Das FOMC schlug einen deutlich restriktiveren Kurs ein. Drei Mitglieder sprachen sich gegen die Beibehaltung der lockeren Geldpolitik aus und Vorsitzender Powell räumte ein, dass der Ausschuss zu einer neutraleren Haltung übergeht; eine solche Wende könnte bereits bei der Sitzung im Juni eintreten.
Die Binnennachfrage wächst weiterhin kräftig und unterstreicht damit die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft. Doch die Unsicherheit über die Dauer des Golfkriegs und dessen wirtschaftliche Folgen verschärfen die hartnäckige Inflation sowie das prekäre Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt, das durch die Politik des „No Hire, No Fire“ gekennzeichnet ist. Die Fed befindet sich weiterhin „in einer guten Position“ und sieht keine Notwendigkeit, Entscheidungen zu überstürzen.
Powell erklärte, er werde sein Amt im Vorstand nicht niederlegen, bis die Ermittlungen des Justizministeriums zu einem transparenten Ergebnis geführt hätten – was erneut Bedenken hinsichtlich anhaltender politischer Angriffe auf die Fed aufkommen ließ.
Dieser Kurswechsel in Richtung einer restriktiveren Geldpolitik wird den Amtsantritt von Kevin Warsh (dessen Ernennung heute vom Bankenausschuss des Senats bestätigt wurde) erschweren. In unserem Basisszenario gehen wir weiterhin von einer Zinssenkung im Dezember aus (aufgrund einer etwas weniger optimistischen Konjunktureinschätzung) doch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu keiner Zinssenkung kommt, ist deutlich gestiegen.
Von Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments
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