Emerging-Markets-Anleihenausblick 2026: Die Dynamik hält an

Schwellenländeranleihen starten mit Rückenwind in das Jahr 2026. Robustes Wachstum, stabile Fundamentaldaten, attraktive Realrenditen und erneute Kapitalzuflüsse stützen das Marktumfeld. Auch Bewertungen, technische Faktoren und selektive Chancen in Frontier- und Unternehmensanleihen bleiben unterstützend. William Blair Investment Management | 19.01.2026 10:48 Uhr
© William Blair
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Kernaussagen

  • Das Momentum bei Emerging-Markets-Anleihen dürfte mit Blick auf 2026 intakt bleiben, gestützt durch robustes Wachstum, sich verbessernde Bilanzen, ein moderates Inflationsumfeld und erneute Kapitalzuflüsse.

  • Fundamentale Faktoren und technische Rahmenbedingungen bleiben konstruktiv: stabile fiskalische und externe Positionen, eine lockerere Geldpolitik sowie eine begrenzte Netto-Neuemissionstätigkeit.

  • Die Bewertungen bieten weiterhin Aufwärtspotenzial – dank attraktiver Realrenditen, möglicher Währungsaufwertungen sowie selektiver Chancen in Frontier-Märkten und im Unternehmensanleihesegment.

Das Momentum bei EM-Anleihen hält an, und wir sind der Ansicht, dass die zugrunde liegenden Treiber nichts von ihrer Kraft verloren haben. Solides Wachstum, verbesserte Bilanzen, attraktive Realrenditen und erneute Zuflüsse haben die Stärke aus dem Jahr 2025 in das kommende Jahr getragen. Zunächst jedoch ein Blick zurück auf 2025.

Starke Entwicklung im Jahr 2025

EM-Anleihen verzeichneten 2025 ein starkes Jahr. Die Anlageklasse erzielte über alle Segmente hinweg robuste Erträge: Die Kreditspreads von Unternehmens- und Staatsanleihen in Hartwährung gingen zurück, während die Renditen sanken. Im Lokalwährungssegment werteten EM-Währungen auf, zugleich gingen die lokalen Zinsen zurück. Über das gesamte Jahr hinweg profitierten EM-Anleihen von einer Kombination aus widerstandsfähigen Fundamentaldaten, günstigen technischen Bedingungen und unterstützenden Bewertungen. Dies führte zu einer starken Wertentwicklung über sämtliche Teilsegmente hinweg.

Ein stabiles makroökonomisches Umfeld

Trotz wachsender Sorgen über mögliche Auswirkungen globaler Handelsspannungen infolge der US-Politik sowie anhaltender geopolitischer Konflikte bleibt das fundamentale Umfeld insgesamt robust. Wir gehen davon aus, dass diese Widerstandsfähigkeit auch 2026 Bestand haben wird.

Wir erwarten, dass die EM-Volkswirtschaften im kommenden Jahr auf BIP-gewichteter Basis um rund 3,7% wachsen werden, wie in der untenstehenden Grafik dargestellt. Damit läge das Wachstum in etwa auf dem Niveau der für 2025 geschätzten 3,9%, die die Erwartungen übertroffen hatten, nachdem im April 2025 Bedenken im Zusammenhang mit den US-Zollankündigungen aufgekommen waren.

Dieses solide Wirtschaftswachstum dürfte weiterhin die fiskalischen und schuldenbezogenen Entwicklungen in den meisten Schwellenländern stützen. Wir rechnen mit stabilen fiskalischen Positionen sowie weitgehend unveränderten Schuldenquoten. Darüber hinaus sollten produktivitätssteigernde Effekte im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz die Wachstumsdynamik in vielen EM-Ländern zusätzlich unterstützen.

Besonders positiv stellen sich die Außenbilanzen dar. Wir gehen davon aus, dass anhaltende Kapitalzuflüsse, starke ausländische Direktinvestitionen und gesunde Leistungsbilanzüberschüsse zu soliden Zahlungsbilanzpositionen führen werden. Das Inflationsumfeld ist moderat, was den Zentralbanken in den Schwellenländern weiteren Spielraum für Zinssenkungen eröffnen dürfte und damit zusätzliche Unterstützung bietet.

