„Trotz der steigenden Verschuldung ist unser Ausblick für China zuversichtlich“, sagt Richard Jones, Portfolio Manager, First State Stewart Asia, First State Investments.
„Das Schuldenniveau im Bereich von 250 bis 300 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hat zwar historisch betrachtet bereits einige Länder in ernste Schwierigkeiten gebracht – China scheint jedoch zumindest im ökonomischen Sinn anders zu sein. Wie in Japan spielt sich ein Großteil der Verschuldung auf lokaler Ebene ab, China ist jedoch bislang effektiv auf beiden Seiten der Bilanz. Vor allem bei Banken ist dies der Fall. Allerdings liegen die Risiken weiterhin im Schuldenniveau des Landes. Diese könnten unserer Meinung nach weiter ansteigen. Deshalb verfolgen wir bei Investments in China einen pragmatischen Ansatz und bewerten Unternehmen mit einem ähnlichen Regulierungsrahmen wie die restlichen asiatischen Länder. Obwohl die chinesische Wirtschaft der Politik klar untergeordnet ist, sehen wir uns derzeit in der Lage, auch weiterhin aus unserer Perspektive attraktive Investments zu finden. Insbesondere konzentrieren wir uns auf Unternehmen mit internationaler Ausrichtung und Exporteinnahmen.
Aktuell sind wir mit 2 Milliarden US-Dollar in den Markt investiert. Allerdings halten wir momentan von 3.200 möglichen Aktien, nur 23. Dies spiegelt unseren Ansatz einer strengen Titelauswahl wider. Um eine Vorstellung von unserer Exposition in China zu bekommen, müssen Hongkong und Taiwan in die Gleichung einbezogen werden, denn nur so lässt sich unseres Erachtens die Wirtschaftsleistung vollumfänglich erfassen. So stammen beispielsweise 50 Prozent des Gewinns von Gasanbieter Hong Kong and China Gas (HKCG) aus der Volksrepublik. Gleiches gilt für den taiwanesischen und international agierenden Lebensmittelkonzern Uni-President, und auch für den pan-asiatischen Versicherungskonzern AIA sind China und Hongkong die Wachstumstreiber.“