Der Anstieg des Goldpreises auf neue Rekordhöhen unterstreicht unsere seit langem vertretene positive Einschätzung von Gold als strategisches Diversifikationsinstrument für Portfolios mit Blick auf das Jahr 2026. Wir betrachten die jüngsten Preisbewegungen nicht als Signal, der Performance hinterherzulaufen, sondern als Bestätigung dafür, dass die makroökonomischen Bedingungen, unter denen Gold in der Vergangenheit einen Mehrwert geschaffen hat – politische Unsicherheit, institutionelle Belastungen und geopolitische Risiken –, weiterhin bestehen.
Aus Sicht der Asset-Allokation bevorzugen wir Gold und behalten gleichzeitig eine untergewichtete Haltung in Bezug auf die Duration bei, da Gold wie Anleihen dazu beitragen dürfte, Kursrückgänge bei Aktien in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche und sinkender Realrenditen abzufedern. Allerdings hat es sich auch als widerstandsfähiger als Anleihen erwiesen, wenn die Realrenditen steigen. Dies spiegelt die anhaltende, weitgehend preisunempfindliche Nachfrage von Zentralbanken wider, die ihre Reserven diversifizieren wollen, was zu einer teilweisen Entkopplung von der historischen inversen Beziehung zwischen Realrenditen und Goldpreisen beiträgt. Wir halten diese strukturelle Unterstützung für dauerhaft.
Mehrere weitergehende Überlegungen bestätigen diese Einschätzung für 2026. Die Ausgangsbewertungen für den US-Dollar auf handelsgewichteter Basis bleiben hoch, was die Anfälligkeit für asymmetrische Abwärtsschocks erhöht. Gleichzeitig haben eine unberechenbarere Politikgestaltung und eine verstärkte Kontrolle der Unabhängigkeit der Zentralbanken – kürzlich hervorgehoben durch die Äußerungen von Fed-Chef Powell zu beispiellosem politischem Druck – die Unsicherheit über die Reaktionsfunktion des Dollars in Stressphasen erhöht. In diesem Umfeld profitiert Gold als ein Vermögenswert, dessen Wert unabhängig vom FIAT-Systems ist.
Wichtig ist, dass sich die Stärke nicht nur auf Gold beschränkt hat. Die Entwicklungen im gesamten Edelmetallkomplex, insbesondere bei Silber, waren bemerkenswert, wobei sich das Gold-Silber-Verhältnis von über 100 im April auf derzeit etwa 49 verringert hat.
Insgesamt spiegelt die Entwicklung des Goldpreises das Zusammenspiel von geopolitischen Risiken, Inflationsunsicherheit und Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Institutionen wider und stärkt seine Rolle als strategische Absicherung statt als zyklischer Handel.
Von Matt Bance, Portfoliomanager bei T. Rowe Price
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