Fünf Gründe, warum FinTechs auch künftig interessant bleiben

FinTechs – eine seit einigen Jahren verwendete Wortschöpfung aus den Begriffen „Finanz“ und „Technologie“ – gelten als regelrechte Revolution in der aktuellen digitalen Revolution und verzeichnen nicht erst seit Beginn der COVID-19-Pandemie ein sehr starkes Wachstum. Dieser Trend dürfte sich infolge der vermehrten Nutzung digitaler Angebote durch die Verbraucher auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Carmignac | 01.02.2022 15:20 Uhr
© Carmigac
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Von Unternehmen der FinTech1-Branche entwickelte Angebote wie Kredite oder Online-Zahlungslösungen profitieren ausgiebig davon, dass Verbraucher seit Ausbruch der Pandemie immer öfter kontaktlos bezahlen und Geschäfte aus der Ferne erledigen möchten. Diese Angebote gab es zwar auch schon vor COVID-19, die Pandemie hat jedoch die Aneignung neuer Gewohnheiten beschleunigt und die Praktiken der Verbraucher tiefgreifend verändert. 

Aus diesem Grund dürfte der weltweite FinTech-Markt laut einer aktuellen Studie zum Thema, The Global FinTech Market Report 2021, zwischen 2020 und 2026 jährlich um durchschnittlich fast 27% wachsen. 

Diese Aussichten sind für Anleger zwangsläufig interessant. Gemäß dem Strategieberatungsunternehmen Boston Consulting Group stiegen die Investitionen in FinTechs im dritten Quartal 2021 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal um 173%. Darüber hinaus waren die Unternehmen des Sektors bereits in den vergangenen drei Jahren an den Börsen überaus begehrt.

Doch das Potenzial von FinTechs ist noch nicht ausgeschöpft, denn einige Akteure des Sektors erobern dank ihrer sehr hohen Agilität und der verwendeten Spitzentechnologien immer öfter beträchtliche Marktanteile. 

Nachstehend nennen wir fünf Gründe dafür, warum man FinTechs unseres Erachtens auch in Zukunft genau im Auge behalten sollte: 

Kredite 

Dank ihrem technologischen Know-how und ihrer naturgemäßen Fähigkeit, Daten zu erfassen und zu verarbeiten, um den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden, können FinTechs Produkte mit niedrigeren 

Zinsen anbieten als traditionelle Banken. Darüber hinaus verfügen diese Unternehmen über transparentere Tarifstrukturen, was sich positiv auf das Vertrauen der Nutzer und die Kundentreue auswirkt. 

Auch bieten sie Dienstleistungen wie etwa die Funktion „jetzt kaufen, später bezahlen“2 an, die zunehmend gefragt sind. Finanziert werden diese Angebote durch Gebühren, die die FinTechs den Händlern im Zuge der Kaufabwicklung berechnen oder von den Kunden bei verspäteter Rückzahlung verlangen. 

Zahlungslösungen 

Seit Beginn der Pandemie steigt die Nutzung von Online- oder kontaktlosen Zahlungslösungen derart schnell, dass herkömmliche EC- oder Kreditkarten bald verschwinden könnten. Wir rechnen damit, dass in den USA in den kommenden fünf Jahren zwei von fünf Einkäufen im Einzelhandel mit dem Smartphone bezahlt werden – viermal mehr als heute. 

In anderen Industrieländern wird ein ähnliches Wachstum erwartet, und in den sogenannten Schwellenländern, wo viele Menschen direkt vom Bargeld zum Smartphone wechseln, könnte diese Entwicklung sogar noch schneller verlaufen. 

Neben Zahlungslösungen für Privatpersonen entwickeln einige FinTechs auch Angebote für Geschäftskunden. Diese sollen Transaktionen zwischen Unternehmen erheblich erleichtern, indem sie interne Prozesse, die zu Zahlungsverzügen führen, effizienter gestalten. Bedenkt man, dass Unternehmen derzeit im Durchschnitt 70 Tage lang auf Zahlungen von ihren Geschäftskunden warten, so haben diese digitalen Angebote durchaus ihren Reiz. 

