Bei nachrangigen Anleihen verlief der August hinsichtlich Handelsaktivität und Spread-Schwankungen eher ruhig, trotz eines erneuten Anstiegs der Staatsanleihezinsen. Gegen Monatsende kam es jedoch zu einer höheren Volatilität, wobei sich die Spreads für französische Nachrang-Anleihen, insbesondere AT1- und RT1-Anleihen, ausweiteten. Diese folgten damit den Bankaktien, die unter erneuten Befürchtungen angesichts der französischen Haushaltsdefizitentwicklung und des bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampfs 2027 litten. Im August entwickelten sich die Tier-2-Anleihen europäischer Versicherer aufgrund ihrer höheren Anleihensensitivität unterdurchschnittlich (-0,4 % im Monatsverlauf), während CoCos mit +0,2 % stabil blieben und erneut besser abschnitten als andere Nachrangsegmente (Bloomberg-Indizes).
Die Aktivitäten am Sekundärmarkt waren vor der letzten Woche des Monats sehr begrenzt, während der Primärmarkt hauptsächlich von Emissionen hybrider Unternehmensanleihen geprägt war. Dieses Segment zieht weiterhin neue Unternehmen an, darunter den Schweizer Chemiekonzern Sika, der zwei Tranchen emittierte, den Telekommunikationsanbieter Swisscom sowie Tennet Deutschland, das ebenfalls zwei Tranchen emittierte (ein vom niederländischen Teil des Versorgungskonzerns getrennter Emittent). Auch die Deutsche Börse emittierte ein neues Wertpapier, insgesamt war die Nachfrage sehr stark, insbesondere bei Sika, wo das Orderbuch für die im Mai 2035 fällige Tranche um das Zehnfache überzeichnet war. Mit einem Emissionsvolumen von über 44 Milliarden Euro seit Jahresbeginn haben die Hybridemissionen bereits das gesamte Emissionsvolumen des gesamten Jahres 2025 übertroffen. Im Bereich der nachrangigen Finanztitel war es ruhiger, wobei wir jedoch einige französische Emissionen erwähnen möchten (Tier-2-Anleihen von BFCM und La Mondiale, USD-AT1-Anleihen von BNP Paribas).
Die rechtliche Auseinandersetzung um die Kapitalanforderungen der UBS geht weiter
Während der Schweizer Bundesrat von der UBS verlangt, ihre Auslandsbeteiligungen zu 100 % mit CET1-Kapital zu decken, fordert eine Kommission, dass 50 % dieses Bedarfs durch AT1-Kapital gedeckt werden, was einem zusätzlichen Emissionsbedarf von 13 Milliarden US-Dollar (verteilt über 7 Jahre) entspräche. Die Kommission möchte zudem die Vorschriften hinsichtlich Kündigungen, Kuponzahlungen und Verlustrücklagen im Falle der Nichteinhaltung aufsichtsrechtlicher Anforderungen verschärfen. Diese Vorschläge werden in den kommenden Monaten weiter diskutiert und sicherlich noch modifiziert werden. Wir gehen jedoch davon aus, dass es für die UBS schwierig sein wird, eine Verschärfung einiger dieser Vorschriften zu vermeiden. Diese Änderungen werden keine Auswirkungen auf andere AT1-Anleihen als die der UBS haben, und wir sehen keine „Übertragbarkeit“ auf die Anlageklasse insgesamt.
Von Paul Gurzal, Co-Head of Fixed Income und Jérémie Boudinet, Head of Financial and Subordinated Debt, Crédit Mutuel Asset Management
Weitere beliebte Meldungen:
Quelle: Bloomberg, Zahlen Stand Ende August 2026