Marktstimmung: Der Markt war zwar in gewisser Weise auf zusätzliche Zölle vorbereitet, doch der Zeitpunkt und das Ausmaß waren unerwartet. Dies verschlechtert die ohnehin schon schwache Stimmung der europäischen Verbraucher für hochpreisige Autos. Wir gehen davon aus, dass die Margen der europäischen Autohersteller in diesem Jahr und wahrscheinlich bis 2026 unter Druck bleiben werden.
Marktpositionierung: Nicht alle europäischen Autoanleihen werden gleichermaßen betroffen sein. Es wird erwartet, dass deutsche Hersteller, die in hohem Maße von US-Exporten abhängig sind, von Anlegern genauer unter die Lupe genommen werden. Im Gegensatz dazu könnten Unternehmen, die weniger vom US-Markt abhängig sind, Investitionsmöglichkeiten bieten. Wir rechnen mit einer zunehmenden Divergenz in der Performance einzelner europäischer Autoanleihen.
Zusätzliche Herausforderungen: Diese Zölle müssen im breiteren Kontext der bestehenden Herausforderungen im Automobilsektor betrachtet werden. Chinesische Hersteller mischen den Markt mit niedrigen Preisen und fortschrittlichen Technologien auf, um im Ausland zu expandieren. Darüber hinaus stehen europäische Hersteller aufgrund der verhaltenen Verbrauchernachfrage, des Preisdrucks, der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen und der strengen EU-Emissionsvorschriften unter Margendruck.
Technische Positionierung: Eine interessante Dynamik, die es zu beobachten gilt, ist das Emissionsvolumen der US-amerikanischen Autohersteller auf dem Euro-Anleihemarkt. Es bleibt abzuwarten, ob Investoren von europäischen Autoanleihen zu in Euro ausgegebenen US-amerikanischen Autoanleihen wechseln und ihr Engagement im Automobilsektor beibehalten werden. Dies könnte US-Unternehmen zugutekommen, die auf den EUR- und GBP-Märkten emittieren.
Von Howard Woodward, Co-Portfolio-Manager der Euro Corporate Bond Strategy bei T. Rowe Price