Robustes BIP-Wachstum in den Schwellenländern

Wir erwarten, dass das BIP-Wachstum in den Schwellenländern regional breit abgestützt und über den Prognosezeitraum hinweg nahe bei 4% bleiben wird. Asien und Afrika bleiben dabei führend. Auch wenn sich das Wachstum ab 2025 leicht abschwächt, bleibt der übergeordnete Trend stabil und unterstreicht die Widerstandsfähigkeit der EM-Volkswirtschaften.

Sources: Oxford Economics, J.P. Morgan, and William Blair, as of October 31, 2025. Years 2025, 2026, and 2027 are forecasts. 

Im Jahr 2025 verzeichnete der effektive US-Zollsatz auf importierte Güter einen der stärksten Anstiege seit mehr als einem Jahrhundert. Bis zum Jahresende 2025 fielen die Auswirkungen jedoch weniger gravierend aus, als viele im April prognostiziert hatten. Gegenseitige Zölle, die angekündigt worden waren, wurden durch Ausnahmen für kritische Güter sowie nachfolgende Anpassungen abgeschwächt. Auch wenn Risiken im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik und dem globalen Handel weiterhin bestehen, sind die Schwellenländer zunehmend besser abgeschirmt. Der Handel zwischen Schwellenländern macht inzwischen mehr als 50% des gesamten EM-Handelsvolumens aus, gegenüber rund 25% zu Beginn der 2000er-Jahre, wie die untenstehende Grafik zeigt. Dies reduziert die Abhängigkeit der Schwellenländer von entwickelten Volkswirtschaften deutlich, insbesondere von den Vereinigten Staaten.

Während sich das globale Wachstum infolge nachlassender Dynamik in den entwickelten Märkten verlangsamen könnte, sind wir der Auffassung, dass die Fundamentaldaten der Schwellenländer ausreichend robust sind, um dieser allmählichen Abschwächung standzuhalten. Das Risiko von Kreditausfällen dürfte dabei insgesamt gut begrenzt bleiben. Insgesamt beurteilen wir die fundamentalen Rahmenbedingungen in den Schwellenländern als konstruktiv für eine anhaltend starke Wertentwicklung.

Zunehmender Handel innerhalb der Schwellenländer

Der Handel zwischen Schwellenländern macht inzwischen mehr als 50% des gesamten EM-Handels aus, gegenüber rund 25% zu Beginn der 2000er-Jahre. Dies reduziert die Abhängigkeit der Schwellenländer von entwickelten Volkswirtschaften, insbesondere von den Vereinigten Staaten, deutlich.

Sources: Direction of Trade Statistics (DOTS) and William Blair. Data is from March 31, 1970, through June 30, 2025, quarterly. DOTS presents the value of merchandise exports and imports disaggregated according to a country’s primary trading partners. Area and world aggregates are included in the display of trade flows between major areas of the world. Reported data is supplemented by estimates whenever such data is not available or current. Imports are reported on a cost, insurance and freight (CIF) basis and exports are reported on a free on board (FOB) basis, with the exception of a few countries for which imports are also available FOB. Time series data includes estimates derived from reports of partner countries for non-reporting and slow-reporting countries. 

Unterstützende technische Rahmenbedingungen

Wir erwarten, dass die technischen Rahmenbedingungen unterstützend bleiben. Die Netto-Neuemission von Schuldtiteln dürfte begrenzt bleiben und unter den historischen Durchschnittswerten liegen. Zudem sollten bilaterale und multilaterale Institutionen den Schwellenländern weiterhin umfangreiche und günstige Finanzierungsmöglichkeiten bereitstellen, was den Bedarf an neuen Schuldtiteln reduziert.

