In unserer aktuellen #AssetAllocationForum-Umfrage haben mehrere Häuser offengelegt, worauf sie dabei achten – und die Kriterien fallen deutlich härter aus, als es die Marketingunterlagen vermuten lassen.
Der erste Filter ist eine Zahl
Am Anfang steht ein quantitativer Test. Als Gruppe seien Liquid Alts bis zu 0,8 mit dem Aktienmarkt korreliert, rechnen Pablo Hess und Michael Günther, KI-Entwickler und Portfoliomanager bei Tungsten TRYCON, vor – für eine echte Dekorrelation brauche es aber einen Wert von 0,3 oder weniger. Wer Rendite und Kapitalschutz verbinden wolle, müsse bei Gegengewichten zu Aktien und Anleihen genau auf diese Kennziffer achten. Stefan Ewald, Leiter Solutions bei Warburg Invest, schärft nach, dass eine niedrige Korrelation für sich genommen wenig taugt: „Eine niedrige oder negative Korrelation allein reicht nicht aus, wenn daraus in positiven Marktphasen dauerhafte Performancenachteile entstehen", so Ewald. Diversifikation und ein positiver Performancebeitrag müssten zusammenkommen.
Nachvollziehbar statt nur unkorreliert
Über die reine Kennzahl hinaus rückt die Qualität der Ertragsquelle in den Vordergrund. Ewald achtet nach eigenen Angaben auf empirisch belegbare und reproduzierbare Anlageergebnisse, ausgewiesene Expertise im jeweiligen Segment sowie einen messbaren Effizienzgewinn in der Gesamtallokation.
In dieselbe Richtung zielt Enzo Foschi, CFA, Head of Investment Solutions bei Eurizon Capital: Er legt den Schwerpunkt auf die Risikoarbitrage, bei der die Renditen stärker vom Abschluss einer Transaktion als von der allgemeinen Marktentwicklung abhängen. Ergänzt um Multi-Strategie-Mandate, die Kapital je nach Chancen umschichten, entsteht so eine Ertragsquelle, die bewusst auf idiosynkratische statt marktgetriebene Faktoren setzt – ein Selektionskriterium, das die Dekorrelation strukturell absichert.
Skin in the Game als Selektionssignal
Bei Dr. Thomas Maier, Head of Hedge Funds bei der FERI AG, stehen robuste Strategien, attraktive Korrelationseigenschaften und Kosteneffizienz im Fokus – ergänzt um ein Kriterium, das seltener offen ausgesprochen wird: ein substanzielles Eigeninvestment der Fondsmanager. Skin in the Game gilt Maier damit als handfestes Selektionssignal. Für Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset bei Swisscanto/ZKB, sind wiederum konsistente Performance, Transparenz und ein starkes Risikomanagement die entscheidenden Maßstäbe. Liquid Alternatives seien für sein Team ausdrücklich „nicht nur eine taktische Beimischung, sondern ein strategischer Baustein", betont Rüegg – ein Anspruch, der die Auswahl entsprechend anspruchsvoll macht.
Das gemeinsame Fazit über alle Häuser hinweg: Nicht das Label „liquid alternative" entscheidet, sondern die belegbare, reproduzierbare und kosteneffiziente Ertragsquelle dahinter.
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