„Bevor die USA eine Nation wurden, waren sie eine Investition.“ - Paul Atkins, Chef der US Wertpapieraufsicht
1607 wurde die erste englische Siedlung in der neuen Welt in Jamestown (Virginia) gegründet. Finanziert wurde die Expedition über eine Beteiligungsgesellschaft, die Virginia Company, die der englische König James I persönlich ins Leben gerufen hatte.
Der Rest ist gut dokumentierte Geschichte. Von Anfang an war es vor allem der unternehmerische Geist, der aus einer Ansammlung von agrarisch organsierten Kolonien die größte und konkurrenzfähigste Volkswirtschaft der Welt werden ließ. Mit nur 4% der globalen Bevölkerung generiert das Land über 25% der weltweiten Wirtschaftsleistung. Von den 100 größten börsennotierten Unternehmen kommen 59 aus den USA (Zahlen von McKinsey).
Als Vater dieses gigantischen kommerziellen Erfolges darf mit Fug und Recht Alexander Hamilton gelten, der erste Finanzminister der USA. Er überzeugte die 13 frisch gebackenen Bundesstaaten davon, gemeinschaftliche Staatsanleihen zu emittieren, damit die Schulden des Unabhängigkeitskrieges zurückgezahlt werden konnten. Dadurch legte er den Grundstein für den größten und liquidesten Rentenmarkt, den die Welt heute besitzt. Seine zweite bahnbrechende Leistung war die Gründung der ersten amerikanischen Bank, der Bank of New York (heute Bank of New York Mellon).

The Bicentennial Almanac – Jahrbuch anlässlich 200 Jahre USA
Werfen wir noch einen Blick in die jüngere Geschichte, ins Jahr 1976 …
Damals feierten die USA ihren 200. Geburtstag, kämpften aber gleichzeitig mit den Folgen einer Energiekrise und eines Krieges (Vietnam). Die Parallelen zur Gegenwart sind also, zumindest was die äußeren Umstände betrifft, frappant. Dennoch befinden sich die Vereinigten Staaten, wie übrigens die westlichen Industrieländer insgesamt, heute in einer wesentlich günstigeren Ausgangslage. Die USA sind in Punkto Energie autark und von der damaligen Stagflation weit entfernt. Ein Bezug zu den 70er Jahren hat aber nichts von seiner Strahlkraft verloren. Damals begann der Aufstieg der Wall Street zu der dominanten Stellung, die sie bis heute innehat. 1976 belief sich die Marktkapitalisierung des gesamten S&P 500 auf 660 Milliarden Dollar. Das entspricht heute dem, was Oracle oder Visa auf die Waage bringt - jede Aktie für sich, wohlgemerkt! Wenn man weiters bedenkt, dass vor 50 Jahren noch keines der “Magnificent Seven” Unternehmen existiert hat, so wird die enorme Innovationskraft der amerikanischen Wirtschaft umso deutlicher.
Selbstverständlich gibt es auch Schattenseiten. 1976 belief sich die Verschuldung der USA auf aus heutiger Sicht lächerliche 30% des BIP. Mittlerweile sind wir hier bei 120% gelandet. Das Defizit hat sich ebenfalls erhöht, wenn auch nicht im selben dramatischen Ausmaß. Damals, also 1976, lag es bei 4% der Wirtschaftsleistung, heute sind es 6%.
„Wir, das Volk der Vereinigten Staaten, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen …“
Diese Formulierung aus der Präambel zur amerikanischen Verfassung bringt es auf den Punkt. Die USA erkennen an, dass die Ideale ihrer Gründung nicht immer mit der Realität Schritt halten können. Aber das Land bekennt sich zu dem ständigen Streben nach Verbesserung und nach Erfolg. Ein Erfolg, der sich nicht zuletzt im Aufstieg der Wall Street zum größten Kapitalmarkt der Welt eindrucksvoll widerspiegelt.
In diesem Sinne: Happy Birthday, America!
Monika Rosen, e-fundresearch.com Gastautorin & Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft
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Über die e-fundresearch.com Gastautorin:
Monika Rosen war über 20 Jahre Chefanalystin einer österreichischen Großbank. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft ist sie weiterhin gefragte Spezialistin zu allen Finanzthemen.
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Im RosenCorner bietet Monika Rosen ab sofort regelmäßig auf e-fundresearch.com internationale Perspektiven und klare Kante. Als Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft und erfahrene Finanzmarkt-Expertin liefert sie ihre Einschätzungen zu Markt, Wirtschaft und globalen Entwicklungen.
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