Gleichzeitig markierte das Jahr 2025 eine Trendwende bei den Kapitalflüssen: EM-Anleihen verzeichneten erstmals seit 2021 wieder Nettozuflüsse. Globale Fixed-Income-Investoren sind in dieser Anlageklasse weiterhin unterinvestiert, was Spielraum für höhere Allokationen schafft. Mit Blick nach vorn erwarten wir für 2026 ein günstiges Umfeld für anhaltende Zuflüsse in spezialisierte EM-Anleihenstrategien.

Attraktive Bewertungen

Die Bewertungen im Segment der EM-Anleihen bleiben mit Blick auf 2026 unterstützend.

Im Hartwährungsbereich sind die Kreditspreads zwar eng, die Renditen liegen jedoch weiterhin über ihren langfristigen Durchschnittswerten. Wir erwarten, dass sich die Spreads auf Indexebene insgesamt in Richtung 250 Basispunkte verengen, getrieben vor allem durch eine weitere Einengung im High-Yield-Segment. Dieses Umfeld dürfte in Kombination mit einem erwarteten Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen (wir rechnen damit, dass die Rendite zehnjähriger US-Treasuries in den kommenden zwölf Monaten auf 3,5% sinkt) attraktive Erträge für den J.P. Morgan Emerging Markets Bond Index (EMBI) Global Diversified unterstützen.

Im Lokalwährungssegment sind wir der Ansicht, dass Investoren das Potenzial für weitere geldpolitische Lockerungen unterschätzen, und sehen erheblichen Wert bei lokalen Zinsen. Die attraktiven Bewertungen lassen zudem Spielraum für Währungsaufwertungen erkennen, da der US-Dollar weiterhin überbewertet erscheint. Wir erwarten, dass EM-Währungen gegenüber dem US-Dollar sowie gegenüber Währungen anderer entwickelter Märkte eine gute Wertentwicklung zeigen. Spot-Wechselkurse im Vergleich zur Kaufkraftparität sowie Realrenditen (wie in den untenstehenden Grafiken dargestellt) unterstreichen weiterhin die bestehenden Chancen.

Abweichungen der Spot-Wechselkurse von der Kaufkraftparität (PPP) je US-Dollar

EM-Währungen erscheinen auf Basis der Abweichungen von der Kaufkraftparität gegenüber dem US-Dollar unterbewertet, während sich die meisten Währungen entwickelter Märkte nahe ihrem fairen Wert oder leicht darüber bewegen. Wir erwarten, dass EM-Währungen gegenüber dem US-Dollar sowie gegenüber Währungen anderer entwickelter Märkte eine gute Wertentwicklung erzielen.

Sources: Bloomberg, Oxford Economics, and William Blair, as of October 31, 2025.

Reale Leitzinsen in entwickelten Märkten, Schwellenländern und Frontier-Märkten

Schwellen- und Frontier-Märkte weisen im Allgemeinen deutlich höhere rückblickende sowie prognostizierte reale Renditen auf als entwickelte Märkte, in denen die realen Renditen nahe null oder im negativen Bereich liegen. Diese Diskrepanz verdeutlicht einen potenziellen Vorteil für Investoren, die positive reale Erträge anstreben, da Volkswirtschaften der Schwellen- und Frontier-Märkte im Vergleich zu entwickelten Märkten attraktivere Einkommensmöglichkeiten bieten könnten.

Sources: Bloomberg, Oxford Economics, and William Blair, as of October 31, 2025.

Ein überzeugendes Argument für Frontier Markets

Wir sind zudem der Ansicht, dass Frontier Markets weiterhin attraktiv bleiben, gestützt durch robuste Fundamentaldaten, hohe reale Renditen und laufende Anpassungen an den Devisenmärkten.

Während der Spielraum für weitere Zinssenkungen nach der aggressiven Lockerung im Jahr 2025 insgesamt begrenzt ist, verfügen ausgewählte Länder – darunter Ägypten, Ghana, Sambia und Kenia – über Raum für zusätzliche geldpolitische Lockerungen, da sich die Inflation abschwächt und sich die externen Bilanzen verbessern. In Nigeria rechnen wir eher mit schrittweisen und datenabhängigen Zinssenkungen als mit deutlichen Anpassungen. Auch wenn das Potenzial für weitere Zinssenkungen in anderen Ländern begrenzt ist, dürften hohe Carry-Erträge, eine Verbesserung der fiskalischen Rahmenbedingungen und robuste externe Bilanzen – insbesondere bei Rohstoffexporteuren – das Investoreninteresse aufrechterhalten.

