Zunahme an Übernahmen im Softwarebereich durch KI

Künstliche Intelligenz treibt einen historischen Produktivitätsschub voran und verändert Software-, Cloud- und Halbleitermärkte grundlegend. Während KI-Chips und datenreiche Plattformen profitieren, steigt der Wettbewerbsdruck. Warum Bewertungen, M&A-Aktivität und IPOs 2026 an Dynamik gewinnen könnten. T. Rowe Price | 13.02.2026 12:14 Uhr
Dominic Rizzo, Portfoliomanager bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price
Dominic Rizzo, Portfoliomanager bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price

KI sorgt für den größten Produktivitätsschub seit der Erfindung der Elektrizität, und wir stehen noch ganz am Anfang. Die Beweise sind eindeutig: Die Produktivität im Informationssektor steigt, das Wachstum der Cloud hat sich wieder beschleunigt, und große Plattformen erzielen weitaus mehr Umsatz pro Mitarbeiter. Das fühlt sich nicht wie die Endphase einer Blase an, sondern wie eine dauerhafte, mehrjährige Welle der Akzeptanz. Die Softwarebranche befindet sich jedoch mitten in einer strukturellen Umgestaltung. KI zehrt an den traditionellen IT-Budgets und senkt die Kosten für die Entwicklung von Software, was den Wettbewerb verschärft. Einige wenige datenreiche Plattformen werden gestärkt daraus hervorgehen, aber viele Unternehmen benötigen schlankere Kostenstrukturen, geringere aktienbasierte Vergütungen und eine klarere Preisgestaltungsmacht. Da die Bewertungen nun angemessener sind, könnte es zu einer deutlichen Zunahme von Fusionen und Übernahmen im Softwarebereich kommen, da große Technologie- und KI-Labore Daten und Workflows erwerben wollen. Halbleiter bleiben die klarsten Nutznießer des KI-Booms. Die Ausgaben für KI-Chips könnten bis 2030 1 Billion US-Dollar erreichen, und Hyperscaler planen bereits für das nächste Jahr Investitionen in Höhe von mehr als 650 bis 700 Milliarden US-Dollar – ein historisches Niveau, das die starke langfristige Ertragskraft führender Chiphersteller stützt. Die nächste Frage ist, wer diese außergewöhnlichen Ausgaben finanziert. Die Antwort lautet: die Kapitalmärkte. Wir erwarten, dass 2026 ein starkes Jahr für Börsengänge und Emissionen wird, da sich das Umsatzwachstum beschleunigt und die Kostendisziplin verbessert. Wichtig ist, dass die Bewertungen im Technologiesektor attraktiver sind, als es die Schlagzeilen vermuten lassen. Viele der größten Halbleiterunternehmen, die im Bereich KI tätig sind, wachsen immer noch schneller als ihre Bewertungen, was bedeutet, dass Anleger weniger für Wachstum zahlen als sie normalerweise würden. Unserer Ansicht nach hat dieser KI-Zyklus noch weiteres Potenzial.

Von Dominic Rizzo, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

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