Die im letzten Jahr angekündigte deutsche „Fiskal-Bazooka” mit zusätzlichen Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben in Höhe von fast 1 Billion Euro bis 2030 könnte das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren um durchschnittlich 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte pro Jahr ankurbeln.
In der Praxis führen die konkreten Haushaltspläne, insbesondere der für die Infrastruktur, zu höheren Ausgaben und einer höheren Verschuldung, aber nur zu geringen öffentlichen Investitionen. Bis zu 40–49% der Mittel werden in den Staatsverbrauch umgeleitet, da die Quoten verzerrt und die Ausgaben zwischen den Haushalten verschoben werden, wodurch sich die makroökonomischen Gewinne verringern.
Die Europäische Kommission hat den deutschen Haushalt im Herbst 2025 gebilligt, aber sollte der erwartete Wachstumsschub schnell nachlassen und sich die Tragfähigkeit der Verschuldung verschlechtern, wird es später auch zu Konflikten mit den europäischen Fiskalregeln kommen.
Bislang haben sich die zusätzlichen Ausgaben noch nicht in den Produktionsdaten niedergeschlagen, aber die steigenden Industrieaufträge sind ermutigend. Der fiskalische Impuls von 1,2 Prozentpunkten im Jahr 2026 deutet auf einen Wachstumsschub im Bereich von 0,3 bis 0,8 Prozentpunkten hin und wird dazu beitragen, das deutsche Wachstum von 0,3% im Jahr 2025 auf 1,2% im Jahr 2026 anzukurbeln.
Um das Wachstum nachhaltig anzukurbeln, ist es unerlässlich, die Bazooka im Rahmen substanzieller Reformen (z.B. weniger Bürokratie, Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit) richtig einzusetzen. Andernfalls wird die deutsche Bazooka am Ende nur eine Eintagsfliege sein.
Von Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments
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