USA: Nachlassender Konsum trübt die Wachstumsaussichten

Die US-Wirtschaft startet schwächer als erwartet ins Jahr 2026: Der Konsum verliert an Dynamik, Inflation und Zölle belasten die Ausgaben, und die Sparquote sinkt. Warum die Abwärtsrisiken für die BIP-Prognose zunehmen und worauf Ökonomen jetzt besonders achten. Generali Investments | 20.04.2026 13:47 Uhr
Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments

Unsere Prognose für das BIP-Wachstum der USA im Jahr 2026 liegt bei 2,3% und stützt sich – nach dem schwachen vierten Quartal des Vorjahres, das durch den Regierungsstillstand beeinträchtigt war – auf eine kräftige Erholung im ersten Quartal. Aktuelle Daten bestätigen eine solche solide Erholung bislang noch nicht. In den drei Monaten bis Februar stiegen die realen Konsumausgaben im Jahresvergleich nur um 2,1% und lagen damit deutlich unter den über 3%, die zu Beginn des vergangenen Jahres verzeichnet wurden. Der Konsum dürfte im ersten Quartal annualisiert nur um 1% steigen.

Der Rückgang macht sich am deutlichsten bei den Waren bemerkbar, was auf den durch Zölle verursachten Preisdruck zurückzuführen ist. Angesichts stagnierender Realeinkommen wurden die Ausgaben größtenteils durch einen Rückgang der Ersparnisse finanziert – die Sparquote sank im Februar auf 4% und erreichte damit den niedrigsten Stand seit über drei Jahren. Das Verbrauchervertrauen hat sich seit dem Golfkrieg weiter abgeschwächt, auch wenn die Stimmung nach der Pandemie kein verlässlicher Indikator für die tatsächlichen Ausgaben ist.

Mit Blick auf die Zukunft werden der Inflationsanstieg im März und die voraussichtlich hohen Inflationswerte in den kommenden Monaten die Ausgaben dämpfen – insbesondere bei den Nicht-Basiskonsumgütern. Steuerrückerstattungen könnten zwar eine leichte Entlastung bringen, werden die höheren Kraftstoffkosten jedoch kaum ausgleichen und vor allem einkommensstarken Haushalten zugutekommen, die eine geringere Konsumneigung aufweisen.

Angesichts der historisch niedrigen Entlassungszahlen und der soliden Haushaltsbilanzen erscheint ein Einbruch des Konsums unwahrscheinlich. Stattdessen erwarten wir eine allmähliche Verlangsamung, wobei sich das Konsumwachstum von 2,7% im Jahr 2025 auf etwa 1,7% in diesem Jahr abschwächen dürfte. Die unerwartete Schwäche des Konsums im ersten Quartal und die gemischten Auftragsdaten bedeuten, dass die Abwärtsrisiken für unsere Wachstumsprognose zunehmen.

Von Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments

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