Japan ist eines der wenigen Industrieländer, in denen steigende Zinsen als positiv für Aktien, insbesondere im Finanzsektor, bewertet werden können. Nach Jahrzehnten extrem niedriger Zinsen begann die Bank of Japan (BoJ) im März 2024 mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik, beendete die Negativzinsen und gab die Steuerung der Zinsstrukturkurve auf. Seitdem sind die Renditen japanischer Staatsanleihen gestiegen, was ein günstigeres Gewinnumfeld für Banken und Versicherer geschaffen hat.
Für Banken bedeuten höhere Zinsen höhere Nettozinsmargen, wodurch sie bei variabel verzinslichen Krediten und bei der Vergabe neuer Kredite höhere Zinsen verlangen können. So schätzen beispielsweise die Großbanken Mitsubishi UFJ und Sumitomo Mitsui, dass eine Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte ihre jährlichen Nettozinserträge möglicherweise um rund 100 Milliarden Yen steigern könnte. 1 Für Versicherer hingegen bedeuten höhere Zinsen ein stärkeres Kapitalertragspotenzial für die Branche, wodurch sich der Hauptumsatztreiber vom Versicherungsgeschäft hin zu Kapitalanlagen verlagert.
Steigende Zinsen führen zu höheren Renditen bei Staatsanleihen und Finanztiteln

Quelle: Bloomberg, Janus Henderson Investors, Stand: 31. Juli 2026. Zwischen März 2001 und März 2006 setzte die Bank of Japan ihr Ziel für den Tagesgeldsatz aus und führte stattdessen eine quantitative Lockerung ein, bei der sie das Niveau der bei der Zentralbank gehaltenen Bankreserven als Zielgröße festlegte, um die Deflation zu bekämpfen und die Wirtschaftstätigkeit zu stützen. Die Renditen können schwanken und sind nicht garantiert.
„Die Normalisierung der Zinssätze in Japan bedeutet für Banken und Versicherer einen strukturellen Wandel weg von einem niedrigen Renditeumfeld hin zu einem Umfeld, das einen klareren Weg zu einer verbesserten Profitabilität bietet. Dies zeigte sich kürzlich an den starken Gewinnergebnissen japanischer Unternehmen für das Quartal April bis Juni, insbesondere bei den Banken.2 Dies verdeutlicht, dass sich das Gewinnwachstum über den Halbleiterbereich hinaus auf andere Sektoren wie den Finanzsektor ausweitet. Vor dem Hintergrund gestiegener Markterwartungen hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen in diesem Jahr, des Drucks auf die BoJ, die Geldpolitik zu straffen, um den Yen zu stärken, sowie positiver Aussichten für die Unternehmensgewinne halten wir japanische Aktien nach wie vor für sehr attraktiv. Die Anfangsphase der Zinsnormalisierung in Japan hat dazu beigetragen, zahlreichen Sektoren und Unternehmen Auftrieb zu geben. Bei steigenden Zinsen rechnen wir jedoch mit einer stärkeren Differenzierung zwischen Gewinnern und Verlierern, was ein günstigeres Umfeld für eine aktive Aktienauswahl schafft“, sagt Junichi Inoue, Head of Japanese Equities, Janus Henderson Investors.
Weitere beliebte Meldungen:
1 S&P Global.com, Japanische Banken erhalten Auftrieb, da die Zentralbank wieder zur Normalisierung der Geldpolitik übergeht, 19. Dezember 2025.
2 JP Morgan, Aktienstrategie für Japan, 15. August 2026.