Dividenden und Aktienrückkäufe: Technologie wird zum neuen Ausschüttungsmotor

Janus Henderson zeigt im Global Dividend and Buyback Index: Weltweite Aktienrückkäufe stiegen im zweiten Quartal 2026 um 26,8 % auf 572 Mrd. US-Dollar. Technologie treibt den Boom, Dividenden bleiben robust. Deutschland ist Europas zweitgrößter Dividendenzahler. Janus Henderson Investors | 15.09.2026 11:51 Uhr
Daniela Brogt Head of Client Group für Deutschland und Österreich bei Janus Henderson und Jane Shoemake, Equities CPM Lead, EMEA, bei Janus Henderson / © e-fundresearch.com / Janus Henderson
Daniela Brogt Head of Client Group für Deutschland und Österreich bei Janus Henderson und Jane Shoemake, Equities CPM Lead, EMEA, bei Janus Henderson / © e-fundresearch.com / Janus Henderson

Laut dem aktuellen „Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index“ stiegen die weltweiten Aktienrückkäufe im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,8 % auf 572,0 Mrd. US-Dollar. Grund dafür war die gestiegene Profitabilität von Technologie- und Finanzunternehmen.

Der Technologiesektor stand im Mittelpunkt dieses Anstiegs und überholte den Finanzsektor als weltweit größte Quelle für Aktienrückkäufe: Unternehmen kauften im Quartal Aktien im Wert von 121,1 Mrd. US-Dollar zurück. Die starke Profitabilität hat es führenden Technologieunternehmen bislang ermöglicht, erhebliche Aktionärsrenditen mit steigenden Investitionen in die KI-Infrastruktur, einschließlich Rechenzentren und Rechenkapazitäten, zu verbinden. Der Technologiesektor verzeichnete mit 23,5 % auch das schnellste bereinigte Dividendenwachstum aller Branchen und zahlte Dividenden in Höhe von insgesamt 70,5 Mrd. US-Dollar aus.

Auch die weltweiten Dividenden zeigten sich weiterhin robust und erreichten im zweiten Quartal 757,8 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte Dividendenwachstum betrug 7,3 %, und in allen vom Index erfassten Regionen wurde ein positives bereinigtes Wachstum verzeichnet. Das Gesamtwachstum fiel mit 3,2 % geringer aus, was größtenteils auf Timing-Effekte bei den Auszahlungen zurückzuführen war.

Finanzsektor bleibt wichtige Quelle für Aktionärsrenditen

Der Finanzsektor spielte weiterhin eine zentrale Rolle bei den globalen Kapitalrenditen, wobei die Banken nach Jahren der Erholung ihre Dividenden wieder auf ein normaleres historisches Niveau anpassten und zunehmend Aktienrückkäufe nutzten, um zusätzliches überschüssiges Kapital auszuschütten. Der Sektor leistete mit einer Ausschüttung von 239,7 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal und einem bereinigten Wachstum von 8,1 % weiterhin den größten Beitrag zu den Dividenden.

Dieser Trend zeigte sich besonders deutlich in Großbritannien, wo die im Index vertretenen Unternehmen Dividenden in Höhe von 39,5 Mrd. US-Dollar ausschütteten. Das Wachstum lag bei 14,6 % und damit deutlich über der globalen Rate, wobei die Banken den Anstieg anführten.

Druck auf europäischen Konsum offenbart eher strukturelle Herausforderung

Europa (ohne Großbritannien) war im zweiten Quartal mit Ausschüttungen in Höhe von 242,3 Mrd. US-Dollar der größte regionale Dividendenzahler. Dies spiegelt die saisonale Konzentration der europäischen Dividenden im zweiten Quartal wider. Das Wachstum fiel mit 3,2 % jedoch eher verhalten aus, verglichen mit einem stärkeren Wachstum in Märkten wie Großbritannien, Japan und Nordamerika.

Die schwache Konsumnachfrage macht sich in Teilen des europäischen Marktes zunehmend bemerkbar, insbesondere bei den Automobilherstellern. Die nachlassende Nachfrage wird durch den wachsenden Wettbewerb seitens chinesischer Hersteller von Elektrofahrzeugen noch verstärkt, was für die europäischen Automobilhersteller eine eher strukturelle Herausforderung darstellt.

