Handelsstreit zwischen USA und China: Können chinesische Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben?

Lesen Sie im Folgenden einen Marktkommentar von Martin Lau, Managing Partner von FSSA Investment Managers, zu den Handelsspannungen zwischen den USA und China. First Sentier Group | 10.08.2021 09:30 Uhr
© Foto von Karolina Grabowska von Pexels
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Archiv-Beitrag: Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

„Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China werden auch zukünftig ein Dauerthema sein, da China eine bedeutendere Rolle in der Weltwirtschaft einnimmt. Infolgedessen könnte die USA verstärkt politische Maßnahmen einführen, die darauf abzielen, Chinas wirtschaftlichen Aufstieg einzuschränken. Die USA befinden sich demzufolge in einem politischen und wirtschaftlichen Ringkampf mit ihrem größten Rivalen – China.

Aus politischer Sicht dürften sich die Konflikte zwischen China und den USA um den Export, den Handel oder weitere geopolitische Themen drehen. Dennoch sind wir der Meinung, dass die Konflikte in erster Linie die Marktstimmung beeinflussen und weniger die chinesische Wirtschaft. Der Grund dafür ist, dass diese überwiegend inländisch getrieben wird und die Exporte nur einen Bruchteil des Bruttoinlandsproduktes ausmachen.

Allerdings will sich China unabhängiger von Importen aufstellen. Dies gilt vor allem bei strategischen Gütern wie Halbleiterchips, bei denen ein starkes Interesse am Aufbau eines lokalen Chip-Angebots besteht. Chinesische Kunden, die diese Chips für ihre Produkte benötigen, würden aus Sicherheitsgründen lokale Lieferanten bevorzugen, wenn die Qualität ansprechend ist.

Trotz verschiedener von den USA auferlegter Handelsbarrieren übertreffen die chinesischen Exportzahlen weiterhin die Erwartungen. Die Pandemie scheint die nicht-chinesischen Produktionsstandorte stärker getroffen zu haben als die in China. Da sich die globale Nachfrage erholt, ist China zu einer zuverlässigen Produktionsquelle für die meisten weltweiten Märkte geworden.

Vor der Pandemie gab es Befürchtungen, dass China wegen des Arbeitskräftemangels seinen Vorsprung in der Produktion verlieren könnte. Diese Sorge nimmt jedoch langsam ab. Tesla zum Beispiel baute letztes Jahr seine weltweit größte Fabrik in Shanghai und exportiert nun Autos aus China nach Europa. Dies spiegelt Chinas hohe Wettbewerbsfähigkeit in der Produktherstellung wider.

Zusammenfassend sind wir der Ansicht, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China nicht zu langfristigem Gegenwind für chinesische Unternehmen führen wird. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Denn mittel- bis langfristig werden chinesische Unternehmen gezwungen sein, ihre Kernkompetenzen zu stärken. Die Unternehmen, die sich an die neue Norm anzupassen können, sollten trotz der Handelssanktionen mit der Zeit stärker hervorgehen.“

Martin Lau, Managing Partner von FSSA Investment Managers

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