Spezialfonds-Analyse: Institutionelle Anleger reagieren nur selektiv auf politische Störfeuer

2026 schreibt bisher fort, was 2025 kennzeichnete: Politisch ein Jahr mit mehr Tiefen als Höhen, aus Sicht vieler Anlegerinnen und Anleger dennoch bemerkenswert positiv. Trotz steigender Sorgen, zunehmender Volatilität und regelmäßig neuer politischer Störfeuer bleibt die Kapitalanlage institutioneller Investoren weitgehend stabil. Die Anleger halten an ihrer strategischen Asset Allokation fest und reagieren bislang eher selektiv als reflexhaft. Das belegt die aktuelle Spezialfonds-Analyse von Universal Investment. Research | 13.02.2026 12:06 Uhr
Mathias Heiß, CEO Universal Investment Deutschland / © e-fundresearch.com / Universal Investment Deutschland
Mathias Heiß, CEO Universal Investment Deutschland / © e-fundresearch.com / Universal Investment Deutschland

An potenziell marktrelevanten politischen Nachrichten mangelt es aktuell nicht. Seit dem zweiten Amtsantritt von Donald Trump Anfang 2025 prägen insbesondere Meldungen und Entscheidungen aus den USA das Risikoumfeld und damit auch die Erwartungen an Konjunktur, Handel und Kapitalmärkte. Zolldrohungen, Diskussionen um die Unabhängigkeit der Fed oder mögliche steuerliche Belastungen für ausländische Anleger in den USA machen die Marktteilnehmer nervös. Entsprechend hat die Volatilität spürbar zugenommen: Kursbewegungen fallen zum Teil kräftig aus – nicht nur bei Aktien und Anleihen, sondern inzwischen auch bei Gold. Auffällig ist jedoch, dass die Märkte bislang nach Schockmomenten häufig rasch zu ihrem Basisszenario zurückkehren. Trotz aller Diskussion werden Rücksetzer offenbar eher als temporäre Verunsicherung, denn als Regimewechsel interpretiert.

Anleihen sorgen für Stabilität

Diese Gelassenheit zeigt sich auch im Verhalten vieler langfristig orientierter Investoren. Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke, deren Portfolios auf der Spezialfonds-Plattform von Universal Investment verwaltet werden, bleiben ihrer strategischen Ausrichtung treu. Für diese Gruppe sind festverzinsliche Wertpapiere traditionell die zentrale Anlageklasse. Zwar liegt der Rentenanteil seit Jahren unter den Werten früherer Hochphasen – 2014 überschritt er zuletzt die Marke von 50 Prozent –, dennoch stellen Bonds weiterhin den größten Einzelblock in den Portfolios. Ende 2025 lag die Anleihequote bei 39,6 Prozent, nach 38,9 Prozent zwölf Monate zuvor. Auch innerhalb der Rentensegmente gab es im Jahresvergleich kaum Verschiebungen: Veränderungen spielten sich überwiegend im Nachkommabereich ab, was auf eine stabil verankerte, langfristige Steuerung hindeutet.

Innerhalb des Anleiheportfolios dominieren Unternehmens- und Staatsanleihen. Sie vereinen mit Anteilen von rund 30 Prozent (Corporate Bonds) und rund 28 Prozent (Staatsanleihen) deutlich mehr als die Hälfte der festverzinslichen Allokation auf sich. Es folgen Emissionen von Finanzinstituten: Klassische Bankanleihen kommen auf 9,5 Prozent, Pfandbriefe beziehungsweise Covered Bonds auf rund 9 Prozent. Verbriefungen bleiben trotz europäischer Initiativen zur Wiederbelebung dieses Marktes dagegen weiterhin ein Randthema. Asset Backed Securities (ABS) erreichten Ende 2025 einen Anteil von 3,8 Prozent (Ende 2024: 3,7 Prozent). Mortgage Backed Securities (MBS) lagen bei 0,7 Prozent und damit sogar leicht unter dem Vorjahreswert von 0,8 Prozent.

Abb. 1:

Illiquide Anlageformen ergänzen

Bei den Alternative Investments spielen strukturierte Produkte und Verbriefungsformen dagegen eine größere Rolle. Nach den zuletzt verfügbaren Daten per Ende September 2025 entfielen 7,5 Prozent des in Private Markets investierten Kapitals auf entsprechende Strukturen. Insgesamt ist das auf der Plattform von Universal Investment investierte Kapital auf 123 Milliarden Euro gestiegen – mehr als zehn Milliarden Euro über dem Stand zum Ende des dritten Quartals 2024. In der Verteilung der Private-Market-Strategien dominieren weiterhin Equity-Strukturen mit 58 Prozent. Dahinter folgen Debt-Strukturen, Verbriefungen sowie Hedgefonds.

Abb. 2:

Auch der Immobilienbereich bleibt ein bedeutender Baustein institutioneller Portfolios. Per Ende September 2025 belief sich das Immobilien-Transaktionsvolumen in den Spezialfonds auf 45,6 Milliarden Euro. Deutschland ist dabei der mit Abstand wichtigste Zielmarkt und bündelt 18,3 Milliarden Euro. Nordamerika (10,4 Milliarden Euro) und das übrige Europa (9,7 Milliarden Euro) sind weitere zentrale Regionen, während Asien und Australien zusammen auf 7,2 Milliarden Euro kommen. Es fällt auf, dass sich die Präferenzen hinsichtlich der Nutzungsarten über die letzten zehn Jahre verschoben haben: Handels- und Büroimmobilien, die 2015 mit 47,5 Prozent beziehungsweise 42,3 Prozent die wichtigsten Sektoren waren, sind anteilig auf jeweils rund ein Drittel geschrumpft. Die Bedeutung von Wohnimmobilien als Kapitalanlage ist in dieser Zeit dagegen stark gestiegen und liegt nun bei 24,4 Prozent im Vergleich zu 6,8 Prozent vor zehn Jahren.

