AllianzGI-Stratege Hirt: Die Realität schlägt zurück | Ist der Zentralbanken-„Put“ nun endgültig Geschichte?

Allianz Global Investors | 11.05.2022 16:07 Uhr
Gregor Hirt, Global CIO Multi Asset, AllianzGI / © AllianzGI
Gregor Hirt, Global CIO Multi Asset, AllianzGI / © AllianzGI

Die Aktienmärkte haben die Woche in Moll-Stimmung begonnen. Es scheint sich die Einsicht durchzusetzen, dass der berühmte „Put“ der US-Notenbank - ihr historisches Versprechen, bei Bedarf zur Stützung der Vermögensmärkte einzugreifen - nun endgültig Geschichte ist oder zumindest einen niedrigeren „Ausübungspreis“, einen niedrigeren „Strike“, als früher hat. Bei Staatsanleihen hingegen scheinen die Inflationsbefürchtungen allmählich durch Risikoüberlegungen in den Hintergrund gedrängt zu werden: Während US-Staatsanleihen in den letzten Monaten stark unter Druck standen, hat sich die Lage in den letzten Tagen - zumindest vorübergehend - stabilisiert.

Was sollten Anleger daraus machen? In dem Marktkommentar erläutert Gregor Hirt, Global CIO Multi Asset, dass die Einschätzung des Multi Asset-Teams von Allianz Global Investors in den letzten Monaten sowohl für die Renten- als auch für die Aktienmärkte zurückhaltend war, während Rohstoffmärkte bevorzugt wurden. Aus taktischer Sicht ist davon auszugehen, dass die negative Marktstimmung für Anleihen in noch größerem Ausmaß auf den Aktienbereich überschwappen wird. Dies führt mit Blick auf die taktische Allokation zu folgenden Einschätzungen:

  • Anleihen: Beibehaltung der sehr vorsichtigen Haltung gegenüber Staatsanleihen, vor dem Hintergrund steigender Zinsen. Da ein Großteil der diesbezüglichen Sorgen allerdings bereits eingepreist sein dürfte, wird die taktische Untergewichtung für US- und britische Staatsanleihen aufgehoben und auf neutral gestellt. Für Staatsanleihen der Eurozone bleibt die Empfehlung einer Untergewichtung, für Peripherie-Bonds gilt sogar eine starke Untergewichtung.
  • Schwellenländeranleihen in harter Währung: Durchweg negative Meinung, wenngleich es Unterschiede gibt. Energieerzeuger wie Katar, Saudi Arabien und Mexiko dürften besser abschneiden als Energieimportnationen, die unter einem festeren US-Dollar, steigenden Energiepreisen und der weltweiten Wirtschaftsabschwächung leiden. In Anbetracht des Potenzials für politische Unruhen aufgrund höherer Agrarpreise empfehlen werden dabei nur aktiv gemanagte und nicht indexbasierte Investments empfohlen.
  • Aktien: Bereits seit einiger Zeit stehen die Eurozone und Emerging Markets auf Untergewichten, gleiches gilt nun auch für die US-Aktien. Einzig der britische Aktienmarkt bietet noch ein gewisses Potenzial, aufgrund des relativ großen Exposures zu Sektoren wie Energie und Gesundheitswesen sowie aufgrund der defensiven Ausrichtung des Marktes.
  • Alternative Beta-Strategien, die von dieser Art von Umfeld profitieren können: Eine offensichtliche Wahl hierbei sind Rohstoffinvestments, um sich vor steigender Inflation zu schützen. In sich schnell bewegenden Märkten, wie derzeit, sind auch Volatilitätsanlagen sinnvoll. Schließlich kann es ratsam sein, etwas Cash an der Seitenlinie zu halten, da größere Ausverkäufe Gelegenheiten für längerfristige Anlagen auf attraktiven Niveaus eröffnen können.

Gregor Hirt, Global CIO Multi Asset, AllianzGI

Den vollständigen Marktkommentar von Gregor Hirt (auf Englisch) finden Sie hier.

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