e-fundresearch.com Chefredakteur Simon Weiler war heute bei der Jahreskonferenz von Guinness Global Investors in London dabei: Nvidia ist erstmals Teil des Guinness Global Equity Income Fund. Im Innovators-Portfolio liegt die Aktie bereits seit Anfang der 2000er-Jahre, nun ist sie erstmals in beiden Strategien vertreten.
Erstmals in beiden Strategien
Die Guinness-Global-Equity-Income-Strategie umfasste per Ende August 2026 rund 7,8 Mrd. US-Dollar (Quelle: Guinness-Factsheet, Y-Anteilsklasse). Der Fonds ist ein gleichgewichtetes 35-Titel-Portfolio, das über konsistent hohe Returns on Capital selektiert, also über Qualität statt über die Dividendenrendite. In dieses Portfolio hat das Team um Matthew Page und Dr. Ian Mortimer Nvidia nun erstmals aufgenommen.
Neu ist der Titel für das Haus nicht: Im Guinness Global Innovators liegt die Aktie bereits seit Anfang der 2000er-Jahre. Erstmals ist sie jedoch in beiden Strategien gleichzeitig vertreten. Die Schnittmenge der beiden Portfolios bewegt sich typischerweise im hohen einstelligen Bereich, zuletzt waren es acht gemeinsame Titel. Ein Zugang auf dieser Liste ist entsprechend selten.
Der Cashflow wandert vom Hyperscaler zum Chip
Dahinter steht eine Verschiebung der Kapitalströme im AI-Komplex. Die erwarteten Investitionen der großen Hyperscaler für 2026 wurden laut Guinness binnen rund eineinhalb Jahren mehr als verdoppelt und bewegen sich inzwischen in Richtung einer dreiviertel Billion US-Dollar, mit weiterem Anstieg in den Folgejahren. Da der operative Cashflow dieser Konzerne in ähnlicher Größenordnung liegt, reinvestieren sie praktisch ihre gesamten Mittel: Der freie Cashflow, zuletzt noch klar positiv, dreht nach Guinness-Schätzung 2026 und 2027 ins Negative.
Auf der Empfängerseite stehen die Halbleiterunternehmen. Für Nvidia erwartet Guinness über die kommenden Jahre eine Vervielfachung des freien Cashflows gegenüber dem Vorjahresniveau, möglich gemacht durch ein Asset-light-Modell mit ausgelagerter Fertigung.
„Ignoriert man den Namen“
Pages Argument setzt bewusst nicht am Namen an. Blende man diesen aus und schaue allein auf die Kennzahlen, sehe man ein Unternehmen mit langfristig konsistent hohem Return on Capital, robuster Bilanz und außergewöhnlich breitem Burggraben. Das erwartete Cashflow-Wachstum gebe erheblichen Spielraum für weiteres Dividendenwachstum, und die Aktie handle mit einem Abschlag zum MSCI World Index. Vor einigen Jahren wäre der Titel kein Kandidat gewesen, heute sei er es eindeutig.
Kein Votum für mehr AI-Exposure
Als Aufforderung, das AI-Gewicht generell hochzufahren, versteht Page den Schritt allerdings nicht. Zum Abschluss seines Vortrags verwies er darauf, dass das Thema das Gewinnwachstum inzwischen nicht nur im Technologiesektor treibe, sondern auch bei Industriewerten. Genau daraus leitet er die Aufgabe für 2027 ab: Wer die Abhängigkeit von einem einzigen Treiber begrenzen will, muss jenseits davon diversifizieren. Für Allokatoren ist das die eigentliche Botschaft hinter dem Neuzugang, denn eine Einzelposition entscheidet weniger als die Frage, wie viel des Portfolios am Ende an derselben These hängt.
e-fundresearch.com berichtet in den kommenden Tagen ausführlich von der Guinness-Jahreskonferenz.
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