Für die Märkte ist derzeit entscheidend, ob es zu einer erheblichen oder anhaltenden Unterbrechung der Energieversorgung kommt. Die Anleger beobachten die Straße von Hormus sehr genau, da sie die wichtigste Verkehrsader für den weltweiten Öl- und LNG-Transport ist.
Etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasverkehrs wird über diesen Korridor abgewickelt. Die Transportmengen durch den Korridor sind unmittelbar nach einer Störung weitgehend zum Erliegen gekommen. Wenn die Störung nur von relativ kurzer Dauer ist, lässt die Geschichte vermuten, dass die durch geopolitische Spannungen verursachten Preisspitzen nachlassen können, sobald die Unsicherheit abnimmt. Wenn jedoch die Produktion oder die Exporte nachhaltig beeinträchtigt werden, würde dies zu einem echten Angebotsschock führen, der sich auf die Inflation, die Zinserwartungen und das globale Wachstum auswirken würde.
Bei ausreichend hohen Niveaus wirken die Energiepreise wie eine Steuer auf Verbraucher und Unternehmen, verschärfen die finanziellen Bedingungen und wirken sich negativ auf die Nachfrage aus. Die LNG-Märkte sind angesichts der bereits angespannten globalen Lage und der verringerten Puffer Europas nach dem Verlust der russischen Lieferungen besonders exponiert.
Derzeit bauen die Märkte eher eine Risikoprämie ein, als dass sie einen anhaltenden Versorgungsausfall einpreisen. Letztendlich werden die Preise weniger von der Rhetorik abhängen als vielmehr davon, ob Barrel und Ladungen weiterhin transportiert werden.
Von Rick de los Reyes, Sektor-Portfoliomanager bei T. Rowe Price
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