Das Haushaltsdefizit im Euroraum steigt leicht an. Daher rechnen wir 2026 mit einer weiterhin erhöhten Nettoemission von mehr als 500 Mrd. Euro. Da auch die Rückzahlungen steigen dürften, gehen wir davon aus, dass das Bruttoemissionsvolumen mehr als 1,4 Bio. Euro erreichen wird. Das würde einen neuen Rekord darstellen. Die EZB setzt zudem ihr Quantitative-Tightening-Programm unverändert fort. Dadurch steigt die Nettoemission inklusive EZB-QT auf fast 900 Mrd. Euro und damit leicht über das Niveau von 2025. Nach dem deutlichen Rückgang auf 36 Prozent 2025 sinkt der Anteil langfristiger Anleihen mit Laufzeiten über zehn Jahren weiter, da wir 2026 mit einer leicht steiler verlaufenden Zinskurve rechnen.
Die aggregierte Nettoemission bleibt stabil, auch wenn sich die Lage auf Länderebene verschiebt. Beispielsweise erreicht Deutschland mit seiner expansiven Fiskalpolitik einen neuen Rekordwert von über 140 Mrd. Euro an Nettoemissionen. Einige der Nicht-Kernländer dagegen verfolgen solidere Haushaltsstrategien. Die beiden Schwergewichte Italien und Spanien werden in der Lage sein, ihre Nettoemissionen zu reduzieren. Gleiches gilt für kleinere Nicht-Kernländer wie Griechenland, Irland und Portugal. Diese Entwicklung stützt das enge Spreadniveau von Nicht-Kernstaatsanleihen im Jahr 2026.
Von Dr. Florian Späte, Senior Bond Strategist bei Generali Investments
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