Die US-Verbraucherpreise sind im März zum Vormonat stark um 0,9% gestiegen. Die jährliche Inflationsrate legte damit deutlich auf 3,3% zu (Februar: 2,4%). Verantwortlich war der enorme Anstieg der Benzinpreise, die im Monatsverlauf um 35% und damit sogar stärker als in Europa und Deutschland gestiegen sind. Dadurch erhöhten sich die Energiepreise im März insgesamt um 10,9%. Ohne die volatilen Komponenten von Energie und Nahrungsmitteln lag der monatliche Preisauftrieb bei Gütern und Dienstleistungen bei moderaten 0,2%. Die Kerninflationsrate legte damit nur leicht 2,6% (Februar: 2,5%). Dabei haben die Transportpreise zwar etwas stärker zugelegt als im Durchschnitt der Vormonate. Die unmittelbaren Ansteckungen von weiteren Bereichen der Lebenshaltungskosten durch die Energiepreise sind im März aber gering ausgefallen. Wie in den Vormonaten zeigen die Preisdaten nur moderate Effekte der Importzölle.
Aussichten für Anleger
Die Märzdaten zur Inflation wurden von der FED und sicher auch der Trump-Administration mit Sorge erwartet. Der starke Anstieg der Verbraucherpreise zum Vormonat setzt die Politik aber stärker unter Druck als die Notenbank. Denn die relativ stabile Entwicklung der Kerninflation und der Inflationserwartungen spricht klar für eine weiter abwartende Haltung der FED. Die Argumente für Zinsanhebungen sind derzeit noch ähnlich schwach wie die Argumente für Zinssenkungen. Für die Trump-Administration erhöhen die Daten dagegen den Druck, einen raschen Ausstieg aus dem Iran-Krieg zu finden, deutlich. Denn die Erosion der Kaufkraft durch den Benzinpreisanstieg nagt an den ohnehin abwärts gerichteten Zustimmungswerten der Regierung und des Präsidenten. Zudem stellen die Märzdaten das Narrativ in Frage, dass vor allem die europäischen und asiatischen Länder einen ökonomischen Anreiz zur Öffnung der Straße von Hormus haben.
Von Dr. Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz
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