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2014: Allianz Invest erwartet Fortsetzung des Aktien-Bullenmarktes

2013 bremste sich das globale Wirtschaftswachstum ein, an den volatilen Finanzmärkten war die potenzielle Rücknahme aus den quantitativen Lockerungsmaßnahmen der Fed das beherrschende Thema. Nach neuen Höchstständen an den US-Börsen bieten im kommenden Jahr vor allem Aktien europäischer Unternehmen weiteres Aufwärtspotenzial, auch wenn sich das Momentum einbremst, erklären die Allianz Experten. Markets | 16.01.2014 09:59 Uhr

Nachdem die Fed die „Tapering“-Maßnahmen im September abschwächte, ging die Rallye bei den Aktien auch im vierten Quartal 2013 weiter: Während der „MSCI World” im Bereich des Allzeithochs von 2007 liegt und der „S&P 500” ein neues Hoch erklimmen konnte, befindet sich der Eurostoxx 50 immer noch weit unter den Höchstständen von 2000 und 2007. „Trotz der Kursgewinne im letzten Jahr sind vor allem europäische Aktien nach wie vor attraktiv“, erklärt Martin Bruckner, Vorstandsmitglied der Allianz Investmentbank und Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich.

2014: Globales Wachstum steigt gegenüber 2013

Wirft man einen Blick auf die volkswirtschaftlichen Prognosen, so sollte sich das globale Wachstum im kommenden Jahr beschleunigen und deutlich über jenem des Jahres 2013 liegen. „Die Konjunktur in den USA sollte den Kurswechsel der Fed gut wegstecken, da die USA viele ihrer wirtschaftlichen Ungleichgewichte bereinigt haben“, erklärt Mag. Christian Ramberger, Geschäftsführer der Allianz Invest KAG. Das Eurolandwachstum bleibe weiter schwach: Spanien, Portugal und Irland hätten ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessert, Italien und Frankreich bremsen die Erholung. Der Wachstumsausblick der Schwellenländer sei stabil. Die Inflationsraten werden mit Ausnahme der Eurozone leicht ansteigen, Rohstoff- und Energiepreise tendieren seitwärts.

Spannend bleibe vor allem die Entwicklung auf Seiten der Notenbanken: Die Fed hat angekündigt, im Frühjahr damit zu beginnen, ihre Anleihenkäufe sukzessive zu reduzieren und könnte diese im Verlauf gänzlich einstellen. Höhere Leitzinsen sind in den USA erst 2015 zu erwarten. Die EZB hingegen könnte – unterstützt von einer niedrigen Inflationsrate im Euroraum – über eine weitere Lockerung diskutieren.

Chancen für Anleger in Q1: Aktien vor Anleihen

„Im derzeitigen Umfeld raten wir den Anlegern, Aktien gegenüber Anleihen überzugewichten“, erklärte Bruckner die Anlagestrategie der Allianz für das kommende Quartal. Auf der Aktienseite empfiehlt die Allianz, Europa und Japan über- und Emerging Markets unterzugewichten sowie die USA neutral zu gewichten. Die USA befinden sich bereits fünf Jahre in einem Bullenmarkt, die Bewertungskennzahlen sind im relativen Vergleich aktuell fair. Die Unternehmen weisen weiterhin sehr hohe Gewinnspannen auf und sind damit hoch profitabel, ein Gewinnwachstum von 10 Prozent erscheint auch heuer noch möglich. Für europäische Aktien sprechen die Verbesserung der Konjunkturindikatoren sowie weiter rückläufige Risikospreads. Aufgrund der Verbesserung der makrowirtschaftlichen Situation erwarten wir auch, dass die lange Periode von negativen Gewinnrevisionen zum Ende kommt. Bewertungen an den europäischen Märkten liegen weiter unter dem historischen Durchschnitt und damit relativ günstig. In Japan können die Unternehmen mittlerweile deutlich von der Schwächung des Yen profitieren, Investoren vertrauen den „Abenomics“ und bauen auf weitere wachstumsfördernde Maßnahmen. In den Emerging Markets waren zuletzt massive Geldzuflüsse internationaler Investoren zu verzeichnen. Obwohl Emerging Markets-Aktien mittlerweile viele Risiken eingepreist haben und dementsprechend einen Discount aufweisen, bleiben Investoren vorsichtig.

Auf der Anleihenseite empfiehlt die Allianz, Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen aus den Emerging Markets und USA überzugewichten und Europa neutral zu gewichten. Unternehmensanleihen sowohl im Investmentgrade- als auch im High Yield-Bereich sind etwas teuer, allerdings unterstützt die gute Liquiditätssituation und starke Nachfrage die Assetklasse. In den USA sollte das Tapering die Zinsen für Staatsanleihen weiter nach oben drücken, in Europa gingen die Spreads der Peripherieländer in den letzten Monaten deutlich zurück und erreichten ein 3-Jahrestief. Anleihen aus Emerging Markets haben 2013 stark gelitten, die schlechte konjunkturelle Datenlage und der Anstieg der Zinsentwicklung in den USA führten zu dieser Entwicklung.

Als Risiken für das erste Quartal charakterisiert Bruckner verstärkte Marktschwankungen, wobei die Diskussion um die Rücknahme expansiver Maßnahmen seitens der Zentralbanken weiter geführt wird. Das Jahr 2014 sollte aber global von einer Fortsetzung des Bullenmarktes gekennzeichnet sein: „Es mehren sich die Anzeichen einer Belebung der Weltwirtschaft und damit auch einer Zunahme bei Unternehmensgewinnen“, so Bruckner abschließend.

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