EZB und BoE vor Zinsentscheid: Geopolitik rückt Inflationsrisiken in den Fokus

Vor den Zinssitzungen am 19. März richtet sich der Blick auf die geldpolitischen Signale von EZB und Bank of England. Im Mittelpunkt stehen die Folgen steigender Energiepreise, geopolitische Unsicherheit und die Frage, wie strikt beide Notenbanken an ihrer Datenabhängigkeit festhalten. Welche Botschaften aus Frankfurt und London nun zu erwarten sind. Generali Investments | 13.03.2026 08:55 Uhr
Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments / © e-fundresearch.com / Generali Investments
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EZB: In jüngsten Äußerungen wiesen die Mitglieder des EZB-Rats darauf hin, dass die Auswirkungen des Iran-Krieges auf das Inflationsrisiko davon abhängen, wie lange der Konflikt andauert, und dass eine strikte Datenabhängigkeit vorherrscht – mit einer Reaktion nur dann, wenn die Inflationserwartungen abgleiten. Zudem wurde betont, dass der Euroraum – anders als 2022 – mit einer strafferen Geldpolitik in diesen Schock eintritt, wenngleich aktuelle Berichte eine erhöhte Wachsamkeit angesichts geopolitischer Unsicherheit unterstreichen. Wir erwarten, dass die EZB auf ihrer Sitzung am 19. März die Zinsen unverändert bei 2,0 Prozent belassen und kommunizieren wird, dass sie vorübergehende Energiepreisanstiege nicht näher berücksichtigt. Gleichzeitig wird Präsidentin Lagarde voraussichtlich die außerordentliche Unsicherheit betonen und eine Botschaft wachsamer Zurückhaltung senden.

BoE: Für die bevorstehende Sitzung am 19. März erwarten wir, dass die BoE die Zinsen unverändert lässt. Die Kombination aus geopolitisch bedingten Energiepreisanstiegen, hartnäckigeren Inflationsrisiken und einer vorsichtigen Kommunikation des Monetary Policy Committee hat die Aussicht auf eine Zinssenkung im März wesentlich zunichte gemacht. Wir rechnen mit einer Botschaft ausgeprägter Datenabhängigkeit und erhöhter Wachsamkeit – in Einklang mit der Markterwartung sinkender Zinsen im Jahr 2026 – erwarten jedoch auch keine Signale einer bevorstehenden Zinserhöhung.

Von Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments

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