Iran: Finanzielle Auswirkungen der Operation „Epic Fury"

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran erhöht die Unsicherheit an den Finanzmärkten und wirft Fragen zu Energiepreisen, Inflation und Wachstum auf. Generali Investments skizziert mögliche Szenarien für Ölpreise, Anleiherenditen und Aktienmärkte – und zeigt, welche Anlageklassen in der aktuellen Lage profitieren könnten. Generali Investments | 04.03.2026 07:39 Uhr
Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments

Die Gründe für den Angriff sind klar, das Ziel jedoch weniger, was eine Prognose der wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen erschwert. Die USA und Israel streben (realistisch gesehen) wahrscheinlich eher eine Neukalibrierung des iranischen Regimes als eine vollständige Umgestaltung an: Letzteres (was das erklärte Ziel ist) würde eine langwierige und politisch kostspielige Verstärkung des militärischen Engagements erfordern. Die Ressourcen des Iran wurden schwer getroffen, können aber dennoch den globalen Energieflüssen schweren Schaden zufügen.

Das Basisszenario von Generali Investments geht von einer eher begrenzten Eskalation aus, mit einer nur vorübergehenden (4 bis 5 Wochen) Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Golf, die das BIP der Eurozone im Jahr 2026 um nicht mehr als 0,3 Prozentpunkte belasten würde. Natürlich besteht das Risiko einer länger andauernden und gravierenderen Konfrontation, aber sowohl die USA (Wahlen) als auch China (Import fossiler Energien) haben ein starkes Interesse daran, den Konflikt eher früher als später zu beenden.

Im schlimmsten Fall würde eine Unterbrechung der meisten Öllieferungen aus dem Golf für einen Zeitraum von zwei Quartalen zu Preisen von über 120 US-Dollar/Barrel führen, was das Wachstum in Europa um etwa 0,8 Prozentpunkte senken und die Inflation um fast eineinhalb Prozentpunkte in die Höhe treiben würde.

Der US-Dollar hat dank der starken militärischen und energetischen Fokussierung in dieser Krise vorerst seinen Status als sicherer Hafen zurückgewonnen. Staatsanleihen hingegen nicht. Der Anstieg der Anleiherenditen spiegelt zum Teil Inflationsängste wider, während die steigenden Realrenditen unsere Warnung bestätigen, dass die steigende Staatsverschuldung den Status von Staatsanleihen als sicherer Hafen geschwächt hat. Dennoch würde Generali Investments Renditeanstiege – über 4,30% bei 10-jährigen Treasuries – nutzen, um die Duration zu erhöhen.

Es profitieren Verteidigungsaktien, und US-Aktien schneiden besser ab als EU-Aktien, die in letzter Zeit stärker nachgefragt waren, aber von Energieimporten abhängig sind. Im Basisszenario einer eingedämmten Krise wird der Rückgang der Aktienkurse in den kommenden Wochen eine Kaufgelegenheit darstellen. Dennoch empfiehlt Generali Investments, eine zyklische Übergewichtung mit defensiven Branchen und Inflationsabsicherungen zu diversifizieren. Ebenso bieten Spread-Ausweitungen bei Euro-Anleihen Chancen; Finanzwerte hat Generali Investments kürzlich herabgestuft.

Von Paolo Zanghieri, Senior Economist bei Generali Investments

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