Spenden. Sie reagieren damit auf den Sturm auf das Capitol, die unbegründeten Manipulationsvorwürfe nach den Präsidentschaftswahlen und den immer heftigeren Streit um die Wählerregistrierung.

Engagement

Viele dieser Themen standen in den diesjährigen Hauptversammlungen auf der Tagesordnung. Wir haben viele Unternehmen gedrängt, hier mehr zu tun, und Firmen unterstützt, die wir in ihren Sektoren für führend halten.

Wir stimmten für die Boards von Waste Connections und Home Depot und würdigten ihre Bemühungen um gerechtere Löhne und Sozialleistungen sowie einen besseren Arbeitsschutz für ihre Mitarbeiter mit Kundenkontakt während der Pandemie. Bei Chartwell Retirement Residences stimmten wir hingegen gegen das Board und für einen Aktionärsantrag, der bessere Informationen über die Arbeitspraxis forderte. Damit reagierten wir auf die hohen Coronarisiken beim größten Seniorenwohnheimbetreiber Kanadas.

Beim wichtigen Governance-Thema Diversität und Erfahrungsvielfalt im Board hielten wir den Versicherungskonzern Progressive Corporation für führend. Hier ist das Board paritätisch besetzt, während bei S&P-500-Unternehmen im Schnitt nur 28% der Plätze mit Frauen besetzt sind. 17% der Boardmitglieder gehören ethnischen Minderheiten an. Den Vorsitz führt eine Frau, und die Vielfalt im Board hat auch Auswirkungen auf die Auswahl leitender Manager. Die Versicherung möchte nicht nur ein vielfältiges Board, sondern auch eine vielfältige Führung. Bei First Solar lehnten wir das Board hingegen ab, da hier keine Minderheiten vertreten sind. Wir unterstützten stattdessen einen Aktionärsantrag, der bessere Informationen über die Suche nach Kandidaten mit unterschiedlichen Hintergründen forderte. Bei Union Pacific stimmten wir für einen Antrag, der eine Offenlegung des EEO-1-Reportings forderte. Er erhielt 86% Zustimmung.

Bei unseren Bemühungen um aktionärsfreundliche Vergütungen und Anreize lehnten wir die Pakete für das leitende Management häufig ab. Beispiele sind General Electric, Heineken, AmerisourceBergen und die Einzelhandelsgruppe X5 aus Russland.

Bei Netflix stimmten wir einem Aktionärsantrag zur Berichterstattung über politische Spenden zu, bei Charter Communications einem Antrag zu Lobbying-Aktivitäten. Bei unseren Bemühungen um mehr Offenheit bei Umweltrisiken stimmten wir bei Berkshire Hathaway, Phillips 66 und Caterpillar für Aktionärsanträge mit dem Ziel einer besseren Emissionsberichterstattung. Caterpillar wurde auch aufgefordert, die Berichterstattung den Standards der Task Force on Climate-related Financial Disclosures anzupassen.

Transparenz und Einfluss

In der aktuellen Hauptversammlungssaison stellten wir uns aber nicht nur bei schlagzeilenträchtigen Themen gegen die Boards. Meist ging es um klassische, aber nicht minder wichtige Dinge. Wir lehnten Boardkandidaten ab, die nicht unabhängig genug waren, und unterstützten bei Alphabet/Google einen Antrag mit dem Ziel, Aktienklassen mit unterschiedlichen Stimmrechten abzuschaffen. In Japan wandten wir uns bei Asics gegen einen unnötigen Schutz vor Übernahmen – die „Giftpille“ – und drängten Daiwa Industries, die enormen Barmittelbestände abzubauen.

Die Einflussnahme auf Unternehmen und Boards hielten wir schon immer für einen wichtigen Teil des aktiven Managements und eine Mehrwertquelle für unsere Kunden. Da durch mehr Indexfonds und ETFs der Anteil passiver Investoren bei fast allen Unternehmen gestiegen ist, halten wir es als aktive Eigentümer mit der nötigen Erfahrung und dem Urteilsvermögen zur Bewertung der Geschäftsleitungen für wichtiger denn je, bei Corporate-Governance-Themen voranzugehen. Mit unserer Initiative NB Votes wollen wir dies auch der Öffentlichkeit mitteilen, nicht zuletzt, um andere Aktionäre zu einem ähnlich kooperativen, transparenten Ansatz zu ermutigen.

Die Entwicklungen des Jahres 2020 könnten sich als wichtiger Meilenstein erweisen. Zweifellos haben sie den Aktionären noch deutlicher gezeigt, wie viele versteckte Risiken es in ihren Portfoliounternehmen geben kann. Sie verlangen deshalb mehr Transparenz und Möglichkeiten der Einflussnahme.

Es scheint, als habe eine neue Ära des Aktionärsengagements begonnen.

Joseph V. Amato, President und Chief Investment Officer – Equities, Neuberger Berman

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