• Die Angst vor Omikron sowie Befürchtungen hinsichtlich Tapering-Effekten belasteten die Anlageklasse gegen Ende des Monats.
• Versorgungsunternehmen hielten sich gut, da die Investoren sich Anlagen mit niedrigerem Beta zuwandten. Auch Mautstraßen schnitten vergleichsweise gut ab.
• Flughäfen und Pipelines wurden als am anfälligsten für diese Entwicklungen
eingestuft.
„Wir sind der Ansicht, dass bestimmte Betreiber von Mautstraßen in Europa, im asiatischpazifischen Raum und in Lateinamerika auf dem derzeitigen Niveau einen außergewöhnlichen Wert haben. Denn das Verkehrsaufkommen erweist sich als wesentlich widerstandsfähiger als das anderer Verkehrsinfrastrukturanlagen. Obwohl neue Coronavirus-Varianten die kurzfristigen Aussichten getrübt haben, sind wir weiterhin überzeugt, dass wir auch bei Mautstraßen mit einem weiteren Anstieg der Wirtschaftsaktivität die Rückkehr zu einem normalen Nachfrageniveaus sehen werden.
Im Eisenbahnsektor stellen nordamerikanische Güterzugbetreiber einzigartige und wertvolle Franchiseunternehmen dar. Die Schienennetze befinden sich vollständig in Privatbesitz der Betreiber und sind hochwertige Infrastrukturanlagen, die in diesem Maße nicht nachgebaut werden können. Sie operieren in der Regel unter duopolistischen Marktbedingungen, mit einer bedeutenden Anzahl konzerngebundener Kunden wie Getreide-, Chemie- und Automobilherstellern, die ihnen eine hohe Preismacht auf Langstrecken verleihen. Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit bietet weiteren Spielraum für Ertragssteigerungen.
Stromversorger und Multi Utilities bilden ein großes Segment innerhalb des globalen börsennotierten Infrastrukturuniversums und sind eine gute Quelle für Rendite und Sicherheit. Allerdings werden einige von ihnen auf einem Niveau gehandelt, auf dem eine begrenzte Fehlbewertung deutlich wird. Dennoch schätzen wir Unternehmen, die in der Lage sind, ein stetiges, risikoarmes Ertragswachstum zu erzielen – durch Rate-Base-Investitionen (z.B. Austausch veralteter Verteilungsnetze, Modernisierung von Umspannwerken, Ausbau von Übertragungsleitungen) und den Ersatz älterer Kohlekraftwerke durch Windkraftanlagen und Solarenergie.
Das Auftreten der Omikron-Variante hat verdeutlicht, dass Fluggesellschaften nach wie vor anfällig für Beeinträchtigungen durch das Coronavirus sind. Wir bevorzugen höherwertigere Fluggesellschaften wie die spanische AENA, deren Passagiere eher Freizeitreisende und Reisende, die Freunde und Verwandte besuchen, sind. Sobald die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, könnten die Passagierzahlen sich in diesen beiden Kategorien stark erhöhen.
Generell gab die Anlageklasse der Global Listed Infrastructure im November nach. Nachrichten über eine potenziell infektiösere Variante des Coronavirus und Hinweise darauf, dass die US-Notenbank die geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen früher als erwartet reduzieren könnte, belasteten die Finanzmärkte. Der FTSE Global Core Infrastructure 50/50 Index* verlor um 2,2%, während der MSCI World Index* den Monat mit einem Minus von 1,6% beendete.
Am besten entwickelte sich der Infrastruktursektor Wasser/Abfall mit einem Plus von einem Prozent, da die Anleger ein defensives Investment suchten. Mautstraßen hielten sich mit einem Plus von ebenfalls einem Prozent gleichermaßen gut, wobei die Betreiber im asiatischpazifischen Raum tendenziell besser performten als ihre europäischen Wettbewerber.
Der Infrastruktursektor, der sich am schlechtesten entwickelte, waren Pipelines mit einem Minus von sechs Prozent. Grund hierfür war die Befürchtung, dass die Coronavirus-Variante Omikron die globale wirtschaftliche Erholung behindern und die Nachfrage nach Energie verringern könnte. Mit einem Minus von ebenfalls sechs Prozent schnitten Flughäfen unterdurchschnittlich ab, da das hohe Passagieraufkommen im Oktober von den unsicheren Aussichten für die globale Mobilität infolge einer Reihe verschärfter Reisebeschränkungen einiger Länder überschattet wurde.
Die beste Performance im Infrastrukturbereich erzielte das Vereinigte Königreich mit einem Zuwachs von sieben Prozent, die auf Kursgewinne bei den dortigen Versorgungsunternehmen zurückzuführen ist. Am schlechtesten schnitt die Infrastrukturregion Kanada mit einem Verlust von fünf Prozent ab, bedingt durch die schwache Performance der dortigen Pipelines. Im Laufe des Monats unterzeichnete US-Präsident Joe Biden das Gesetz für einen Infrastrukturplan über 1,2 Billionen US-Dollar, den sowohl die Demokraten als auch die Republikaner unterstützen.“
Peter Meany, Head of Global Listed Infrastructure bei First Sentier Investors
*AUD Hedged Net TR Alle Angaben zur Aktien- und Sektorperformance in Landeswährung.
Quelle: Bloomberg. Daten per 31. Oktober
2021.