Trotz engerer Spreads und einer konzentrierten Positionierung in wenigen Märkten halten wir das Risiko-Rendite-Profil weiterhin für positiv. Die meisten Frontier-Schuldtitel bieten nach wie vor einen spürbaren Renditeaufschlag gegenüber Staatsanleihen und Vergleichswerten aus den entwickelten Märkten, während systemische Risiken durch robuste Fundamentaldaten begrenzt bleiben.

Vielfältige Chancen im Unternehmensanleihesegment

Auch im Bereich der Unternehmensanleihen aus Schwellenländern sehen wir weiterhin zahlreiche Anlagechancen, mit zusätzlichen Renditeaufschlägen gegenüber Staatsanleihen bei bestimmten Laufzeiten.

Das Emissionsvolumen erreichte 2025 den höchsten Stand seit 2021, weiterhin getragen von Angebot außerhalb Chinas. Für 2026 wird ein moderater Anstieg der Emissionstätigkeit erwartet, wobei die Nettofinanzierung weiterhin leicht negativ bleibt. Die Ausfallraten werden für das kommende Jahr mit rund 3% etwas höher eingeschätzt, liegen jedoch weiterhin unter den historischen Durchschnittswerten. Da sich die übergeordneten Kreditkennzahlen nur leicht verschlechtert haben und weiterhin besser sind als jene der entwickelten Märkte, halten wir systemische Risiken angesichts der robusten Fundamentaldaten für unwahrscheinlich.

Abschließend gilt: Trotz des anhaltenden Bewertungsdilemmas auf Indexebene – mit historisch niedrigen Spreads bei gleichzeitig attraktiven Gesamtrenditen – bieten Unternehmensanleihen weiterhin einen Renditeaufschlag gegenüber dem jeweiligen Länderrisiko.

Ausblick auf den Ölmarkt

Im Jahr 2025 standen die Ölmärkte unter Druck durch anhaltende Erwartungen eines Überangebots sowie durch Sorgen über den globalen Handel, wobei geopolitische Ereignisse zeitweise für Preisspitzen sorgten. Zum Jahresende bewegen sich die Preise bei etwa 65 US-Dollar je Barrel und damit am unteren Ende der Jahresspanne.

Die Nachfrage nach Rohöl dürfte 2025 um rund eine Million Barrel pro Tag wachsen, etwas unter dem historischen Durchschnitt, aber weiterhin solide. Ein Teil dieser Nachfrage floss jedoch in strategische Reserven in China. Auf der Angebotsseite entstand ein Ungleichgewicht durch zusätzliche Fördermengen aus dem US-Schieferölsektor, Brasilien, Guyana, Kanada, Norwegen sowie von der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC).

Der Aufbau offiziell erfasster Lagerbestände sowie die Zwischenspeicherung sanktionierter Ölmengen im Floating Storage, die letztlich noch auf den Markt gelangen müssenm sprechen für ein Überangebot am Ölmarkt im Jahr 2026. Bei einer erwarteten Überversorgung von mehr als zwei Millionen Barrel pro Tag dürften die Preise trotz stabiler Nachfrage unter Druck bleiben.

Vor diesem Hintergrund bleiben wir bei ölbezogenen Anlagen vorsichtig, weisen jedoch darauf hin, dass schwer vorhersehbare Ereignisse wie geopolitische Entwicklungen oder Reaktionen der OPEC (und anderer Akteure) auf deutlich niedrigere Preise das sichtbare Ungleichgewicht ausgleichen und eine gewisse Preisstützung bewirken könnten. Auch eine Entspannung oder Eskalation geopolitischer Konflikte – etwa in der Ukraine, im Iran oder in Venezuela – dürfte Auswirkungen auf die globalen Ölmärkte haben.