Deutschland zweitgrößter Dividendenzahler Europas

Das Volumen der Dividendenausschüttungen in Deutschland belief sich im zweiten Quartal auf 51,3 Milliarden US-Dollar, womit Deutschland der zweitgrößte nationale Markt auf dem Kontinent war. Der bereinigte Wert der Dividenden stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 %.

„Finanzdienstleister wie die Allianz SE und die Deutsche Bank trugen zum bereinigten Dividendenwachstum in Deutschland bei. Die Deutsche Bank erhöhte ihre Dividende pro Aktie von 0,68 Euro im zweiten Quartal 2025 auf 1,00 Euro im zweiten Quartal 2026. Die robuste Profitabilität der letzten Jahre, bedingt durch hohe Zinssätze und eine starke Performance im Private-Banking-Geschäft, führte zu einer kontinuierlichen Steigerung der Dividendenrenditen,“ ergänzt Daniela Brogt Head of Client Group für Deutschland und Österreich bei Janus Henderson.

Diese Stärke wurde jedoch durch einen Rückgang der von den Automobilherstellern ausgeschütteten Dividenden im Vergleich zum Vorjahr beeinträchtigt, was das Gesamtwachstum belastete. „Volkswagen und Mercedes-Benz verzeichneten angesichts des harten Wettbewerbs durch inländische Hersteller einen Umsatzrückgang auf dem chinesischen Automobilmarkt und senkten beide ihre Dividenden pro Aktie im Vergleich zum zweiten Quartal 2025,“ erklärt Daniela Brogt.

Deutschland schüttete 6,8 Milliarden US-Dollar in Form von Aktienrückkäufen aus und leistete damit den größten Beitrag zum Gesamtergebnis der Region Europa.

Ausblick auf das restliche Jahr

Janus Henderson prognostiziert für 2026 ein weltweites Dividendenwachstum zwischen 5 und 6 %, während bei den Aktienrückkäufen ein Anstieg von rund 7 bis 8 % erwartet wird.

Die Aussichten für Dividenden werden weiterhin durch robuste Unternehmensgewinne und eine starke Cash-Generierung im Finanz- und Technologiesektor gestützt. Dividenden sind nach wie vor vergleichsweise gut abgesichert, da Unternehmen grundsätzlich großen Wert auf die Fortführung regelmäßiger Ausschüttungen legen, selbst wenn sich das wirtschaftliche Umfeld verschlechtert.

Jane Shoemake, Equities CPM Lead, EMEA, bei Janus Henderson, sagt: „Wir beobachten einen Wandel in der Art und Weise, wie Unternehmen über die Kapitalrückführung denken. Dividenden bleiben zwar eine wichtige langfristige Verpflichtung, doch Aktienrückkäufe geben den Managementteams viel mehr Spielraum, um auf sich ändernde Prioritäten zu reagieren. Diese Flexibilität ist besonders wichtig im Technologiesektor, wo das Ausmaß der Investitionen in KI die Unternehmen dazu zwingt, die Renditen für die Aktionäre mit erheblichen Kapitalanforderungen in Einklang zu bringen. Da diese Investitionsanforderungen steigen, dürften Aktienrückkäufe der erste Hebel sein, den Unternehmen anpassen, und nicht die regulären Dividenden.

Genau diese Unterscheidung hilft dabei, die Entwicklungen im Finanzsektor zu erklären. Die Banken haben Jahre damit verbracht, ihre Dividendenbasis wieder aufzubauen, und nutzen nun zunehmend Aktienrückkäufe, um überschüssiges Kapital an die Aktionäre zurückzugeben, ohne sich dabei zu dauerhaft höheren Ausschüttungen verpflichten zu müssen. Allgemeiner betrachtet entwickelt sich der Markt zu einem deutlich selektiveren Umfeld, in dem starke Gewinne zwar weiterhin die Renditen für die Aktionäre stützen. Woher dieses Wachstum jedoch stammt, hängt von den strukturellen und wettbewerblichen Kräften ab, denen die einzelnen Sektoren ausgesetzt sind.“  

Die vollständigen Ergebnisse und Analysen des Reports finden Sie hier: Janus Henderson Global Dividend and Buyback Index

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