Emerging Markets Aktien: Generali Investments sieht neue Chancen

Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments, sieht Schwellenländer trotz Iran-Konflikt im Vorteil: Emerging Markets profitieren von KI, Industrieinvestitionen, attraktiven Bewertungen und einem schwächeren Dollar. Generali Investments | 27.05.2026 09:27 Uhr
Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments / © Generali Investments
Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments / © Generali Investments

Seit Beginn des Iran-Konflikts haben sich Aktien aus Schwellenländern vollständig erholt und sind auf Basis der Total Return-Rendite um 5,3% gestiegen. Die Gewinnrevisionen (EPS) haben sich trotz geopolitischer Spannungen verbessert, was die makroökonomische Widerstandsfähigkeit sowie durch KI-getriebene Ergebnisse widerspiegelt. Über die KI hinaus profitieren die Schwellenländer von breiteren industriellen Themen – erneuerbare Energien, Energiesicherheit und Verteidigung –, insbesondere in Asien (82% des MSCI EM), was die industriellen Investitionsausgaben und – über die Faktoren Beschäftigungs- und Lohnwachstum – auch den Konsum stützen dürfte.

Die Bewertungen bleiben attraktiv: Die Marktmultiplikatoren der Schwellenländer notieren mit einem Abschlag gegenüber Europa und den USA (7% bzw. 20%). Insbesondere liegt das KGV der Schwellenländer im Vergleich zum MSCI World 1,4 Standardabweichungen unter seinem langfristigen Durchschnitt seit 2001. Bereinigt man das KGV um das erwartete langfristige EPS-Wachstum und zusätzlich um das Verhältnis Kapitalkosten zu Eigenkapitalrendite (COE/ROE), bleiben die Schwellenländer attraktiv: Das bereinigte Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (PEG) der Schwellenländer liegt bei 0,9 gegenüber 1,3 für die USA und 1,6 für den Euroraum. In unserem Länder-Composite-Bewertungsansatz belegen die Schwellenländer, der Euroraum und die USA die Plätze 5, 29 bzw. 41.

Eine weitere geopolitische Eskalation könnte sich kurzfristig sowohl auf die Schwellenländer als auch auf die EU negativ auswirken. In einem günstigeren Szenario dürften die Schwellenländer jedoch von einem stärkeren Gewinnwachstum, einer deutlichen Unterbewertung und einem schwächeren Dollar profitieren. Innerhalb der Schwellenländer bevorzugen wir ausgewählte Märkte, in denen bestimmte Faktoren – Bewertung, KI-Engagement oder politische Unterstützung – zum Tragen kommen: Brasilien (das zudem vom Ölpreis profitiert), China/chinesische IT-Unternehmen, Korea und Polen.

von Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments 

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