Wir erwarten 2026 ein stetiges Wirtschaftswachstum, mit Aufwärtsrisiken durch lockere Finanzierungsbedingungen (siehe Grafik 1). Die Zentralbanken haben die Geldpolitik gelockert; für 2026 rechnen wir mit nur einer Zinssenkung der Fed. Gleichzeitig kauft sie T-Bills und führt dem System Liquidität zu. Für Deutschland, die USA, Japan und auch China (vorgezogen) erwarten wir eine deutliche fiskalische Lockerung. Wir sehen klare Belege für die weitere Verbreitung von Künstlicher Intelligenz, wie etwa die Partnerschaft von Siemens und Nvidia zeigt. Präsident Trump wird die Wähler vor den Zwischenwahlen im November beruhigen wollen (siehe Grafik 2). Das impliziert eine teilweise Rücknahme stagflationärer Maßnahmen. Daraus schlussfolgern wir eine anhaltende Präferenz für „riskante“ und zyklische Anlagen.

Die geopolitische Unsicherheit hingegen bleibt weiterhin hoch. Auch wenn das Weiße Haus den Einsatz militärischer Mittel in Grönland als eine „ständige Option“ bezeichnet, gehen wir von einem diplomatischen Weg aus. Wir sehen Fortschritte bei den Sicherheitsvereinbarungen nach dem Krieg in der Ukraine; die territoriale Aufteilung bleibt jedoch eine hohe Hürde. Geopolitische Unsicherheiten werden höhere Militärausgaben nach sich ziehen. Die Entwicklungen zum Jahreswechsel stützen unsere kleine Short-Position in der Anleiheduration. Sie dämpfen jedoch unsere pessimistische Einschätzung des Dollars (wir gingen ohnehin davon aus, dass der Aufwärtstrend des Euro begrenzt sein würde). Insgesamt bleiben wir positiv für Emerging-Markets-Währungen, Lokalwährungsanleihen und Aktien.
Von Vincent Chaigneau, Head of Research bei Generali Investments
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