Schwellenländeranleihen: Ein Neustart, kein Warnsignal

Die jüngste Volatilität bei Schwellenländeranleihen eröffnet Anlegern laut Marktbeobachtern attraktivere Einstiegsniveaus. Trotz geopolitischer Risiken bleiben viele Fundamentaldaten stabil. Warum aktive Investoren nun besonders auf Differenzierung und Bewertungen achten sollten. T. Rowe Price | 07.05.2026 10:26 Uhr
Michael Ganske, Portfolio Specialist bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price
Michael Ganske, Portfolio Specialist bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price

Die jüngste Volatilität bei Schwellenländeranleihen hat für Anleger attraktivere Anlagechancen geschaffen, anstatt auf eine Veränderung der Fundamentaldaten hinzuweisen.

Schwellenländeranleihen zeigten im ersten Quartal trotz schwieriger Rahmenbedingungen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Der durch den Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus verursachte Anstieg der Energiepreise löste einen späten Ausverkauf aus, der die Renditen in den negativen Bereich drückte und eine Serie positiver Quartale beendete. Ein Großteil der Schwäche spiegelt jedoch eher eine Umkehr früherer Gewinne wider als eine Verschlechterung der Fundamentaldaten, wobei sich Hartwährungsanlagen weitgehend im Einklang mit den Anleihen der Industrieländer hielten.

Was diesmal anders ist, sind die Ausgangsbedingungen dieses geopolitischen Schocks. Viele Schwellenländer gehen mit solideren Bilanzen, niedrigerer Inflation und höheren Realzinsen in diese Phase, was dazu beiträgt, die Auswirkungen externer Schocks abzufedern. Während ein stärkerer US-Dollar und steigende Renditen für US-Staatsanleihen die lokalen Märkte und Devisen belasteten, sind die zugrunde liegenden Kreditfundamentaldaten weitgehend intakt geblieben.

Regional betrachtet wird die Streuung immer ausgeprägter. Rohstoffexporteure wie Brasilien und Mexiko sind besser positioniert, um von höheren Energiepreisen zu profitieren, während Teile Asiens weiterhin stärker den Auswirkungen steigender Importkosten ausgesetzt sind. Gleichzeitig bieten reformgetriebene Märkte wie Argentinien und ausgewählte Frontier-Märkte im Zuge der Bewertungsanpassungen überzeugendere Aufwärtspotenziale.

Mit Blick auf die Zukunft dürfte die Volatilität angesichts der geopolitischen Unsicherheit und der Sensitivität gegenüber den Energiemärkten anhalten. Allerdings schaffen die jüngste Ausweitung der Spreads und die zunehmende Differenzierung zwischen den Ländern bessere Chancen für aktive Anleger.

Kurz gesagt: Dies sieht eher nach einem Neustart als nach einem Warnsignal aus, und der mittelfristige Ausblick für Schwellenländeranleihen bleibt positiv.

Von Michael Ganske, Portfolio Specialist bei T. Rowe Price

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