KI frisst die Software-Margen und verändert die Kostenlogik

Künstliche Intelligenz verändert die Margenstruktur der Technologiebranche grundlegend. Während Softwareanbieter steigende KI-Kosten schultern und ihre Kapitalrendite beweisen müssen, profitieren Infrastrukturunternehmen vom wachsenden Bedarf an Rechenleistung, Speicher und Netzwerken. T. Rowe Price | 13.05.2026 10:41 Uhr
Tony Wang, Portfoliomanager bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price
Tony Wang, Portfoliomanager bei T. Rowe Price / © e-fundresearch.com / T. Rowe Price

KI ist nicht nur ein neuer Produktzyklus, sie verändert die Margenstruktur der Technologiebranche. Jahrelang profitierten Softwareunternehmen von einem einfachen Modell: einmal das Produkt entwickeln, den Vertrieb skalieren und hochprofitable wiederkehrende Umsätze generieren. KI verändert diese Gleichung, da Intelligenz nicht mehr kostenlos ist. Jede KI-Interaktion erfordert Rechen-, Inferenz-, Speicher-, Speicherplatz- und Netzwerkressourcen.

Das bedeutet, dass sich die Branche von einer Welt hoher morgenstarker Softwareprodukte hin zu einer Welt verschiebt, in der jede intelligente Aktion mit realen Kosten verbunden ist. Der Markt konzentriert sich zunehmend auf diesen Unterschied. Investoren fragen nicht mehr nur, welche Unternehmen KI erfolgreich einsetzen können, sondern welche Unternehmen aus diesen Investitionen attraktive Renditen erzielen können.

Viele Unternehmen auf der Anwendungsebene sind gezwungen, aggressiv zu reinvestieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie müssen KI in Produkte integrieren, Arbeitsabläufe automatisieren, das Kundenerlebnis verbessern und sich gegen KI-native Wettbewerber behaupten. Diese Investitionen können die Produkte im Laufe der Zeit zwar stärken, aber sie können auch die Margen unter Druck setzen und Unsicherheit hinsichtlich der Preisgestaltungsmacht und der Kapitalrendite schaffen.

Gleichzeitig bleibt die Infrastrukturseite des KI-Ökosystems strukturell im Vorteil, da jeder KI-Workflow letztendlich mehr Rechen-, Speicher-, Speicherplatz- und Netzwerkkapazität erfordert. Dies gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn die Branche von Chatbots zu KI-Agenten übergeht. Ein Chatbot beantwortet eine Frage. Ein Agent führt Arbeiten aus, durchdenkt Aufgaben, ruft Informationen ab, aktualisiert Pläne und agiert über Workflows hinweg. Das erfordert hinter den Kulissen deutlich mehr Infrastruktur.

Das sich abzeichnende Schlüsselthema ist, dass KI neue Engpässe schafft. In der traditionellen Software-Ära waren der Vertrieb und der Besitz des Kunden-Workflows die knappen Ressourcen. In der KI-Ära könnte die zunehmend wertvolle Position darin bestehen, die Infrastrukturschicht zu besitzen, von der jeder intelligente Workflow abhängt.

KI schafft enorme Chancen, führt aber auch eine grundlegend andere Kostenstruktur ein. Die Unternehmen, die KI integrieren, müssen den Return on Investment noch nachweisen, während die Infrastrukturebene weiterhin von der steigenden Nachfrage im gesamten Ökosystem profitiert.

Von Tony Wang, Portfoliomanager bei T. Rowe Price

Weitere beliebte Meldungen:

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen. Das NewsCenter ist eine kostenpflichtige Sonderwerbeform der e-fundresearch.com AG für Asset Management Unternehmen. Copyright und ausschließliche inhaltliche Verantwortung liegt beim Asset Management Unternehmen als Nutzer der NewsCenter Sonderwerbeform. Alle NewsCenter Meldungen stellen Presseinformationen oder Marketingmitteilungen dar.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.