Trotz der jüngsten Kursrallye und der erneuten Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran bleiben wir bei unserer Übergewichtung in Aktien, wenn auch weniger aggressiv, und behalten dabei unseren Fokus auf zyklische Sektoren bei. Die Gewinnentwicklung (EPS) ist weiterhin positiv und wird durch robuste Fundamentaldaten der Unternehmen, widerstandsfähige Margen, eingedämmte Arbeitskosten und KI-getriebene Produktivitätssteigerungen gestützt.
Das zweite Quartal dürfte eine weitere starke Berichtssaison bringen. In den USA wird ein EPS-Wachstum im hohen 20-Prozent-Bereich im Jahresvergleich erwartet, das vor allem vom Technologiesektor getragen wird. Der Rest des Index trägt rund 9 Prozentpunkte zum Wachstum bei. Die ersten Prognosen fielen ungewöhnlich positiv aus und deuten auf solide Ergebnisse hin, wenngleich positive Überraschungen angesichts der hohen Erwartungen begrenzt sein dürften.
In Europa beschleunigt sich das EPS-Wachstum im zweiten Quartal auf 12 bis 14% im Jahresvergleich. Dies spiegelt anhaltende Aufwärtskorrekturen wider und lässt Raum für moderate positive Überraschungen. Wichtig ist, dass sich die Aufwärtskorrekturen in der EU über die Sektoren Energie und Technologie hinaus auf Industrie, Rohstoffe und Banken ausweiten. Dies deutet auf einen gesünderen Gewinnzyklus hin.
Mit Blick auf die Zukunft dürfte der Gewinn pro Aktie in der EU von einer allmählichen wirtschaftlichen Erholung in der zweiten Jahreshälfte sowie von Deutschlands wachstumsorientierter Politik profitieren. Diese umfasst fiskalische Anreize, Infrastrukturausgaben und Strukturreformen und könnte die Stimmung der Unternehmen sowie das langfristige Potenzial der Wirtschaft etwas anheben. Allerdings könnte die Eskalation im Iran am Wochenende die Risikobereitschaft kurzfristig weiter schwächen.
Von Michele Morganti, Senior Equity Strategist bei Generali Investments
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