Bemerkenswert ist zudem, dass jüngste Aktualisierungen langjähriger Prognosen von einem stabileren Wachstum der Rohölnachfrage auf absehbare Zeit ausgehen. Einige Szenarien deuten sogar auf eine Angebotsverknappung hin, ausgelöst durch natürliche Förderminderungsraten (den Rückgang der Produktion bestehender Öl- oder Gasfelder) sowie den Investitionszyklus im weiteren Verlauf dieses Jahrzehnts.

Ausblick auf die Metallmärkte

2025 war ein außergewöhnliches Jahr für Metalle, wobei Edelmetalle besonders hervorstachen. Gold und Silber erreichten neue Allzeithochs, getrieben durch Kapitalzuflüsse angesichts geopolitischer Unsicherheit und Zinssenkungen der US-Notenbank. Gold profitierte zudem von Käufen der Zentralbanken, während Silber durch Liquiditätsengpässe infolge von Zollrisiken und Lageraufbau in den USA unterstützt wurde. Platin wiederum profitierte von der starken Entwicklung von Gold, eingeschränkter Liquidität außerhalb der USA sowie einem angespannten Angebot.

Die Entwicklung der Industriemetalle verlief 2025 hingegen uneinheitlicher: Kupfer konnte dank starker Nachfrage im Zusammenhang mit der Energiewende und Angebotsrückgängen überdurchschnittlich zulegen, während die Gewinne bei Aluminium angesichts des reichlichen Angebots moderater ausfielen. Nickel blieb das gesamte Jahr über von Überkapazitäten belastet.

Für 2026 erwarten wir weiterhin unterstützende Rahmenbedingungen für Edelmetalle, getragen vom Zinssenkungszyklus der US-Notenbank, geopolitischer Unsicherheit und hohen Haushaltsdefiziten. Unserer Einschätzung nach dürfte Gold weiterhin von anhaltenden Käufen der Zentralbanken profitieren, die wir als strukturelle Nachfragequelle betrachten. Bei Silber könnten sich die Liquiditätsprobleme entspannen, sofern die Zollrisiken zurückgehen.

Industriemetalle könnten hingegen weiterhin Rückenwind aus übergeordneten Trends wie Elektrifizierung sowie dem Ausbau von KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur erhalten, zudem könnte die zyklische Nachfrage zurückkehren. Wir bleiben jedoch vorsichtig hinsichtlich der Nachfrageentwicklung in China im Jahr 2026, bedingt durch politische Veränderungen und wirtschaftliche Unsicherheit. Gleichzeitig könnte sich das Angebot-Nachfrage-Verhältnis bei Nickel verbessern, falls die indonesische Regierung ihre Anreize zur Ausweitung des Angebots zurückfährt und Energiezuteilungen stärker auf andere Metalle wie Aluminium verlagert werden.

Ein positiver Ausblick

Insgesamt rechnen wir für 2026 mit einem weiteren starken Jahr für Schwellenländeranleihen. Zwar bestehen weiterhin Risiken – unter anderem durch politische Unsicherheiten in den USA, Handelskonflikte und anhaltende geopolitische Spannungen –, wir gehen jedoch davon aus, dass diese Risiken insgesamt gut beherrschbar bleiben.

Ein konstruktives Umfeld für die Wertentwicklung ergibt sich aus robusten Fundamentaldaten mit solidem Wirtschaftswachstum, stabilen fiskalischen Positionen und moderater Inflation, aus Bewertungen, die durch attraktive reale Renditen und Aufwertungspotenzial der Währungen gestützt werden, sowie aus technischen Faktoren wie einer begrenzten Nettoneuverschuldung und Mittelzuflüssen in die Anlageklasse.

Ein Pragmatisches Handeln der US-Politik und ein stabiles globales Engagement untermauern unsere Einschätzung, dass die Chancen die Risiken überwiegen. Entsprechend sind wir positioniert, um Aufwärtspotenziale sowohl in Hart- als auch in Lokalwährungsmärkten zu nutzen.

Marcelo Assalin, CFA, Partner, ist Leiter des Emerging-Markets-Debt-Teams von William Blair und dort zudem als Portfoliomanager tätig.

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