CoCos bleiben stabil: Was den Markt für Nachranganleihen derzeit bewegt

Nachrangige Anleihen zeigten sich im August weitgehend stabil, doch französische AT1- und RT1-Papiere gerieten unter Druck. Crédit Mutuel Asset Management analysiert die Entwicklung bei CoCos und Unternehmenshybriden sowie die Debatte um strengere Kapitalanforderungen für die UBS. La Française Systematic Asset Management | 10.09.2026 14:38 Uhr
Paul Gurzal, Co-Head of Fixed Income und Jérémie Boudinet, Head of Financial and Subordinated Debt, Crédit Mutuel Asset Management / © e-fundresearch.com / La Française AM
Paul Gurzal, Co-Head of Fixed Income und Jérémie Boudinet, Head of Financial and Subordinated Debt, Crédit Mutuel Asset Management / © e-fundresearch.com / La Française AM

Bei nachrangigen Anleihen verlief der August hinsichtlich Handelsaktivität und Spread-Schwankungen eher ruhig, trotz eines erneuten Anstiegs der Staatsanleihezinsen. Gegen Monatsende kam es jedoch zu einer höheren Volatilität, wobei sich die Spreads für französische Nachrang-Anleihen, insbesondere AT1- und RT1-Anleihen, ausweiteten. Diese folgten damit den Bankaktien, die unter erneuten Befürchtungen angesichts der französischen Haushaltsdefizitentwicklung und des bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfs 2027 litten. Im August entwickelten sich die Tier-2-Anleihen europäischer Versicherer aufgrund ihrer höheren Anleihensensitivität unterdurchschnittlich (-0,4 % im Monatsverlauf), während CoCos mit +0,2 % stabil blieben und erneut besser abschnitten als andere Nachrangsegmente (Bloomberg-Indizes).

Die Aktivitäten am Sekundärmarkt waren vor der letzten Woche des Monats sehr begrenzt, während der Primärmarkt hauptsächlich von Emissionen hybrider Unternehmensanleihen geprägt war. Dieses Segment zieht weiterhin neue Unternehmen an, darunter den Schweizer Chemiekonzern Sika, der zwei Tranchen emittierte, den Telekommunikationsanbieter Swisscom sowie Tennet Deutschland, das ebenfalls zwei Tranchen emittierte (ein vom niederländischen Teil des Versorgungskonzerns getrennter Emittent). Auch die Deutsche Börse emittierte ein neues Wertpapier, insgesamt war die Nachfrage sehr stark, insbesondere bei Sika, wo das Orderbuch für die im Mai 2035 fällige Tranche um das Zehnfache überzeichnet war. Mit einem Emissionsvolumen von über 44 Milliarden Euro seit Jahresbeginn haben die Hybridemissionen bereits das gesamte Emissionsvolumen des gesamten Jahres 2025 übertroffen. Im Bereich der nachrangigen Finanztitel war es ruhiger, wobei wir jedoch einige französische Emissionen erwähnen möchten (Tier-2-Anleihen von BFCM und La Mondiale, USD-AT1-Anleihen von BNP Paribas).

Die rechtliche Auseinandersetzung um die Kapitalanforderungen der UBS geht weiter

Während der Schweizer Bundesrat von der UBS verlangt, ihre Auslandsbeteiligungen zu 100 % mit CET1-Kapital zu decken, fordert eine Kommission, dass 50 % dieses Bedarfs durch AT1-Kapital gedeckt werden, was einem zusätzlichen Emissionsbedarf von 13 Milliarden US-Dollar (verteilt über 7 Jahre) entspräche. Die Kommission möchte zudem die Vorschriften hinsichtlich Kündigungen, Kuponzahlungen und Verlustrücklagen im Falle der Nichteinhaltung aufsichtsrechtlicher Anforderungen verschärfen. Diese Vorschläge werden in den kommenden Monaten weiter diskutiert und sicherlich noch modifiziert werden. Wir gehen jedoch davon aus, dass es für die UBS schwierig sein wird, eine Verschärfung einiger dieser Vorschriften zu vermeiden. Diese Änderungen werden keine Auswirkungen auf andere AT1-Anleihen als die der UBS haben, und wir sehen keine „Übertragbarkeit“ auf die Anlageklasse insgesamt.

Von Paul Gurzal, Co-Head of Fixed Income und Jérémie Boudinet, Head of Financial and Subordinated Debt, Crédit Mutuel Asset Management

Weitere beliebte Meldungen:

Quelle: Bloomberg, Zahlen Stand Ende August 2026 

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.