Die Eskalation im Nahen Osten führt zu spürbaren, jedoch bislang kontrollierten Marktbewegungen. Während Aktien nachgeben und Staatsanleihen leicht unter Druck stehen, zeigen sich die deutlichsten Ausschläge bei Energiepreisen: Öl und insbesondere europäisches Gas legen kräftig zu.
Panik herrscht jedoch nicht – die Marktmechanik funktioniert geordnet. Entscheidend für den weiteren Verlauf bleibt die Entwicklung rund um die Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil der globalen Energieexporte abgewickelt wird. Eine längerfristige Beeinträchtigung hätte Auswirkungen auf Wachstum, Inflation sowie Zins- und Aktienmärkte.
Vor dem aktuellen Markthintergrund halten wir an unserer strategischen Positionierung fest und beobachten die Lage engmaschig. Über relevante Veränderungen informieren wir Sie zeitnah.
Was ist die Ausgangslage?
(Stand: Dienstag, 03. März 2026, 09:30 Uhr)
Eine erneute Eskalation im Nahen Osten führt zu entsprechenden Kursausschlägen auf den internationalen Kapitalmärkten, die aber, mit einer Ausnahme, als moderat einzustufen sind. Wir sehen einen geordneten Handel: Es geht nach unten, aber von Panik kann keine Rede sein.
Wie zu erwarten, sind die deutlichsten Ausschläge am Markt für Rohöl und Gas zu bemerken. Der Ölpreis legt seit Freitag rund 15 % zu, der europäische Gaspreis um rd. 70 %. Letzterer Anstieg ist bedingt durch den angekündigten Produktionsstopp einer großen LNG-Anlage in Qatar und der momentan sehr angespannten Lage rund um die Straße von Hormus.
Aktienseitig sinken die europäischen Notierungen um rd. 4,7 %, die US-Märkte sind zwischen 1,5 % (S&P 500) und 1,8 % (Nasdaq) im Minus.
Der US-Dollar legt um rund 1,5 % zu, wodurch die Verluste der US-Börsen in Euro abgefedert werden. Gold fungiert nur bedingt als sicherer Hafen und steigt auf rund 5.300 USD je Feinunze (plus 1,3 %). Rentenseitig sind Staatsanleihen wegen eines eventuell stärkeren Inflationsdrucks leicht unter Druck: 10-jährige deutsche Staatsanleihen steigen um 0,14 %-Punkte auf 2,78 % (Stand von Mitte Februar) 10-jährige US-Staatsanleihen steigen um 0,15%-Punkte auf 4,09% (Stand von Mitte Februar) Spreadseitig sind Ausweitungen festzustellen, die sich momentan in Grenzen halten: - Unternehmensanleihen HG +0,05 %-Punkte - Unternehmensanleihen HY +0,15 %-Punkte - Emerging Markets unverändert (Stand Montag Schluss); Anleihen aus dem Mittleren Osten verzeichnen im Schnitt eine Ausweitung von rund 0,05 %-Punkten.
Was könnte kommen?
Die Schlüsselfrage für die Weltwirtschaft ist nicht nur unseres Erachtens, ob die Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte, über die 20% der weltweiten Exporte abgewickelt werden, länger als nur einige Wochen faktisch gesperrt bleiben wird. Falls ja, würde dies das globale Wachstum beeinträchtigen und die Inflation spürbar ansteigen lassen – beides mit entsprechenden Auswirkungen auf die Zins- und Aktienmärkte.
Festzuhalten ist jedoch, dass der überwiegende Teil des Öls, das die Straße von Hormus passiert, für China, Indien, Japan und Korea, weniger für Europa bestimmt ist (LNG ist eine andere Geschichte – deswegen der deutliche Anstieg des europäischen Gaspreises).
Wir gehen allerdings davon aus, dass die US-Administration alles daransetzen wird, einen anhaltenden Anstieg der Energiepreise zu verhindern, was bei den US-Zwischenwahlen im November innenpolitisch schaden könnte. Selbst bei scharfer Eskalation ist eine vollständige, lange Schließung der Straße von Hormus kein „Highway-To-Hell“, und es gibt Puffer (Lagerbestände, 'Opec+‘ Produktions-ausweitung).
Zu beobachten bleibt, inwieweit Produktionsanlagen wichtiger Produktionsländer intakt bleiben. Zieht man Vergleiche zu früheren Konflikten in der Region, dann ist erwartbar, dass der Schutz dieser Anlagen höchste Priorität genießt.
Noch ist Wesentliches unklar: Wie lange dauert der Konflikt? Was ist mit dem Regime im Iran? Wie sind die internationalen Lieferketten betroffen? Die USA und Israel gehen von einem „mehrwöchigen Militäreinsatz“ aus, laut US-Verteidigungsminister Pete Hegseth werde es keinen „endlosen Krieg“ geben und es handelt sich nicht um einen „Regimewechselkrieg“.
Wie positionieren wir uns?
Vor dem Hintergrund der aktuellen Marktreaktionen und der vielen Möglichkeiten für die weiteren Entwicklungen lassen wir vorerst unsere Positionierung unverändert.
Was wir jetzt für besonders wichtig erachten: Ruhe bewahren!
In der Vergangenheit hat sich schon mehrfach gezeigt, dass politische Entwicklungen an den Finanzmärkten oft nur von kurzfristiger Natur sind. Behalten Sie gerade jetzt eine langfristige Anlagestrategie bei.
Kurzfristige Verkäufe in Phasen mit hohen Unwägbarkeiten schaden dem langfristigen Ertragsziel meist mehr, als sie nützen. Bleiben Sie daher besonnen und vertrauen Sie auf die langfristige Anlagestrategie mit breiter Streuung der Anlageklassen in den KEPLER Mischportfolios.
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