Geht man davon aus, dass die Ölpreise ihren Jahreshöchststand bereits erreicht haben, dürften auch die Höchststände bei Inflation und Zinsen hinter uns liegen. Sollte sich diese Einschätzung als richtig erweisen, dürfte sich die Aufmerksamkeit des Marktes vom Öl weg und zurück auf Rohstoffe verlagern, die von KI, dem Bau von Rechenzentren und allgemeinen Infrastrukturinvestitionen profitieren.
In diesem Umfeld erscheinen Kupfer, kritische Mineralien wie Seltene Erden, Wolfram, Antimon und Uran sowie Baumaterialien wie Holz besonders attraktiv. Diese Rohstoffe reagieren empfindlich auf Zinsänderungen und dürften von einer Belebung der Bautätigkeit profitieren, insbesondere da die Investitionen in Rechenzentren und die dazugehörige Infrastruktur weiter zunehmen.
Zudem beobachten wir eine stärkere Fokussierung auf sichere und diversifizierte Lieferketten, was Unternehmen mit Anlagen in Ländern mit stabilen rechtlichen Rahmenbedingungen weiterhin stützen dürfte.
Der durch KI getriebene Strombedarf bleibt ein zentrales langfristiges Thema. Vor dem Aufkommen der KI war die Stromnachfrage rund 15 Jahre lang weitgehend unverändert. Der rasante Ausbau von Rechenzentren schafft eine wichtige neue Quelle für den Strombedarf, was Auswirkungen auf die Energie-, Metall- und Infrastrukturmärkte hat.
Ein Risiko, das Anleger möglicherweise übersehen, besteht darin, dass anhaltend hohe Energiepreise den Übergang zu alternativen Energiequellen beschleunigen und damit die langfristige Nachfrage nach traditionellen Brennstoffen verringern könnten.
Von Rick de los Reyes, Sektor-Portfoliomanager bei T. Rowe Price
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