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Inflation vs. Deflation

Die Frage „Inflation oder Deflation?“ war in den letzten Jahren ein zentraler Streitgegenstand unter Ökonomen. "Die Österreichische Schule bietet eine alternative – und unserer Meinung nach – tiefergehendere Sichtweise auf diese, für Investoren so essentielle Thematik", so Ronald-Peter Stöferle und Mark Valek (beide Incrementum AG) in einem aktuellen Expertenbeitrag. Economics | 18.12.2013 02:00 Uhr

Inflation vs. Deflation aus Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie– Monetäre Tektonik baut zunehmenden Druck auf

Die Finanzmärkte sind mittlerweile zu einem hohen Maße von ständiger Geldmengeninflationierung abhängig. Unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen stehen weiterhin an der Tagesordnung der wichtigsten Notenbanken. Herkömmliche finanzmarkttheoretische Konzepte wie CAPM, welche von einem risikolosen Zinssatz ausgehen, sind in Folge der beispiellosen Überschuldungspolitik sowie strukturell negativer Realzinsen kritisch zu betrachten. Wir sind der festen Überzeugung, dass uns die Lehren der Österreichischen Schule der Nationalökonomie ermöglichen, die ökonomische Realität aus einer völlig neuen Perspektive zu analysieren.

Insbesondere die Frage „Inflation oder Deflation?“ war in den letzten Jahren ein zentraler Streitgegenstand unter Ökonomen. Die Österreichische Schule bietet eine alternative – und unserer Meinung nach – tiefergehendere Sichtweise auf diese, für Investoren so essentielle Thematik.

Für den Begriff der Inflation gibt es unterschiedlichste Definitionen. Inflation ist generell ein monetäres Phänomen. Deshalb ist es sinnvoll, eine klare Abgrenzung der Begriffe Inflation und Teuerung vorzunehmen: Inflation bezeichnet die Ausweitung der ungedeckten Geldmenge. Teuerung beschreibt hingegen den Anstieg des Preisniveaus, wobei im Sprachgebrauch meist nur das Ansteigen der Konsumentenpreise liegt. Heutzutage werden beide Begriffe jedoch synonym verwendet. Diese Begriffsverwirrung hat schwerwiegende Konsequenzen. So verhindert die sprachliche Erblindung das Erkennen der Ursache-Wirkungs-Beziehung und verhindert die Problemlösung. Stattdessen werden untaugliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Teuerungswelle wie Preisregulierungen und Verstaatlichungen gefordert, während im Hintergrund die Inflationierung munter vorangetrieben wird.

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Ein wesentlicher Aspekt um die Dynamiken der Geldmengen zu verstehen, liegt im heutigen Teilreservebankensystem. Im derzeitigen Geldsystem ist Geld durch kein reales Gut wie zB. Gold mehr gedeckt. Geld wird zu einem Teil von den Zentralbanken und zum anderen Teil von Kommerzbanken geschöpft. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises hat diesen Umstand und dessen weitreichende Folgen bereits im Jahr 1912 detailliert beschrieben. Er bezeichnete die gesamte Geldmenge als Umlaufmittel. In der Tat ist es heute so, dass der wesentliche Teil der umlaufenden Geldmenge von den Kommerzbanken geschöpft wird. Der weitaus kleinere Teil wird hingegen von Zentralbanken geschöpft. Dies führt dazu, dass das Verhalten der Kommerzbanken entscheidend dafür verantwortlich ist, ob sich die gesamte Geldmenge inflationär ausdehnt oder deflationär zusammenschrumpft.

Ohne massive Interventionen seitens der Notenbanken wäre die Finanzmarktkrise stark deflationär verlaufen, nachdem die kreditinduzierten Fehlallokationen der 2000er Jahre schmerzhaft aufgedeckt und bereinigt worden wären. Die Kreditdeflation und Folglich die Preisdeflation wäre ohne Maßnahmen weitaus stärker ausgefallen. Mittels extrem expansiver Notenbankpolitik wurde – und wird weiterhin – den deflationären Tendenzen entgegengewirkt. Unserer Meinung nach ist das ein Balanceakt auf Messers Schneide. Die Wechselwirkung zwischen Zentralbankinflation und Kreditdeflation kann mit dem gegenseitigen Druck zweier tektonischer Platten verglichen werden: Unter einer scheinbar stabilen Oberfläche baut sich sukzessive Druck auf, der sich in weiterer Folge in Form von Vulkanausbrüchen oder Erdbeben entlädt. Diese Eruptionen sind die unvermeidliche Folge von Prozessen, welche weit unterhalb der Erdoberfläche ablaufen.

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Über die Autoren


Mag. Ronald-Peter Stoferle, CMT
Mag. Ronald-Peter Stoferle, CMT

Ronald-Peter Stöferle ist seit 2013 Managing Partner & Fondsmanager bei der Incrementum AG. Zuvor war er sieben Jahre lang im Research-Team der Erste Group in Wien. Bereits 2006 begann er seine jährlich erscheinenden „In GOLD we TRUST“ Studien zu veröffentlichen, die im Laufe der Jahre internationales Renommee erlangten und u.a. vom Wall Street Journal als „Goldstandard aller Goldpublikationen“ bezeichnet wurden. Neben der Analyse von Gold und Silber war Stöferle auch für die Coverage des Energiesektors (insb. Öl und Erdgas) zuständig. Zudem war er für das Management von zwei Goldaktien-Baskets sowie eines Silberaktien-Baskets verantwortlich.

Seine Ausbildung umfasst einen Magister der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien und der University of Illinois sowie einen Chartered Market Technician (CMT) und Certified Financial Technician (CFTE). Neben seiner Tätigkeit bei Incrementum ist er Institutsmitglied und Lektor am Institut für Wertewirtschaft in Wien sowie Vortragender an der Wiener Börse Akademie und Senior Advisor der Ersten Group AG.

Mag. Mark Valek, CAIA
Mag. Mark Valek, CAIA

Mark Valek ist seit 2013 Partner & Fondsmanager bei der Incrementum AG. Davor war er über zehn Jahre lang bei Raiffeisen Capital Management tätig, zuletzt als Fondsmanager in der Abteilung Multi Asset Strategien, welche insgesamt über fünf Mrd. Euro verwaltete. Im Rahmen dieser Position war er für Inflationssicherungsstrategien und Alternative Investments verantwortlich. Zuvor war er Fondsanalyst und Portfoliomanager ebenfalls Raiffeisen Capital Management. Neben dem Studium arbeitete Mark Valek im Aktienhandel der Raiffeisen Zentralbank sowie bei Merrill Lynch in Wien und in Frankfurt.

Die Ausbildung von Mark Valek umfasst einen Abschluss in Betriebswirtschaft der Wirtschaftsuniversität Wien mit Schwerpunkt Investmentbanking und Kapitalmarktkommunikation sowie Bank- und Kreditwirtschaft. Er ist CAIA Charterholder und Certified Portfolio Manager. Darüber hinaus spezialisierte er sich zunehmend auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie und ist seit 2013 Lektor am Institut für Wertewirtschaft in Wien sowie Vortragender an der Wiener Börse Akademie.


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