Der Anleihemarkt atmete am Dienstag auf, als die VPI-Inflationszahlen der USA etwas schwächer als erwartet ausfielen. Aufgrund des US-Regierungsshutdowns im Oktober und November waren dies die ersten unverfälschten Inflationszahlen seit September.
Beim Gesamt-Verbraucherpreisindex erwartete der Markt einen Wert von etwa 0,40% – tatsächlich lag er jedoch bei 0,31%, sodass der Jahreswert auf 2,65% sank. Dies ist der niedrigste Jahreswert seit Mai 2025. Beim Kern-VPI lag die Markterwartung mit 0,35% etwas niedriger - tatsächlich lag er jedoch bei 0,24%, sodass der Wert im Jahresvergleich bei 2,6% blieb. Ein Signal für den Markt, dass die Inflation weiter sinkt, wenn auch in einem eher schleppenden Tempo.
Zwar gab es einen Anstieg des geschätzten Mietwerts von Eigentümerwohnungen (Owner's Equivalent Rent, OER) auf 0,31% – allerdings nach drei Monaten extrem niedriger interpolierter Werte aufgrund fehlender Daten während des Shutdowns. Dadurch sank der Jahresvergleichswert auf 3,3%, den niedrigsten Stand seit Oktober 2021. Wir gehen davon aus, dass die OER angesichts der aktuellen Schwäche des Immobilienmarktes weiter sinken und damit zu einem anhaltend niedrigeren Gesamtinflationswert führen wird.
Die Zinssätze stiegen zunächst aufgrund dieser Nachricht an, sind seitdem jedoch wieder gefallen und bleiben über die gesamte Zinsstrukturkurve hinweg nahezu unverändert. Wir glauben, dass der Markt verstanden hat, dass eine Zinssenkung im Januar nun vom Tisch ist, und auf weitere Wirtschaftsdaten wartet, bevor größere Schlussfolgerungen gezogen werden. So fallen beispielsweise die Inflationsdaten für Januar aufgrund des Jahreswechsels oft hoch aus.
Unterm Strich zeigt der Anleihemarkt nichts wirklich Überraschendes. Bleiben wir also ruhig, geduldig und warten wir ab, was andere, nicht verfälschte Daten sagen, bevor wir unsere Gesamtprognosen ändern.
Von John Kerschner, Global Head of Securitised Products, Janus Henderson Investors
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