Raiffeisen Capital Management: Iran-Krieg, Ölpreis und Aktienmärkte im Fokus

Der Krieg im Iran belastet Öl- und Gasexporte aus dem Persischen Golf und sorgt für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Wie hoch ist das Risiko eines Ölpreisschocks? Und wie reagieren Aktienmärkte historisch auf geopolitische Krisen wie Corona oder Ukrainekrieg? Raiffeisen Capital Management | 02.03.2026 17:24 Uhr
© Raiffeisen Capital Management
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So tragisch die Ereignisse im Iran auch sind – für die Weltwirtschaft und damit die globalen Finanzmärkte ist die wichtigste Fragestellung des aktuellen Kriegs, ob der derzeit gestörte Öl- (und Flüssig-Gas-) Export aus dem Persischen Golf länger unterbrochen bleibt (wie in österreichischen Medien kommuniziert, sind ca. 20 % der globalen Öl- und auch der Flüssiggas-Exporte dadurch betroffen).

Es sind Szenarien möglich, in denen die Ölversorgung aus dem Persischen Golf für einen längeren Zeitraum (Wochen oder Monate) gekappt bleibt. Allerdings: Saudi-Arabien kann fast die Hälfte seiner Produktion per Pipeline ans Rote Meer transportieren und damit unabhängig vom Golf exportieren; und genau für solche Unterbrechungen halten Industrieländer (und auch China) Ölvorräte für mehrere Monate. Fraglich ist, ob der Iran angesichts der massiven Luft-Überlegenheit der USA den Ölexport wirklich über längere Zeit unterbinden kann.

Aus unserer Sicht ist das stärkste Argument gegen einen längeren Ölpreisschock: US-Präsident Trump sollte kein Interesse an einem Ölpreis-Schock samt US-Rezession haben, die seiner Partei im Herbst die Parlamentswahlen kosten könnte. Weiters hat Trump starken Einfluss darauf, den Konflikt auch wieder zu beenden und damit die Ölversorgung durch den Golf wieder zu aktivieren.

Was ist in dem Fall für Aktienmärkte wahrscheinlich?

Wir halten die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass sich der Aktienmarkt wieder erholt (und der Ölpreis sinkt), sobald Verhandlungen starten, und umso mehr, wenn es zu einem Waffenstillstand kommt. Offen ist derzeit, ob das binnen Tagen oder erst in einigen Wochen passiert.

Gibt es historische Beispiele?

Bei den letzten beiden – tatsächlich wirtschaftlich massiv negativen – Krisen, nämlich dem Corona-Shut-Down und dem Angriff auf die Ukraine, war der Großteil des Aktienmarkt-Rückgangs unmittelbar in den Börsenkursen gepreist. Die Aktienmarkt-Erholung startete im Fall von Corona Tage, im Fall des Ukrainekriegs einige Wochen später. Natürlich lässt die historische Entwicklung keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Für Investor:innen mit ausreichend großer Risikotragfähigkeit und langem Anlagehorizont könnte sich eine etwaige weitere Kursschwäche an den Aktienbörsen in den nächsten Wochen wieder als langfristige Investmentchance herausstellen.

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