Wir schauen positiv auf 2026, wobei wir uns angesichts der aktuellen Spreads eher auf Carry-Erträge als auf eine deutliche Spread-Kompression konzentrieren.
Unserer Ansicht nach können aktive Manager im aktuellen Umfeld durch eine verbesserte Diversifizierung auf Sektorebene sowie durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rendite und Duration einen Mehrwert schaffen. Darüber hinaus halten wir es für wichtig, den Schwerpunkt auf Sektoren zu legen, die in der Vergangenheit langfristig stärkere risikobereinigte Überschussrenditen erzielt haben, wie z. B. Unternehmensanleihen mit BB-Rating, verbriefte Kredite, Emerging Markets und Front-End-Unternehmensanleihen.
Darüber hinaus glauben wir, dass Anleger davon profitieren werden, wenn sie attraktive Kupons einlösen und einzelne Anleihen mit positiv verzerrten Risiko-Rendite-Erwartungen auswählen, anstatt auf Makro-Wetten zu setzen.
Das Wirtschaftswachstum in den USA dürfte positiv bleiben: Das reale BIP wird für 2026 auf über 2,0% prognostiziert. Während einige Sektoren Anzeichen für eine späte Konjunkturphase zeigen, dürften die robusten Konsumausgaben – gestützt durch Steuersenkungen im Rahmen des One Big Beautiful Bill Act (OBBBA) – und die durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) gestützte Profitabilität der Unternehmen die wirtschaftliche Dynamik aufrechterhalten. Erhebliche KI-getriebene Investitionen in Chips und Rechenzentren dürften das Wachstum weiter ankurbeln. KI-getriebene Produktivitätssteigerungen könnten zur Senkung der Inflation beitragen, aber auch zu einem Rückgang der Arbeitskräftenachfrage führen.
Wir gehen davon aus, dass sich die inflationären Auswirkungen der Zölle auf die Inflationsstatistik im Jahresvergleich in der zweiten Hälfte 2026 weitgehend abschwächen werden. Während sich der disinflationäre Trend bei Energie und Wohnraum fortsetzen wird, dürfte die Gesamtinflation bis Ende 2026 über dem Zielwert der Fed von 2% bleiben.
Angesichts unserer positiven Einschätzung des Wirtschaftswachstums sind wir beim Zinsrisiko leicht pessimistisch, da die Leitzinsen und die Zinsen am längeren Ende der Kurve möglicherweise höher als erwartet bleiben werden. Dennoch bevorzugen wir das kurze Ende der Zinsstrukturkurve gegenüber längeren Laufzeiten: Das kurze Ende dürfte bei einer Konjunkturabschwächung eine bessere Absicherung bieten, da die Fed über reichlich Spielraum für Zinssenkungen verfügt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass die neue Führung der Fed trotz einer starken Konjunktur versuchen könnte, die Zinsen weiter zu senken. In diesem Fall würden wir einen Anstieg der Laufzeitprämien erwarten, was die Kurve weiter versteilern würde.
Unsere zentralen Themen 2026: Wir sind bullisch in Bezug auf Credit-Spread-Carry angesichts solider Fundamentaldaten im Kreditbereich und eines voraussichtlich anhaltenden Wirtschaftswachstums. Darüber hinaus dürfte die Entscheidung der Fed, ihre Bilanzsumme weiter auszubauen, zu einer höheren Liquidität beitragen, was unsere positive Einschätzung der Credit-Spread-Sektoren stützt. Außerdem liegen die Realrenditen weiterhin über 1% und bieten inflationsbereinigtes Ertragspotenzial.
Nicht zuletzt stützen attraktive Bewertungen und eine im Vergleich zu Unternehmensanleihen hohe Bonität der verbrieften Assets unseren konstruktiven Ansatz gegenüber verbrieften Sektoren. Verbriefte Kreditsektoren erscheinen uns sowohl strukturell attraktiv, da sie die Diversifizierung erhöhen und in der Regel einen guten Exzess-Carry pro Einheit der Überschussrendite-Volatilität bieten, als auch taktisch attraktiv, da ihre Spreads auf relativer Basis attraktiv sind.
Wir glauben, dass die derzeit robuste Konjunktur, KI-getriebene Investitionen, die positiven Auswirkungen der jüngsten Zinssenkungen und mögliche weitere Zinssenkungen in Zukunft günstige Rahmenbedingungen für Fixed Income im Jahr 2026 schaffen. Aktive, diversifizierte Strategien mit Fokus auf Carry und risikobereinigten Renditen bleiben unserer Ansicht nach unverzichtbar.
Von Greg Wilensky, Head of U.S. Fixed Income, Janus Henderson Investors
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