„Insgesamt blicken wir auf ein sehr dichtes Kapitalmarktjahr 2025 zurück“.
Mit diesen Worten eröffnete die Geschäftsführung von Raiffeisen Capital Management die Pressekonferenz in Wien. Trotz erheblicher Volatilität, getrieben durch die US-Handelspolitik und geopolitische Unsicherheiten, blickt das Haus auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück: Die Assets under Management stiegen um 6,1% auf 46,7 Mrd. Euro. In der gesamten RBI-Gruppe kletterte das verwaltete Vermögen sogar auf 68 Mrd. Euro.
Wachstumstreiber: Institutionelle Stärke und die „Millionen-Grenze“ im Visier
Besonders das institutionelle Geschäft erwies sich als Wachstumsmotor, während im Privatkundengeschäft das Fondssparen wieder Fahrt aufnimmt.. In Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE) hält die Gruppe mittlerweile über 900.000 Sparverträge. „Da glaube ich, können wir als RBI-Gruppe sehr zeitnah die Million erreichen“, gab sich CEO Hannes Cizek im Rahmen des Events zuversichtlich.
Bemerkenswert ist die digitale Affinität der Fondsanleger in den CEE-Märkten. In vielen dieser Länder wird ein Großteil der Sparverträge digital abgeschlossen. In Österreich ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema beim Fondssparen: 72% der abgeschlossenen Fondsspar-Investments von Raiffeisen Capital Management werden nach ESG-Kriterien gemanagt.
Rückblick 2025: Ein Jahr mit Höhen und Tiefen
CIO Karin Kunrath analysierte ein Jahr, das mit der Amtseinführung von Donald Trump und einer scharfen Korrektur im März und April turbulent begann, aber konstruktiv endete. Besonders Gold stach mit einem Kursplus von über 50% hervor – eine Bewegung, die laut Kunrath teils „strukturell durch Zentralbankkäufe erklärbar“ ist, aber auch spekulativ überhitzt wirkte.
Kunrath wies darauf hin, dass insbesondere US-Aktien aufgrund der Dollar-Abwertung gegenüber dem Euro für hiesige Anleger hinterherhinkten, während Schwellenländer positiv überraschten. Für das laufende Jahr 2026 erwartet sie eine „Verbreiterung des Gewinnwachstums“ weg von der extremen Konzentration auf wenige IT-Giganten.
Nachhaltig auch im Sinne der Performance
Der thematische Schwerpunkt der Konferenz lag auf der Bedeutung der Infrastruktur für die Transformation. Dieter Aigner, Geschäftsführer und Chief Sustainable Investment Officer, betonte den Stellenwert von Zukunftsfähigkeit und Resilienz bei der Veranlagung: „Nachhaltigkeit ist bei uns nicht nur auf das Thema Klima bezogen, sondern auch auf die Performance“.
Infrastrukturinvestments werden dabei als das „Rückgrat der Transformation“ positioniert. Aigner erläuterte, dass der Trend weg vom reinen Regionenansatz hin zu themenbasierter Veranlagung gehe:
„Man muss jetzt breiter denken ... Das Thema Portfolio-Asset-Allocation ist zwar ganz wichtig, aber ebenso wichtig ist die themenbasierte Veranlagung, gerade im breiten Massengeschäft.“
Dabei nannte er konkrete Beispiele wie den Koralmtunnel oder die Semmeringbahn, um die Langfristigkeit und Greifbarkeit dieser Assetklasse zu unterstreichen. Infrastruktur sei ein „stabiler Anker“, der den Kunden helfe, die täglichen Veränderungen am Markt besser zu antizipieren.
Ausblick 2026: Selektion statt Gießkanne
Für 2026 bleibt Raiffeisen Capital Management verhalten optimistisch. Da viele positive Nachrichten bereits eingepreist seien, gewinnen laut CIO Kunrath „thematische Allokationen und regionale Differenzierung“ an Bedeutung. Als Risiken identifiziert das Haus eine mögliche „KI-Bubble“ sowie ein erneutes Aufflackern der Inflation.
Das Fazit der Geschäftsführung: In einer Welt der „wirtschaftspolitischen Disruption“ ist aktives Management und ein Fokus auf Zukunftsfähigkeit entscheidend. „Das Archiv wird von vielen als Feind betrachtet. In unserem Fall zeigt es aber die konsequente Umsetzung einer bereits langjährigen Strategie.
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