Der „Debasement‑Trade“ beschreibt ein Anlageverhalten, bei dem sich Investoren gezielt aus Fiat‑Währungen und Staatsanleihen zurückziehen und stattdessen verstärkt in knappe Sachwerte wie Gold, Silber, Immobilien oder digitale Vermögenswerte investieren. Hintergrund ist die Erwartung, dass Regierungen und Zentralbanken aufgrund ausufernder Staatsschulden, Inflation und anhaltender Geldmengenausweitung den Wert ihrer Währungen schleichend entwerten. Investoren rechnen damit, dass jede Geldeinheit künftig weniger Kaufkraft besitzt und suchen daher Schutz in Vermögenswerten, die nicht beliebig vermehrbar sind.
In den vergangenen Monaten hat sich der „Debasement‑Trade“ verstärkt, weil politische und fiskalische Unsicherheiten weltweit zunehmen. Die extrem hohen US‑Staatsschulden, die aggressive Fiskalpolitik sowie wachsende Zweifel an der Stabilität des Dollars haben zu deutlichen Verkäufen von US‑Anleihen und dem Dollar geführt. Gleichzeitig erreichten Gold und Silber neue Rekordstände – ein Hinweis auf die Flucht aus Werten mit Geldentwertungsrisiko. Zudem verschärfen geopolitische Spannungen und Angriffe auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken die Unsicherheit zusätzlich.
Kommt nun die große Geldentwertung? Vermutlich nicht, schließlich sind die Inflationsraten und längerfristigen Inflationserwartungen verankert und liegen in der Eurozone bei rund 2 % und in den USA zumindest unter 3 %. Der Abverkauf von US‑Staatsanleihen und US‑Dollar ist eher als temporäres Misstrauen gegenüber der Außen‑ und Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump zu deuten. Bislang hat das Korrektiv der Finanzmärkte jedoch gut funktioniert: Sobald die US‑Renditen zu stark stiegen, folgten kalmierende Statements des US‑Präsidenten oder des Finanzministers – und daraufhin beruhigten sich die Märkte wieder. Dieses Verhalten war im Zuge der Zolldiskussionen und zuletzt auch in Davos mit Annexionsplänen zu Grönland gut sichtbar – der „TACO‑Trade“ (Trump always chickens out) hat wieder funktioniert.
Wir sind der Meinung, dass die Reaktionen der Kapitalmärkte von den USA weiterhin ernst genommen werden. Schließlich muss sich das hoch verschuldete Land laufend refinanzieren. Die Bestellung des designierten FED‑Chefs Kevin Warsh, der als eher falkenhaft gilt, trug zuletzt zur Beruhigung der Lage bei.
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