Bei Aktien dominieren IT und Finanzwerte

Über alle Anlageklassen hinweg summiert sich das Spezialfondsvolumen auf der Universal Investment-Plattform zum Jahresende 2025 auf mehr als 653 Milliarden Euro. Rund ein Viertel davon ist in Aktien investiert. So lag die Aktienquote mit 25,1 Prozent leicht über dem Vorjahreswert von 24,5 Prozent. In der sektoralen Ausrichtung zeigt sich eine klare Präferenz: IT bleibt die wichtigste Aktienbranche und macht 19,3 Prozent des Aktienbestands in den Spezialfonds aus. Auf Platz zwei folgen Finanzwerte, deren Anteil bis Ende 2025 auf 17,8 Prozent stieg – rund zwei Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Tatsächlich war der Finanzsektor der einzige Bereich, der im Jahresverlauf eine spürbar höhere Gewichtung erhielt. Rückenwind kam 2025 dabei insbesondere von der starken Kursentwicklung europäischer Banken. In den übrigen Sektoren blieben die Gewichtungen weitgehend konstant. Nach Industrieaktien (13,5 Prozent) auf Rang drei folgen zyklische Konsumgüter und Health Care mit jeweils rund 9 Prozent.

Langfristig komfortable Wertentwicklung

Das Börsenjahr 2025 verlief insgesamt ausgesprochen positiv. Mehrere Aktienmärkte schlossen – jeweils in Lokalwährung – mit deutlichen Zuwächsen, angeführt von Südkorea (+69,3 Prozent), Kolumbien (+57,9 Prozent) und Spanien (+53,7 Prozent). Selbst der französische CAC 40 als Schlusslicht der betrachteten Börsenplätze lag noch mit 14,2 Prozent im Plus.

Die Spezialfonds auf der Plattform von Universal Investment erzielten 2025 über alle Anlagesegmente hinweg eine Wertentwicklung von 4,8 Prozent – und damit rund zwei Prozentpunkte weniger als 2024. Den größten Performance-Beitrag lieferten Hedgefonds mit einem Plus von 12,6 Prozent, gefolgt von Aktieninvestments mit 9,1 Prozent. Anleihefonds steuerten 3,9 Prozent zur Wertentwicklung bei. Insgesamt bewegt sich die Spezialfonds-Performance auch längerfristig weiterhin in einem komfortablen Korridor: Sowohl über fünf als auch über zehn Jahre liegt die jährliche Rendite bei rund 3,8 Prozent per annum.

Abb. 3:

Methodik und Relevanz

Die vorliegende Auswertung erfasst alle Anlagen in Spezialfonds bei Universal Investment für den Zeitraum von Dezember 2011 bis zum 31. Dezember 2025. Das Gesamtvolumen der analysierten Assets under Administration beträgt derzeit rund 653 Milliarden Euro.

Weitere beliebte Research-Beiträge:

Disclaimer

Stand: Dezember 2025

©2026. Alle Rechte vorbehalten. Diese Publikation richtet sich ausschließlich an professionelle oder semiprofessionelle Investoren und ist nicht zur Weitergabe an Privatanleger bestimmt. Die Publikation dient ausschließlich Marketingzwecken. Die zur Verfügung gestellten Informationen bedeuten keine Empfehlung oder Beratung. Alle Aussagen geben die aktuelle Einschätzung des Verfassers wieder. Universal Investment übernimmt keinerlei Haftung für die Verwendung dieser Publikation oder deren Inhalts. Vervielfältigungen, Weitergaben oder Veränderungen dieser Veröffentlichung oder deren Inhalts bedürfen der vorherigen ausdrücklichen Erlaubnis von Universal Investment.

Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds oder Wertpapiers zu. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds oder Wertpapieren können steigen oder fallen. Anleger können gegebenenfalls nur weniger als das investierte Kapital ausgezahlt bekommen. Auch Währungsschwankungen können das Investment beeinflussen. Beachten Sie die Vorschriften für Werbung und Angebot von Anteilen im InvFG 2011 §128 ff. Die Informationen auf www.e-fundresearch.com repräsentieren keine Empfehlungen für den Kauf, Verkauf oder das Halten von Wertpapieren, Fonds oder sonstigen Vermögensgegenständen. Die Informationen des Internetauftritts der e-fundresearch.com AG wurden sorgfältig erstellt. Dennoch kann es zu unbeabsichtigt fehlerhaften Darstellungen kommen. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen kann daher nicht übernommen werden. Gleiches gilt auch für alle anderen Websites, auf die mittels Hyperlink verwiesen wird. Die e-fundresearch.com AG lehnt jegliche Haftung für unmittelbare, konkrete oder sonstige Schäden ab, die im Zusammenhang mit den angebotenen oder sonstigen verfügbaren Informationen entstehen.

Melden Sie sich für den kostenlosen Newsletter an

Regelmäßige Updates über die wichtigsten Markt- und Branchenentwicklungen mit starkem Fokus auf die Fondsbranche der DACH-Region.

Der Newsletter ist selbstverständlich kostenlos und kann jederzeit abbestellt werden.