Aktien: Auswirkungen der Operation Epic Fury

Der Iran-Konflikt sorgt an den Märkten für Risikoaversion: Anleger schichten aus zyklischen Positionen in defensive Aktien, Gold und Inflationsabsicherungen um. Warum Europa stärker unter Druck steht, US-Aktien widerstandsfähig bleiben und welche Szenarien Generali Investments erwartet. Generali Investments | 09.03.2026 13:30 Uhr
Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments

Der Iran-Konflikt hat eine klassische Risikoaversion ausgelöst, wobei Anleger ihre zu Jahresbeginn beliebten Handelsstrategien (z. B. Short-Positionen in US-Dollar, Long-Positionen in Schwellenländer- und europäischen Aktien) umgekehrt haben und angesichts der steigenden Energiepreise in defensive Aktien und Inflationsabsicherungen umgeschichtet haben. Europa hat sich schlechter entwickelt als die USA, was auf sein größeres zyklisches Aktienengagement und seine Abhängigkeit von Energieimporten zurückzuführen ist. Unser Basisszenario geht von einer begrenzten Eskalation mit einer vier- bis fünfwöchigen Unterbrechung der Öl- und Gaslieferungen aus dem Golf aus. In diesem Szenario bliebe der energiebedingte Inflationsdruck beherrschbar und die erhöhte Unsicherheit könnte Chancen für zusätzliche Risiken bei Aktienrückgängen bieten. Derzeit bleibt die Straße von Hormus jedoch praktisch gesperrt.

US-Aktien zeigen sich weiterhin widerstandsfähig, unterstützt auch durch Zuflüsse in den US-Dollar als sicheren Hafen. Betrachtet man die Geschichte eher als Kontext, denn als Vorhersage, so haben Schocks im Energiebereich in der Regel nur kurzzeitige Kursrückgänge ausgelöst: In den ersten beiden Monaten nach solchen Ereignissen fielen US-Aktien und jene der Eurozone um durchschnittlich 3,5% bzw. 4,6%, mit maximalen Drawdowns von 4,5% bzw. 8,6%. Nach dieser Anfangsphase erholte sich die Performance in der Regel: Nach drei Monaten waren die Renditen bereits positiv (rund 4,5% in beiden Märkten) und die Gewinne verstärkten sich in der Regel im Laufe des folgenden Jahres und erreichten über 12 Monate hinweg rund 10%.

Wir halten eine geringe Übergewichtung in Aktien bei, bleiben bei einer zyklischen Ausrichtung, gleichen diese jedoch mit defensiven Werten wie Pharma, Versorgung und Telekommunikation aus, die solide Fundamentaldaten und attraktive Bewertungen bieten, sowie mit Gold und anderen Inflationsabsicherungen wie Energie, Metallen und Bergbau sowie Verteidigung.

Von Vladimir Oleinikov, Senior Quantitative Analyst bei Generali Investments

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