Kryptowährungen 

Kryptowährungen3 verzeichnen seit etwas mehr als zehn Jahren ein rasantes Wachstum. Für den Finanzsektor, der sich bisher darauf verließ, dass Währungen von Zentralbanken verwaltet werden, handelt es sich dabei womöglich um den größten Umbruch. Die insbesondere während der Pandemie erheblich gestiegenen Ausgaben der öffentlichen Hand schüren die Sorge, dass die Staaten zunehmend von den Zentralbanken finanziert werden. 

Diese Bedenken bewegen immer mehr Unternehmen dazu, Barmittel in Kryptowährungen wie Bitcoin – die bekannteste dieser Währungen – zu platzieren. Einige Unternehmen möchten diese virtuellen Währungen zudem als Zahlungsmittel verwenden. 

Diese Lösungen sind jedoch nicht ohne Risiko. Zum einen richten die Aufsichtsbehörden ihre Aufmerksamkeit immer stärker auf dieses Thema, da Kleinanleger viel mit Kryptowährungen spekulieren. Zum anderen ist es nahezu unmöglich, den Wert dieser an keine Volkswirtschaft gebundenen Währungen zu schätzen. Darüber hinaus sind sie im Gegensatz zu Gold noch nicht etabliert genug, um als alternatives Wertaufbewahrungsmittel betrachtet werden zu können. 

Dennoch dürften Kryptowährungen weiter an Bedeutung gewinnen und sowohl das Interesse von immer mehr professionellen Anlegern als auch das für Kryptografie insgesamt wecken, d. h. für Verschlüsselungsverfahren zur Gewährleistung der Datenintegrität. Diese reichen von Kryptowährungen bis zum Handel mit alternativen Finanzanlagen. 

Cybersicherheit

Angesichts der Entwicklung im Bereich der digitalen Lösungen sehen sich Finanzinstitutionen mit neuen Herausforderungen im Bereich der Sicherheit konfrontiert. Der Anstieg der Transaktionszahlen und der zunehmende Wunsch nach einfacheren Authentifizierungsverfahren, aber auch immer häufigere Cyberangriffe haben dazu geführt, dass Lösungen für die Cybersicherheit im Finanzsektor unerlässlich geworden sind. 

Die Nachfrage nach hochmoderner Sicherheitssoftware ist daher so stark wie nie. Das Beratungs- und Research-Unternehmen Gartner hat errechnet, dass die weltweiten IT-Ausgaben im Finanzsektor in den fünf Jahren bis 2025 durchschnittlich um rund 6,5% pro Jahr steigen dürften. 

ESG 

Kriterien für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (ESG) stehen heute im Zentrum der Anlegerinteressen, und mithilfe von FinTechs lassen sich bestimmte soziale Probleme bewältigen. 

So ermöglichen ihre Dienstleistungen etwa den Zugang zu Lösungen, die bisher beispielsweise zu kostenintensiv oder in bestimmten Regionen unmöglich umzusetzen waren. In den Schwellenländern, wo nur wenige Menschen über ein Bankkonto verfügen, haben FinTechs bereits dazu beigetragen, bestimmte Bevölkerungsgruppen aus der Armut zu befreien. Denn heute muss man nicht mehr zwangsläufig über ein Bankkonto verfügen, um einen Kredit aufzunehmen oder eine Versicherung abzuschließen – ein Smartphone genügt. 

Wenn Sie mehr über die von uns beobachteten disruptiven Trends erfahren möchten, klicken Sie hier.

1 FinTechs sind Technologieunternehmen, die neue Finanzdienstleistungen anbieten und so die traditionellen Akteure des Banken- und Finanzsektors herausfordern.
2 Bei diesem Angebot können die Kunden einen Kauf sofort tätigen und die fällige Summe in mehreren Raten, z. B. über einen Zeitraum von sechs Wochen, begleichen. Diese Zinsen für diese Kredite liegen in der Regel bei 0%.
3 Virtuelle Zahlungsmittel, die im Wesentlichen im Internet genutzt werden können und auf Kryptografie – d. h. Verschlüsselung zur Gewährleistung der Unverletzlichkeit der Daten – setzen, um die Durchführung von Transaktionen und die Erschaffung von Währungseinheiten zu sichern. Kryptowährungen unterliegen nicht der Kontrolle durch die Aufsichtsbehörden und Zentralbanken.

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