Gröschls Mittwochskommentar: 14/2025

Der wöchentliche Blick auf die Märkte, (Geo-)Politik, Known Unknowns und andere wichtige Entwicklungen. Verfasst von e-fundresearch.com Gastautor Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH. Markets | 02.04.2025 12:10 Uhr
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto
Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH / © e-fundresearch.com & interfoto

Tariff-Day! :-) Normalerweise würde man ja meinen, angesagte Katastrophen finden nicht statt, aber da es sich hier sozusagen um eine Ongoing-Catastrophy handelt, gilt das diesmal wohl nicht. Selbst wenn´s dann doch nicht so schlimm kommt, wie erwartete, wird´s jedenfalls nur eine vorübergehende Spitze in die eine oder andere Richtung sein, die schon morgen durch die nächste Absurdität abgelöst werden wird. Grundsätzlich an das Gute, das System und den unbändigen Drang der Menschheit dann doch immer wieder das Richtige tun zu wollen, glaubend, ist hier diesmal leider Schicht im Schacht bzw. Ende Gelände. Soviel (un)kreative Zerstörung hält nichts und niemand aus.

Was wir aber einmal mehr überdeutlich vor´s Triefauge geführt bekommen, ist, dass man die Narzissten, insbesondere, wenn sie dann noch etwas einfältig sind (oder sind sie das immer? ;-)), meiden muss, wie der Teufel das Weihwasser! Spätestens, wenn sich da dann gleich mehrere auf einem Haufen, wie die Seehunde neben und übereinander in der eigenen Sonne rekeln, heißt´s: Obacht! Und bitte, alle die jetzt schreien, der Unaussprechliche hat aber eh recht und er tut eh das Richtige und die bösen Migranten und die Fake-News Medien und überhaupt, wir wissen´s, weil´s die tief-blonde Leavitt gsagt hat oder weil´s der lustige Youtuber auf seinem Kanal propagiert, dürfen sich jetzt alle selber überlegen, ob sie wirklich richtig stehen, wenn dann wieder das Licht angeht. :-)

So, einmal losgelassen, gleich noch eine Sache: Darauf zu hoffen, dass alles nicht ganz so schlimm kommt, wie angekündigt und es dann, weil´s nur 17% anstatt 25% Einfuhrzölle sind, zu einer Reliefrally kommt, die man schön nach oben reiten kann, mag zwar eine Trading-Idee sein, taugt aber nicht zu einer mittelfristigen Strategie. Damage Done! (TD 2002 und so ;-), falls wer einen Soundtrack braucht!) Was hier aktuell geschieht, wird, wenn es tatsächlich vier Jahre dauern sollte, nachhaltigen Schäden hinterlassen und das nicht nur an den Finanzmärkten. Wäre eine Korrektur, ob der eh schon recht sportlich gepreisten Aktienmärkte, sowieso angestanden, fängt der Spaß unter Umständen jetzt erst richtig an. Höchst spannende Levels sind in diesem Zusammenhang die 5500 im S&P500 und die 19.000 im NASDAQ….

Was (mir ;-)) besonders weh tut, ist, dass das ganze Chaos völlig ohne Not vom Zaun gebrochen wurde. Warum hier eine eigentlich gut laufende, eventuell eine bisserl überhitzte Konjunktur derart mutwillig an die Wand gefahren wird, ist eigentlich unfassbar. Sprachlos sind wir aber erfreulicherweise deswegen noch lange nicht! ;-) Zu hinterfragen gilt es jetzt natürlich wie konnte es soweit kommen? Haben bei der Personalauswahl und dem Wahlausgang tatsächlich fremde Mächte und hauseigene Tech-Milliardäre ihre Finger im Spiel? Und, haben mehr Staaten Interesse daran die USA wieder für sich zu gewinnen oder eint sie das gemeinsame Ziel die US-Vorherrschaft ein für alle Mal zu den Akten zu legen?

So zweiteres zutrifft, ist die aktuelle US-Administration verhandlungstechnisch den besten Köpfen aus Russland und China, dem Iran und mit Abstrichen Indien etc gewachsen, oder ist die aktuelle Ministerriege möglicherweise nur das Zweitbeste, was die Vereinigten Staaten zu bieten hätten? Militärisch scheinen die Amerikaner noch die Nase vorn zu haben, aber auch da ist die Frage, ob ein Fünf Sterne General strategisch nicht die vernünftiger Wahl gewesen wäre, als ein (aus welchen Gründen auch immer) demissionierter Major. Jedenfalls haben historisch Bündnisse die Angewohnheit sich zu verändern, wenn sich die Voraussetzungen ändern und – hier schließt sich der Kreis – am Ende mag, die die die Anderen dauernd beschimpfen keiner. Mal sehen, wessen Kinderaugen am Ende am traurigsten sind…

Kann noch alles gut gehen? Natürlich und falls nicht, merken wir´s in Wien hoffentlich wirklich erst in zehn Jahren… :-)

Gehabt Euch wohl!

Florian Gröschl, Geschäftsführer und Miteigentümer der Absolute Return Consulting GmbH

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Florian Gröschls obiger Kommentar stellt eine Markteinschätzung aufgrund von selbstentwickelten Systemen und persönlichen Erfahrung dar. Keinesfalls ist obiger Kommentar eine Empfehlung oder Meinung der ARC und/oder Florian Gröschl, Positionen welcher Art auch immer einzugehen.

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