Wir verwenden Cookies um Ihnen mehr Benutzerfreundlichkeit bieten zu können. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Zweimal pro Woche - Kostenlos per E-Mail.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

ZEW-Forscher legen Entwurf für eine Europäische Fiskalunion vor

Wissenschaftler des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) machen deutlich, dass das institutionelle Gefüge des Euro-Raums überholt werden muss - und unterbreiten einen konkreten Vorschlag, wie eine Europäische Fiskalunion in der Praxis funktionieren kann. Research | 28.07.2015 12:00 Uhr
©  Denys Rudyi - Fotolia
© Denys Rudyi - Fotolia

Keine nachhaltigen Rahmenbedingungen für fiskalische Krisenfälle

Trotz Bankenunion, Europäischem Stabilitätsmechanismus (ESM) und Konditionalität als politischem Instrument in der Staatsschuldenkrise hat sich in den Verhandlungen zwischen der Eurogruppe und Griechenland gezeigt: Die Eurozone bietet keine nachhaltigen Rahmenbedingungen für fiskalische Krisenfälle. Das Management in derartigen Situationen ist letztlich der Europäischen Zentralbank überlassen worden, was aber im Widerspruch zum Verbot der monetären Staatsfinanzierung steht. Mit Blick auf eine größere fiskalische Integration und die dazugehörigen institutionellen Reformen in Europa schlägt das ZEW in einer aktuellen Studie die Verzahnung von zwei Werkzeugen vor: ein fiskalischer Versicherungsmechanismus ohne permanente Umverteilung, kombiniert mit einem geordneten Verfahren zur Abwicklung insolventer Staaten.

Arbeitslosenversicherung auf supratantionaler Ebene?

Erstens plädieren die Forscher für die Einführung einer gemeinsamen Arbeitslosenversicherung auf supranationaler Ebene. Als automatischer Stabilisator kann ein derartiger Mechanismus Mitgliedstaaten der Währungsunion dabei helfen, asymmetrische Konjunkturschocks im Euroraum abzufedern. Kernelemente des Vorschlags sind, dass Transfers aus der europäischen Arbeitslosenversicherung nur in besonders starken Rezessionen aktiviert und an Kurzzeitarbeitslose für eine Dauer von maximal zwölf Monaten gezahlt werden.  Darüber hinaus müssten die Arbeitslosentransfers durch die Staatshaushalte in den Empfängerländern mitfinanziert werden. Berechnungen des ZEW zeigen, dass eine so ausgestaltete Versicherung positive Stabilisierungswirkungen erzielen kann und gleichzeitig negative Anreize sowie die Gefahr einer Transferunion in Europa minimiert werden.

Insolvenzverfahren im Falle eines Staatsbankrotts

Zweitens schlagen die Wissenschaftler ein Insolvenzverfahren für Länder vor, die vom Staatsbankrott bedroht sind. Ein gangbares Umschuldungsverfahren für souveräne Staaten in der Eurozone hat das ZEW mit seinem "Viable Insolvency Procedure for Sovereigns"- (VIPS-) Konzept bereits vorgelegt. Um das geltende Verbot der Staatenfinanzierung demnach nicht ad absurdum zu führen, können zahlungsunfähige Länder zunächst auf Hilfskredite des ESM zurückgreifen, wenn sie sich dazu entscheiden. Führen die Hilfskredite allerdings nicht dazu, dass die Kreditwürdigkeit des Landes sich wieder stabilisiert, muss nach mindestens drei Jahren mit Gläubigern und ESM über die Neuordnung der Schulden verhandelt werden. Während der Verhandlungen sollte dann ein Schuldenmoratorium gelten. Steht das VIPS-Konzept auf vertraglich festen Füßen, könnten nach Ansicht der Forscher drohende Austritte aus der Eurozone von vornherein vermieden werden.

Prof. Dr. Friedrich Heinemann, ZEW
Prof. Dr. Friedrich Heinemann, ZEW

"Unser Vorschlag bedeutet praktisch, dass Stabilisierungseffekte und Haushaltsdisziplin verbindlich miteinander verknüpft werden", sagt Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs "Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft" und Mitautor der Studie. Weiter erklärt er: "Ein fiskalischer Versicherungsmechanismus und ein Insolvenzverfahren für souveräne Staaten sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Beides ergänzt und verstärkt sich gegenseitig. Eine gemeinsame Arbeitslosenversicherung unterstützt die Mitgliedstaaten der Eurozone in Krisenzeiten. Gleichzeitig sorgt ein gangbares Umschuldungskonzept dafür, dass die Akzeptanz einer automatischen Stabilisierung auf EU-Ebene steigt. Denn der Mechanismus verhindert ja gerade, dass es zu permanenten Transferzahlungen zwischen den Mitgliedstaaten kommt."

Download-Link: Vollständige Studie als PDF-Dokument 

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.

Für diesen Suchebgriff konnten wir leider keine Ergebnisse finden!
Fonds auf e-fundresearch.com

Weitere Informationen zu diesem Fonds Kennzahlen per 30.09.2019 / © Morningstar Direct
Bereiche auf e-fundresearch.com
NewsCenter auf e-fundresearch.com
Kontakte auf e-fundresearch.com

{{ contact.email }}

{{ contact.phonenumber }}

{{ contact.secondary_phonenumber }}

{{ contact.address }}

Weitere Informationen im {{ contact.newscenter.title }} Newscenter
Artikel auf e-fundresearch.com